MyMz
Anzeige

Ausschuss

Schwandorfs Stadtpark schwer erreichbar

In der Innenstadt hat die Barrierefreiheit in den letzten Jahren Fortschritte gemacht. Schwachstellen aber werden bleiben.
Von Johannes Hartl

Vor allem die Naabuferstraße, wenn man sie in Richtung Stadtpark überqueren will, erwies sich beim Test als problematisch. Foto: Johannes Hartl
Vor allem die Naabuferstraße, wenn man sie in Richtung Stadtpark überqueren will, erwies sich beim Test als problematisch. Foto: Johannes Hartl

Schwandorf.Gut fünf Jahre ist es her, da war der Schwandorfer Bauausschuss zuletzt in Sachen Barrierefreiheit unterwegs. In der Zwischenzeit aber hat sich in der Innenstadt viel verändert, so etwa durch die behindertengerechten Parkplätze am Marktplatz oder die Generalsanierung der Friedrich-Ebert-Straße. Deshalb nutzte der Bauausschuss seine Sitzung am Dienstag, um wieder einmal auf Erkundungstour zu gehen – ausgestattet mit eigenen Rollstühlen und Rollatoren.

Dabei zeigten sich die Stadträte beeindruckt von den Fortschritten, die Schwandorf gemacht habe. „Wir sind schon länger drüber, Schwandorf barrierefrei zu machen“, betonte Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) in seiner Bewertung. Das funktioniere „ganz gut“, selbst wenn es wohl nie gelingen werde, wirklich sämtliche Barrieren komplett zu beseitigen.

Auch die Stadträte teilten diese Einschätzung. „Ich hätte mir nicht vorgestellt, dass so viel passiert ist“, sagte CSU-Sprecher Franz Radlinger über die Verbesserungen während der letzten Jahre. „Wir sind auf dem besten Weg, die Stadt – so gut es geht – barrierefrei zu machen.“ Vor allem der Marktplatz mit den Behindertenparkplätzen und die neue Friedrich-Ebert-Straße mit ihren Gehwegen, die mindestens 2,50 Meter breit sind, haben einen sichtlich positiven Eindruck hinterlassen.

Probleme an der Naabuferstraße

Doch allen Fortschritten zum Trotz bleiben gewisse Schwachstellen, die sich nicht ohne Weiteres beheben lassen. Als neuralgischer Punkt erwies sich während der Tour besonders die Naabuferstraße, wenn Menschen mit eingeschränkter Mobilität diese in Richtung Stadtpark überqueren möchten. Denn wie der Versuch gezeigt hat, nehmen viele Autofahrer kaum Rücksicht. Hinzu kommt das Risiko, wenn die Straße langsam überquert wird.

Der Ortstermin

  • Route:

    Die Tour startet an der Volkshochschule, wo sie über den Marktplatz und einen Teilbereich der Friedrich-Ebert-Straße in die Breite Straße führte. Von dort ging es über die Naabuferstraße weiter in den Stadtpark und über den Ausgang in der Nürnberger Straße zurück zum Rathaus.

  • Geräte:

    Die Rollstühle und Rollatoren waren eine Leihgabe des Sanitätshauses Betzlbacher.

Wie Roland Stehr vom Sachgebiet Tiefbau erklärte, ist das Problem bereits bekannt. Weil die Naabuferstraße allerdings eine Hauptverkehrsader ist, sei weder ein Zebrastreifen noch eine Ampelschaltung eine Option. Diese sind entweder rechtlich nicht zulässig oder würden ein Chaos verursachen, wenn eine Ampel den Verkehrsfluss der grünen Welle behindert. Das habe gravierende Auswirkungen, eine Lösung sei nicht greifbar, betonte Stehr. Es bleibe einstweilen nur die Alternative, die Fußgängerampeln an der Beer-Kreuzung oder am Naabparkhaus für eine sichere Überquerung zu nutzen.

Beim Ein- und Ausgang des Stadtparks in der Nürnberger Straße gibt es ebenfalls Probleme. Die grobe Pflasterung und der steile Weg machen es fast unmöglich, die Zufahrt zu benutzen. Als kurzfristige Lösung will die Stadtverwaltung dort Schilder anbringen lassen, die auf den barrierefreien Zugang in der Naabuferstraße hinweisen. Eine langfristige Lösung hängt dagegen an der Sanierung der Naabbrücken und wird wohl oder übel ihre Zeit brauchen.

Keine Bushaltestelle barrierefrei

Ähnlich verhält es sich auch mit einem verwandten Tagesordnungspunkt: dem barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen, der bis zu 50 Prozent gefördert wird. Von den rund 100 Haltepunkten im Kernstadtbereich ist derzeit keine barrierefrei. Das möchte die Stadt in enger Abstimmung mit den Busunternehmen ändern. Dafür beschloss der Ausschuss Haushaltsmittel von jährlich 150000 Euro, um pro Jahr drei bis fünf Haltestellen umzubauen – mit der Option, bei einer guten Finanzlage gegebenenfalls mehr anzugreifen. Begonnen werden solle mit den Haltestellen, die die höchste Nutzung und den größten Bedarf haben, so Stehr.

Weitere Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht