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Politik

Schwandorfs Marionetten ziehen um

Die Stadt erstellt ein Konzept für die Nutzung des Nebengebäudes des Künstlerhauses. Eine Entscheidung soll folgen.
Von Rudolf Hirsch

Raimund Pöllmann (rechts) und Regina Regina Prechtl (links) ziehen mit ihren Marionetten vom Künstlerhaus ins Nachbargebäude um. Foto: Rudolf Hirsch
Raimund Pöllmann (rechts) und Regina Regina Prechtl (links) ziehen mit ihren Marionetten vom Künstlerhaus ins Nachbargebäude um. Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Die Stadt kaufte das ehemalige Sparkassengebäude in Fronberg mit dem Ziel, dort die Kunstsammlung des Bezirks unterzubringen. Jetzt hat die Verwaltung andere Pläne. „Das Haus soll eine feste Spielstätte für das Marionettentheater werden“, eröffnete Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld den Stadträten bei der Sitzung am Montag.

SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schindler muss sich über diese „Hü- und Hott-Politik aus dem Rathaus“ wundern und fragte nach, ob denn die Kunstwerke weiterhin „in den verschimmelten Kellerräumen des Künstlerhauses verbleiben werden“. Diese Frage wurde nicht weiter verfolgt, wohl aber die Nutzung des Gebäudes, das zuletzt der Zweckverband Oberpfälzer Seenland angemietet hatte. Franz Schindler machte zum weiteren Vorgehen einen Vorschlag, den die Stadträte mit einer Ausnahme mittragen konnten.

Kosten für Umbau und Förderung werden ermittelt

Demnach soll die Verwaltung ein Gesamtkonzept zur Nutzung des Hauses erstellen, eine Organisationsstruktur vorlegen sowie die Kosten für die Umbaumaßnahmen und eine mögliche Förderung ermitteln. Dann könne man im Stadtrat eine Entscheidung treffen. Denn in einem waren sich alle einig: Die Erfolgsgeschichte des Schwandorfer Marionettentheaters, das 2015 den Oberpfälzer Kulturpreis erhielt, soll fortgeschrieben werden.

Kunst

Zu Besuch in der Marionettenwerkstatt

Raimund und Christine Pöllmann vom Schwandorfer Marionettentheater zeigen uns, wie ihre filigranen Puppen entstehen.

Die Gründer Christine und Raimund Pöllmann haben in den vergangenen 40 Jahren 90 Stücke aufgeführt und 600 Marionetten eingesetzt. Immer in der Vorweihnachtszeit kommen ein neues Kinder- und Erwachsenenstück dazu. Mit einem Umzug in das Nebengebäude könnte dort ein „Ganz-Jahres-Theater“ mit fest installierter Bühne und bestuhlten Zuschauerrängen entstehen, so Kulturamtsleiterin Susanne Lehnfeld.

In der Industriestraße entsteht ein Kinderhaus

In der Industriestraße wird die Stadt für über vier Millionen Euro ein Kinderhaus bauen und die Trägerschaft dem Bayerischen Roten Kreuz überlassen. Architekt Alfred Popp und Landschaftsarchitekt Manfred Neidl stellten die Pläne vor. Es entsteht ein Gebäude in einer U-Form für Krippen- und Kindergartenkinder. Zwei Punkte wurden diskutiert.

In einem waren sich alle einig: „Auf das Flachdach gehört eine Fotovoltaikanlage“. Oberbürgermeister Andreas Feller will die Entscheidung darüber den Mitgliedern des Bauausschusses überlassen. Kritisch sahen viele Stadträte die Verlegung der Parkplätze nach Norden. Die Eltern sollen nach den Vorstellungen der Planer und des Trägers dort ihr Auto abstellen und mit den Kindern um das Haus herumgehen und von der anderen Seite das Foyer betreten.

„Da müssten wir unser gesamtes Konzept über den Haufen werfen.“

Architekt Alfred Popp

„Das werden nicht viele machen“, waren sich die Räte einig. „Warum kann man den Haupteingang nicht auf die Nordseite an die Parkplätze verlegen?“, fragte Wolfgang Meischner nach. „Da müssten wir unser gesamtes Konzept über den Haufen werfen“, entgegnete Architekt Alfred Popp. Das aber will wiederum niemand, denn der Bau der Kindertagesstätte eilt. So wurden die Pläne mit der Gegenstimme von Wolfgang Meischner angenommen. Ohne weitere Aussprache billigte das Gremium die Errichtung einer weiteren Vorschuleinrichtung in Fronberg, die der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt betreiben wird.

Raumordnungsplan für Kreuzbergschule gefordert

Peter von der Sitt fordert für die Kreuzbergschule einen Raumordnungsplan. Aus den einstigen Fachräumen seien Klassenzimmer geworden. Städtische Mitarbeiterin Barbara Hellerbrand bestätigte ferner, dass die Stadt im Schulhof einen Container für die Mittagsbetreuung aufstellen werde. Auf Nachfrage gab die Verwaltung bekannt, dass der Bebauungsplan für das Gebiet „Schübelfeld West“ in Kraft getreten sei, auch wenn in der Hauptsache noch keine gerichtliche Entscheidung gefallen sei. Die Stadt musste bekanntlich den Bebauungsplan nachbessern.

Projekt

Förderunterricht in der Garderobe

An der Schwandorfer Kreuzbergschule muss an allen Ecken und Enden improvisiert werden. Die Generalsanierung ist überfällig.

Bevor die Verwaltung die Sanierung und Erweiterung der Feuerwache angehe, sollte sie einen Bedarfsplan für alle Feuerwehren der Stadt erstellen, schlägt Franz Schindler vor. Oberbürgermeister Andreas Feller will seinen Mitarbeitern diesen Auftrag erteilen.

Eisenoxid-Schicht

  • Minderwertiges Material:

    Stadtrat Dr. Wolfgang Schuster hat schon einmal moniert, dass in der Friedrich-Ebert-Straße kontaminiertes Material verlegt worden sei. Jetzt hat er erneut verunreinigte Platten entdeckt.

  • Zusage:

    Stadtbaumeister Reinhard Schade sagte eine Nachbehandlung zu. Wenn das Eisenoxid nicht entfernt werden könne, „müssen die Platten ausgetauscht werden“.

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