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Bauausschuss

Sechs neue Sozialwohnungen

Der Schwandorfer Bauausschuss gab am Mittwoch einstimmig grünes Licht für ein Bauprojekt an der Ohmstraße im Egelsee-Gebiet.
Von Hubert Heinzl

Auf diesem Gelände an der Ohmstraße ist ein Mehrfamilienhaus mit sechs geförderten Wohnungen geplant. Foto: Heinzl
Auf diesem Gelände an der Ohmstraße ist ein Mehrfamilienhaus mit sechs geförderten Wohnungen geplant. Foto: Heinzl

Schwandorf.Lange Zeit fristete der soziale Wohnungsbau in Schwandorf ein Schattendasein. Erst in jüngster Zeit kam Bewegung in einen Markt, der vor allem für einkommensschwächere Familien von grundlegender Bedeutung ist. In seiner Sitzung am Mittwoch gab der Bauausschuss grünes Licht für ein weiteres Vorhaben.

Auf einem Grundstück an der Ohmstraße plant eine private Investorin ein Mehrfamilienhaus mit sechs sogenannten EOF-geförderten Wohnungen (EOF gleich „einkommensorientierte Förderung“). Allerdings widerspricht das Vorhaben zum Teil den Vorgaben, die im Bebauungsplan für das Baugebiet Egelsee-Nord vorgesehen sind. Festgelegt ist darin etwa, dass in einem Gebäude nur drei Wohneinheiten zulässig sind; im vorliegenden Fall müssten laut Plan also zwei Gebäude mit zwei Treppenhäusern und zwei separaten Eingängen errichtet werden.

Die Bauherrin beantragte jedoch eine Befreiung von dieser planerischen Vorgabe. Das Argument: Der vorhandene Raum werde doch besser für die geförderten Wohnungen als für ein Treppenhaus genutzt, und die Baukosten pro Quadratmeter könnten ebenfalls gesenkt werden. Die grundsätzlichen Anforderungen wie Abstandsflächen, Stellplätze oder Schallschutz lassen sich auf dem Grundstück erfüllen, wie Markus Stiegler, Sachgebietsleiter Bauordnung bei der Stadt Schwandorf, erläuterte.

„Klassischer Fall für Befreiung“


Der Bauausschuss begrüßte das Vorhaben und hatte gegen die beantragte Befreiung nichts einzuwenden. „Das können wir mit gutem Gewissen befürworten. Wichtig ist, dass sozialer Wohnungsbau stattfindet“, sagte Alfred Braun (SPD) und sprach damit seinen Stadtratskollegen aus dem Herzen. Franz Radlinger (CSU) wies darauf hin, dass es in der Umgebung schon „mehrere höhere Gebäude“ gebe. Marion Juniec-Möller (Grüne) sah einen „klassischen Fall, wo eine Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplans sinnvoll ist“.

Anders schätzte das Gremium die Sachlage dagegen bei einem Beispiel aus dem Baugebiet Egelsee-Süd ein. Ein Anlieger hatte den Antrag gestellt, auf seinem Grundstück an der Graf-von-Stauffenbergstraße einen 1,40 Meter hohen Sichtschutz zur Straße hin zu errichten. Der Wunsch ist verständlich, denn die Terrasse der Hausbesitzer an der Südseite liegt nur knapp zwei Meter von der Grundstücksgrenze entfernt. Die Folge: „Von der Straße sehen Sie direkt in den Suppenteller hinein“, wie Oberbürgermeister Andreas Feller es formulierte. Für das Baugebiet ist im Bebauungsplan allerdings festgeschrieben, dass Zäune oder andere Umfriedungen nur 70 Zentimeter hoch sein dürfen.

Im großen und ganzen halten sich die Hauseigentümer auch daran, wie Sachgebietsleiter Stiegler erklärte. Die Zäune seien „teilweise bis zu einem Meter hoch, aber nicht blickdicht, sondern immer absolut luftig gehalten“, berichtete er von einem Ortstermin. Was also tun?

„Kein Grund, abzuweichen“


Die Sprecher von CSU und SPD pochten auf die Einhaltung des Bebauungsplans. „Es gebe keinen Grund, davon abzuweichen“, so CSU-Stadtrat Franz Radlinger. Und sein Stadtratskollege von der SPD, Alfred Braun, erinnerte daran, dass es bei Abweichungen von der Bauleitplanung durchaus schon Rückbauten gegeben habe. „Man hat sich ja bei der Planung etwas gedacht“, so Braun. CSU-Stadtrat Hans Hottner wiederum störte sich weniger an der Höhe, als an der geplanten Undurchlässigkeit der Umzäunung, die eher einer, wenn auch durchbrochenen, Mauer gleiche. Auch eine Anpassung des gesamten Bebauungsplans stieß auf wenig Gegenliebe. „Dann wäre derjenige, der sich an die Regeln hält, der Dumme“, so Grünen-Stadträtin Marion Juniec-Möller.

Am Ende stimmte nur FW-Stadtrat Dieter Jäger (Freie Wähler) für die beantragte Befreiung vom Bebauungsplan. „Man sollte in diesem Fall dem Interesse der Bürger entsprechen“, hatte er argumentiert.

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Tore entfernt

  • Beschwerde:

    Nach der Beschwerde eines Anwohners wurden beim Bolzplatz an der Werthstraße die Tore entfernt. Das berichtete OB Andreas Feller bei der Bauausschusssitzung am Dienstag.

  • Wohnbebauung:

    Die Wohnbebauung ist von dem Bolzplatz laut OB Feller etwa 75 Meter entfernt.

  • Lärm:

    Die Stadt will die Lärmbelastung nach seinen Worten jetzt gutachterlich prüfen lassen. „Die Kinder sind jedoch nicht gehindert, ohne Tor zu kicken“, so der OB. (hh)

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