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Schwandorfs SPD übt harsche Kritik am OB

SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Schindler kritisiert, es sei nichts passiert. Den Ortsverein führt nun eine Doppelspitze.
Von Rudolf Hirsch

Der SPD-Ortsverband Schwandorf wird erstmals von einer Doppelspitze geführt. Sie besteht aus Karin Frankerl und Matthias Kuhn (Mitte).  Foto: Rudolf Hirsch
Der SPD-Ortsverband Schwandorf wird erstmals von einer Doppelspitze geführt. Sie besteht aus Karin Frankerl und Matthias Kuhn (Mitte). Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Nach dem Vorbild der Bundes-SPD lässt sich jetzt auch der Ortsverband Schwandorf von einer Doppelspitze führen. Die Mitglieder wählten am Mittwoch in der TSV-Gaststätte Karin Frankerl und Matthias Kuhn zu gleichberechtigten Vorsitzenden. Diese Lösung gefiel nicht allen Genossen. Altoberbürgermeister Helmut Hey fragte nach der Sinnhaftigkeit einer Doppelspitze. Mit Blick auf die aktuelle Situation seiner Partei antwortete Wahlleiter Franz Schindler süffisant mit den Worten: „Geteiltes Leid ist halbes Leid.“ Mit elf Ja- und fünf Neinstimmen bei vier Enthaltungen beschloss die Mitgliederversammlung die neue Form der Doppelspitze.

Seit sieben Monaten ist Vorsitzende und OB-Kandidatin Karin Frankerl im Wahlkampfmodus, macht Hausbesuche, nimmt an Sitzungen teil und zeigt sich bei öffentlichen Veranstaltungen. „Ich merke, dass ich allmählich bekannter werde“, stellte die „Quereinsteigerin“ fest. Sie setze sich für „eine bunte, tolerante und weltoffene Stadt“ ein und zeigte sich mit Blick auf die Mitbewerber um das Spitzenamt im Rathaus überzeugt: „Ich bin die bessere Alternative zum amtierenden Oberbürgermeister.“

Schindler sieht keine Impulse

Fraktionsvorsitzender Franz Schindler wunderte sich über „die plötzlichen Ideen“ der politischen Mitbewerber und fragte: „Warum ist davon in den letzten sechs Jahren nichts gekommen?“ Kino, Hotel, Ganzjahresbad, Wasserräder, Naabbrücken, Landesjugendamt – nichts sei passiert. Schindler vermisst, wie er sagte, ein Schulkonzept und Planungen für das Schmidt-Bräu-Gelände. „Trotz Citymanager nehmen die Leerstände in der Innenstadt zu“, kritisierte der SPD-Stadtrat. Im Gegenteil: „Die Stadt stellte jetzt sogar die Rechtsstreitigkeiten mit Hausbesitzer Meierhofer ein.“

Vorstandschaft

  • Doppelspitze:

    Sie bilden Karin Frankerl und Matthias Kuhn. Stellvertretende Vorsitzende sind Xenia Wilk und Rodrigo Abarzua.

  • Weitere Mitglieder:

    Zum Vorstand gehören ferner Kassier Wolfgang Mager, Organisationsleiter Ludwig Blüml und Wolfgang Strahberger, Bildungsbeauftragter Helmut Hey, Seniorenbeauftragte Erna Staudacher, Schriftführer Franz Schindler und acht Beisitzer.

Vom Rathaus gingen keinerlei Impulse aus, klagte Schindler. Das führe seiner Meinung nach auch zur Frustration der Mitarbeiter. Leutseligkeit reiche nicht aus, um eine Stadt wie Schwandorf zu führen. Schindlers Wertung fiel deutlich aus: „Feller kann es einfach nicht.“

Schindler bereitete die Mitglieder in den verbleibenden vier Wochen auf eine „Materialschlacht der Mitbewerber“ vor. Umso mehr müsse die SPD zusammenstehen, „wenn ein Neustart mit Karin Frankerl“ gelingen soll. Angesichts der zahlreichen Listen rechnet der SPD-Fraktionsvorsitzende mit „einer starken Zersplitterung im neuen Stadtrat, die es schwer machen wird, Mehrheiten zu finden“.

Franz Schindler engagiert sich auch im „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ und rief zur Teilnahme an einer Demonstration auf, die am 1. März um 15 Uhr vom Bahnhof zum Marktplatz führt. Dort findet unter dem Motto „Haltung und Gesicht zeigen“ eine Kundgebung statt.

Inklusion steht im Blickpunkt

Mit 107 Mitgliedern ist Schwandorf der größte Ortsverein im SPD-Stadtverband. Vorsitzender Matthias Kuhn (34) möchte das Thema „Inklusion“ stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. „Wie können wir Menschen mit Handicap am gesellschaftlichen Leben teilhaben lassen?“ – mit dieser Frage will der 34-jährige Heilerziehungspfleger die Menschen sensibilisieren. Er plant die Gründung einer SPD-Arbeitsgruppe „Inklusion“ und will den Antrag auf Berufung eines städtischen Inklusionsbeauftragten stellen. Inklusion bedeute, „dass jeder Mensch ganz natürlich dazugehört“.

Stadtverbandsvorsitzender Manfred Schüller machte den Wahlkampfhelfern ein Kompliment für den Einsatz.

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