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Sechs Tipps für den Boden im Herbst

Die Sommerhitze und die Dürre haben nicht nur den Schwandorfer Landwirten zugesetzt. Wir zeigen, was dem Boden jetzt gut tut.
von Renate Ahrens

  • Der Herbst ist da! Was das für den Garten bedeutet, haben uns Experten verraten. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa
  • Josef Wittmann vom Bauernverband Foto: Ahrens

1. Zum Schutz gegen Wintertrockenheit: Jetzt im Herbst gründlich wässern


Die langen und extremen Trockenperioden bei gleichzeitig hohen Temperaturen in diesem Sommer haben den Boden stark ausgetrocknet. Den Kulturpflanzen steht nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung, um Ertrag zu liefern und gut durch den Winter zu kommen.

Auch Zierpflanzen wie Rosen oder Koniferen, zum Beispiel Tannen oder Wacholder, so erklärt Josef Wittmann vom Schwandorfer Bauernverband, brauchen vor dem Winter noch Wasser. Wie schnell ein Boden austrocknet, hängt davon ab, woraus er besteht. So können lehmige Böden das Wasser besser speichern als sandige Böden. Entscheidend ist auch, wie viel Humus (tote organische Substanz) ein Boden enthält. Denn Humus kann viel Wasser speichern – bis zum Fünffachen seines eigenen Gewichts, wie Josef Rupprecht, Fachzentrum Agrarökologie, beim Bauernmarkt anhand eines Versuchs zeigte. Trocknet der Boden aus, fehlt es den Pflanzen aber nicht nur an Wasser, sondern auch an Nährstoffen.

Der Boden braucht auch im Herbst viel Wasser. Foto: Ahrens
Der Boden braucht auch im Herbst viel Wasser. Foto: Ahrens

Durch den Einsatz von mehr organischem Dünger (zum Beispiel Kompost) oder durch Gründüngung kann sich mehr Humus im Boden anreichern. Pro Quadratmeter Pflanzfläche sind 30 bis 40 Liter Wasser erforderlich, um den Wurzelballen durchdringend zu versorgen. Der beste Zeitpunkt zum Gießen ist jetzt Mitte Oktober. Starke Winde haben den Pflanzen zusätzlich zugesetzt. Ein- oder abgerissene Äste sollte man ausschneiden.

2. Eine Bodenuntersuchung ist die Grundlage für die richtige Düngung

Der Boden ist ein hochkomplexes System – er besteht voller Mikroorganismen. Doch diese Bodenlebewesen brauchen Nahrung, und die Pflanzen benötigen zum Wachsen verschiedene chemische Elemente im Boden. Eine Bodenuntersuchung ist unerlässlich – nur dann kann man wissen, welche Nährstoffe in seinem Boden sind. Eine Standardbodenuntersuchung beinhaltet in der Regel die Bestimmung des Phosphat- und Kaligehalts sowie des Kalkbedarfs. Zu hohe Düngergaben belasten außerdem unsere Umwelt und wirken sich ungünstig auf das Pflanzenwachstum aus.

Die Bodenprobe sollte alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden. Foto: Archiv/Strasser
Die Bodenprobe sollte alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden. Foto: Archiv/Strasser

Die Bodenprobe sollte vor einer Neuanlage und anschließend alle drei bis fünf Jahre durchgeführt werden. Der beste Zeitpunkt ist im späten Herbst, wenn alle Beete abgeräumt sind. Infos und Testgeräte sind bei der Bayerischen Gartenakademie erhältlich. Auf Wunsch bekommt man zusammen mit dem Untersuchungsergebnis auch noch eine speziell auf die jeweilige Gartennutzung abgestimmte, bedarfsgerechte Düngeempfehlung. Grundsätzlich gilt: Viel hilft nicht immer viel. Düngemittel – egal ob organisch oder mineralisch – sollten möglichst gezielt dem Bedürfnis der Pflanzen angepasst werden. Wichtige Voraussetzung dafür ist, dass der Gärtner oder die Gärtnerin Bescheid weiß über den derzeitigen Versorgungszustand des Gartenbodens und über den Bedarf der Pflanzen, das heißt dem zu erwartenden Nährstoffentzug.

Noch mehr Tipps für den Garten im Herbst gibt’s im Video:

5 Tipps für den Garten im Herbst

3. Vorausschauend handeln und Obst und Gemüse auf Vorrat halten

Die Apfelernte fiel in diesem Jahr üppig aus. Wer klug damit umgeht, hat das ganze Jahr über was davon. Foto: Patrick Pleul/dpa
Die Apfelernte fiel in diesem Jahr üppig aus. Wer klug damit umgeht, hat das ganze Jahr über was davon. Foto: Patrick Pleul/dpa

Durch die anhaltende Trockenheit des Bodens gibt es heuer einen eklatanten Futtermangel, erklärt Josef Wittmann. Der Landwirt muss deshalb immer vorausschauend Futter einlagern. Früher galt die Devise: Ein Drittel kommt in die Scheune, ein Drittel auf das Konto und ein Drittel auf das Feld. Auch im Haushalt werde zuviel weggeworfen – man sollte Vorratshaltung betreiben. Ob Kompott, Marmelade, eingewecktes Gemüse oder fertige Tomatensoße: Mit Eingekochtem hat man noch monatelang Freude an der Obst- und Gemüseernte. „Das macht Spaß und man kann kreativ sein“, sagt die Schwandorfer Kreisbäuerin Sabine Schindler. Sie probiert gerne außergewöhnliche Marmeladen wie Erdbeere mit Rosenblättern oder mit Lavendel. Dies sei außerdem eine schöne Geschenkidee und ein guter Vitaminvorrat. Immer mehr Genießer entdecken die Vorzüge von selbst einge­machten Früchten oder selbst­gekochter Marmelade.

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Um lange viel Freude am Obst zu haben, gibt es viele Möglichkeiten – unter anderem Einlegen oder Einmachen. Foto: Ahrens
Um lange viel Freude am Obst zu haben, gibt es viele Möglichkeiten – unter anderem Einlegen oder Einmachen. Foto: Ahrens

Schönes, reifes Gemüse und Obst gab es in diesem Jahr mehr als genug. Möglichkeiten, um lange eine Freude damit zu haben, gibt es viele: Einfrieren, Einlegen, Einmachen und Einkochen sind beliebte Methoden. Mit ein bisschen Übung lässt der Genuss aus dem Glas nicht lange auf sich warten. Wer auf bewährte Methoden wie Trocknen, Einlegen und Einkochen zurück­greift, kann auf chemische Konservierungs­mittel verzichten. Einige Obst- und Gemüsesorten über­wintern auch ohne Konservierung an einem dunklen, kühlen Ort.

Bienen brauchen blühende Blumen. Foto: Ahrens
Bienen brauchen blühende Blumen. Foto: Ahrens

4. Ohne Bienen gibt es keine Früchte – deshalb muss man sie fördern

Etwa 80 Prozent aller Pflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen. Deshalb sollte man im Garten außer Bienen auch Hummeln, Schwebfliegen und andere wichtige Pflanzenbestäuber fördern. Sie sorgen neben den Honigbienen dafür, dass Äpfel, Kirschen und andere Obstbäume viele Früchte bilden. Zum Überwintern benötigen viele Nützlinge Verstecke, wie die Borke alter Bäume und Herbstlaub. Man kann auch an einem sonnigen Platz ein Insektenhotel aus Holz und Lochziegeln aufstellen, um den Nützlingen Brutplätze und Unterschlupf zu bieten. Dann fühlen sich die Krabbeltiere wohl.

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5. Im Kompost fühlen sich Regenwürmer wohl

Viele Kleinstlebewesen sind äußerst nützliche Gartenhelfer: Sie vertilgen Blattläuse oder bestäuben Blumen, Kräuter, Obstbäume und Beerensträucher. Regenwürmer zum Beispiel machen unseren Gartenboden fruchtbar. Sie nehmen kleine Erdpartikel, tierische und pflanzliche Abfallstoffe, Humusstoffe, Bakterien, Algen und Pilze auf, verdauen sie und scheiden sie schließlich als Wurmkot aus, der den wertvollen Humus liefert. Man kann dafür sorgen, dass sich die Regenwürmer wohl fühlen, indem man den Boden mit Kompost versorgt und mulcht.

Ein guter Boden braucht Regenwürmer – und die brauchen Kompost. Foto: Ahrens
Ein guter Boden braucht Regenwürmer – und die brauchen Kompost. Foto: Ahrens

Metertief durchgraben die Regenwürmer manche Böden. Bodenbestandteile und organisches Material nehmen sie als Nahrung auf und scheiden es dann als besonders humusreiche Kothäufchen aus. Sie belüften dadurch den Boden, verbessern die Wasserhaltefähigkeit und die Bodenstruktur und ermöglichen mit ihren Gängen den Wurzeln ein tieferes Eindringen in den Boden. Damit erleichtern sie den Pflanzen ein tiefes Verwurzeln und die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen.

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6. Laub auch mal liegen lassen

Laub auch mal liegen lassen. Foto: Nestor Bachmann/dpa
Laub auch mal liegen lassen. Foto: Nestor Bachmann/dpa

Bunte Blätter wirbeln zurzeit durch die Luft. An den meisten Stellen darf das Laub liegen bleiben. Zum einen dient es als Kälteschutz für Stauden, andererseits nutzen noch viele Bodenlebewesen die Blätter als Nahrung Unterschlupf. Bis zum Frühjahr ist dann fast nichts mehr vom Blattwerk zu sehen. Lediglich auf Zierrasen und im Teich wird das Laub entfernt. Auch wenn man sie nur selten zu Gesicht bekommt: In unseren Gärten gibt es unzählige nützliche Organismen unter den Insekten (beispielsweise Marienkäfer, Florfliegen oder Schwebfliegen) und Spinnen, aber auch unter den Vögeln (Meisen, Amseln) und Säugetieren (Igel, Spitzmaus). Diese zu fördern und zu erhalten ist eine maßgebliche Aufgabe des vorbeugenden Pflanzenschutzes.

Der Boden braucht Laub. Foto: Axel Heimken/dpa
Der Boden braucht Laub. Foto: Axel Heimken/dpa

Dazu gehört zum Beispiel, dass man Schlupfwinkel für Nützlinge schafft, den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel auf ein Mindestmaß reduziert, bei Verwendung von chemischen Pflanzenschutzmitteln nützlingsschonende Präparate vorzieht, einen gewissen Befall mit Schädlingen als Nahrungsquelle für die Nützlinge toleriert, blühende Pflanzen als Nahrungsquelle für Nützlinge anbaut und erhält, Nistkästen, Tränken und Winterfütterung für Vögel aufstellt. „Ein Laub- und Reisighaufen in einer Ecke des Gartens ist wichtig als Überwinterungsplatz für Igel“, betont Josef Wittmann. Im Herbst, gerade jetzt ab Mitte Oktober, schauen sich Igel um für ein passendes Winterquartier.

Sehen Sie in unserer Galerie Impressionen vom Herbstbauernmarkt:

Das war der Herbstbauernmarkt in Schwarzenfeld

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