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Region Schwandorf
Samstag, 21. Juli 2018 25° 8

Anschaffung

Segnung gleich im Sechserpack

Neunburg und Thanstein beschafften zusammen sechs neue Feuerwehrfahrzeuge. Das ließ auch Minister Füracker nicht kalt.
Von Ralf Gohlke

  • Stadtpfarrer Stefan Wagner und sein evangelischer Amtsbruder Gerhard Beck übernahmen die Segnung der sechs Einsatzfahrzeuge. Foto: R. Gohlke
  • Minister Albert Füracker trug sich ins Goldene Buch der Stadt Neunburg ein. Foto: R. Gohlke
  • Der Festzug marschierte von der Stadtpfarrkirche zur Schwarzachtalhalle. Foto: R. Gohlke
  • Bürgermeister Walter Schauer aus Thanstein lobte das Prinzip der interkommunalen Zusammenarbeit. Foto: R. Gohlke
  • Kreisbrandmeister Ferdinand Duscher nannte den Ankauf der sechs Fahrzeuge mit ihrer speziellen Ausstattung „einen bedeutenden Schritt zur Erhöhung der Sicherheit für die nächsten 25 Jahre“. Foto: R. Gohlke

Neunburg.Die alte Handelsregel „Im Dutzend billiger“ haben die Stadt Neunburg und die Gemeinde Thanstein für sich neu entdeckt. Auch wenn es nur „ein halbes Dutzend“ nagelneuer Feuerwehrfahrzeuge war, konnten beide durch höhere Zuschüsse aus dem Landesprogramm „Interkommunale Zusammenarbeit“ einiges an Kosten einsparen. Im Schnitt lagen die Kosten bei rund 80 000 Euro pro Fahrzeug; die Förderung beträgt rund 27 000 Euro, ebenfalls pro Fahrzeug. Sie enthält jeweils 2300 Euro als Anerkennung der Zusammenarbeit.

Am Samstag erhielten die neuen Einsatzfahrzeuge im Beisein des Bayerischen Finanz- und Heimatministers Albert Füracker den geistlichen Segen und wurden im Anschluss an die Kommandanten der Feuerwehren aus Kulz, Kleinwinklarn, Kröblitz, Meißenberg, Mitteraschau sowie Mitter- und Oberauerbach übergeben.

Ein ganz besonderer Tag



Den Auftakt bildete ein Gottesdienst in der Neunburger Stadtpfarrkirche St. Josef. Gemeinsam zogen die Abordnungen der Feuerwehren unter Führung der Stadtkapelle Neunburg durch die Hauptstraße zum Vorplatz der Schwarzachtalhalle. Dort warteten bereits die geschmückten TSF. Bürgermeister Martin Birner wies auf die Bedeutung des Tages für die Feuerwehren hin. „Eine Fahrzeugbeschaffung in dieser Größenordnung werden wir wohl nicht mehr erleben“, sagte er. Mit der Übergabe dieser sechs TSF seien die Feuerwehren nun in der Lage, ihre wichtige Arbeit in den Gemeinden unter besten Rahmenbedingungen fortzusetzen. Gleichzeitig erhöhe die moderne Gesamtausstattung der neun Fahrzeuge auch die Motivation und Einsatzbereitschaft der jüngeren Generation. Martin Birner sagte aber auch deutlich, nicht die Feuerwehr, sondern die Bürgerinnen und Bürger bedürften einer funktionierenden Wehr. Die Freiwilligen Feuerwehren seien ein existenzieller Teil der Gesellschaft – sowohl einsatztechnisch als auch auf kameradschaftlichem Sektor.

Das Fahrzeugkonzept der Stadt sei die Grundlage für die Ersatzbeschaffung gewesen, so Birner weiter. Demnach sollten diese im Zeitraum von 2016 bis 2020 erfolgen. 2016 erkannte jedoch der Rat, dass es aus mehreren Gründen Sinn machen würde, die Fahrzeuge nicht nacheinander, sondern auf einmal zu beschaffen. Den Argumenten habe sich auch die Gemeinde Thanstein angeschlossen, mit der man bereits bei einem Projekt für einen Mannschaftstransportwagen erfolgreich zusammengearbeitet habe. Die Herausforderung sei es gewesen, baugleiche Fahrzeuge ausschreiben zu müssen. Unter aktiver Mitwirkung aller Beteiligter sei es aber gelungen, auch individuelle Wünsche unter einen Hut zu bringen. Durch die gemeinsame Ausschreibung habe man den Preisvorteil durch eine Erhöhung der Regelaustattung, unter anderem mit einer zusätzlichen Schmutzwasserpumpe und einem Beleuchtungssatz, bestens genutzt.

Thansteins Bürgermeister Walter Schauer betonte die wachsende Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit in vielen Bereichen. Nach der feierlichen Segnung durch Stadtpfarrer Stefan Wagner und seinen evangelischen Amtsbruder Gerhard Beck überreichte Staatsminister Albert Füracker die Fahrzeugschlüssel an die jeweiligen Kommandanten.

„Kostenlos und unverzichtbar“



Füracker betonte bei seiner Rede in der Schwarzachtalhalle ebenfalls die Besonderheit der Beschaffungsmaßnahme. Scherzhaft merkte er an, dass der Plan Birners, die Förderung höher zu schrauben als die gesamten Beschaffungskosten, „nicht ganz aufgegangenen“ sei. Dafür brach er eine Lanze für alle Freiwilligen Feuerwehren als „besonderen Schatz des ländlichen Bereiches“. Nur der sage, die Feuerwehr brauche kein neues Auto, der noch nie auf ihre Hilfe angewiesen war. „Alle anderen sind froh über jede einzelne der 160 Wehren, allein im Landkreis Schwandorf.“ Deren Hauptmotivation sei es zu helfen. Zudem seien sie in vielen Dörfern die einzigen Garanten für Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist. Daher sei es mehr als sinnvoll, Steuergelder für die Unterstützung der Feuerwehren einzusetzen. Freiwillige Feuerwehr sei nicht „umsonst“, aber dafür „kostenlos und unverzichtbar“.

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Auch der Minister kam

  • Festzug:

    Kreisbrandinspektor Richard Fleck führte mit Kreisbrandmeister Ferdinand Duscher den Zug der Feuerwehren nach dem gemeinsamen Gottesdienst an. Sie zogen von der Stadtpfarrkirche zum Vorplatz der Schwarzachtalhalle, wo die geschmückten Fahrzeuge warteten.

  • Sicherheit:

    Kreisbrandmeister Ferdinand Duscher nannte den Ankauf der sechs Fahrzeuge mit ihrer speziellen Ausstattung „einen bedeutenden Schritt zur Erhöhung der Sicherheit für die nächsten 25 Jahre“. Er betonte, dass alle Kommandanten völlig unkompliziert mitgearbeitet hätten.

  • Kooperation:

    Bürgermeister Walter Schauer aus Thanstein lobte das Prinzip der Interkommunalen Zusammenarbeit nicht nur für den Bereich des Feuerwehrwesens. Er bemängelte lediglich, dass die Ausschreibungen dermaßen kompliziert seien, dass ein externes Büro nötig werde.

  • Eintrag:

    Finanz- und Heimatminister Albert Füracker merkte im Goldenen Buch an: „Neunburg ist eine wirklich starke Stadt.“ Er unterstrich die Bedeutung der Feuerwehren im ländlichen Raum als Einsatztruppe zur Gefahrenbekämpfung, aber auch als Wahrer von Tradition. (ggo)

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