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Sie sind Burglengenfelds Vespa-Liebhaber

15 Vespa-Fahrer wollen italienisches Lebensgefühl gemeinsam erleben. Im November 2018 haben sie einen Club gegründet.
Von Josef Schaller

Die Gründungsmitglieder des Vespa-Clubs Burglengenfeld: (stehend von links) Stefan Greger, Johannes Weiß, (kniend von links) Thomas Jannke, Mario Höfler Foto: Jannke
Die Gründungsmitglieder des Vespa-Clubs Burglengenfeld: (stehend von links) Stefan Greger, Johannes Weiß, (kniend von links) Thomas Jannke, Mario Höfler Foto: Jannke

Burglengenfeld.Der Vespa-Roller ist ein Kultobjekt auf zwei Rädern. Er ist ein Symbol für Freiheit. Er vermittelt italienisches Lebensgefühl und steht für Lebensfreude wie kaum ein anderes Motorrad. Sobald die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr Wärme verbreiten, schwärmen die Vespa-Fahrer aus und erobern die Landstraßen. Der Vespa-Roller verbindet Generationen — seit mehr als 70 Jahren. Immer mehr Anhänger dieses Vespa-Kults schließen sich in Clubs zusammen. Seit November 2018 gibt es einen solchen auch in Burglengenfeld.

Am Anfang war die Probefahrt

Thomas Jannke und Stefan Greger zählen neben ihren Kameraden Mario Höfler und Johannes Weiß zu den Gründungsmitgliedern. Der Mittelbayerischen haben die beiden erzählt, wie sie ihre Leidenschaft zur Vespa entdeckt haben. „Angefangen hat alles mit einer Probefahrt auf dem Parkplatz beim Westbad in Regensburg“, sagt Jannke. Ein Bekannter habe ihn dazu animiert und auf Anhieb seine Leidenschaft geweckt. „Ich war sofort hellauf begeistert.“ Drei Monate später hatte der Burglengenfelder selbst ein solches Gefährt in seiner Garage stehen. Es ist eine sogenannte Modern-Vespa mit 300 Kubikzentimeter Hubraum und Variomatikgetriebe.

Die Freunde der „Wespe“

  • Geschichte:

    Die erste Vespa (italienisch: Wespe) kam 1946 auf den Markt, hergestellt von der Firma Piaggio. 1970 wurde erstmal ein Elektrostarter verbaut. Seit 2002 gibt es Variomatik-Modelle. Inzwischen zählt die Vespa zu den beliebtesten Roller-Typen weltweit. Seit Frühjahr 2018 ist auch eine Vespa mit Elektromotor (mit einer Reichweite von 100 Kilometern) auf dem Markt. 2018 war die Vespa sogar das meistverkaufte Motorrad in Österreich. Die Motorroller haben inzwischen Kultstatus erreicht.

  • Vespa-Clubs:

    Die ersten Vespaclubs wurden bereits Ende der 1940er gegründet. 2015 gehörten dem Dachverband „Vespa Clubs von Deutschland“ 152 Ortsklubs mit etwa 4400 Fahrerinnen und Fahrern an.

  • Vespa-Club Burglengenfeld:

    Gegründet im November 2018, 15 Mitglieder. Ziel: Pflege der Gemeinschaft, gemeinsame Ausfahrten und Teilnahme an Vespa-Treffen. Alle Vespa-Fahrer und Vespa-Interessierte sind herzlich willkommen. Die Kontaktaufnahme ist über Facebook möglich.

Eine „Sei Giorni“, ein Sondermodell Foto: Stefan Greger
Eine „Sei Giorni“, ein Sondermodell Foto: Stefan Greger

Stefan Greger war einst Moto-Guzzi-Fahrer, wie er der Mittelbayerischen verrät. Seine Maschine hatte er allerdings wegen eines Hauskaufs veräußert. Von einem Kumpel sei er wieder „angefixt“ worden, so der 39-Jährige. „Beim Googeln habe ich mich in ein Vespa-Sondermodell verliebt“, sagt er. „Sei Giorni“ heißt seine Maschine, eine Edition zum 70. Geburtstag des Vespa-Rollers. Tausend Exemplare sollten ursprünglich von diesem Modell nur gebaut werden. „Inzwischen sind es allerdings bereits 5000“, sagt der Burglengenfelder.

Beim Grillen im Sommer 2017 sei die Idee entstanden, einen Club zu gründen, erzählt Jannke. Ein erstes Treffen von Gleichgesinnten habe es bereits wenige Monate später gegeben. Die offizielle Gründung des Vespa-Clubs Burglengenfeld habe aber erst im November 2018 stattgefunden. 15 Mitglieder haben sich dem Club seitdem angeschlossen. Alle fahren moderne Maschinen mit 300 Kubikzentimeter Hubraum und Variomatikgetriebe. „Alt eingesessene Vespa-Fahrer können mit unseren modernen Maschinen wenig anfangen“, sagt Jannke. Oft würden sie als Plastikbomber verschrien – was natürlich so nicht stimme.

Clubkleidung mit Wappen

Mario Höfler hat für den Club sogar ein Wappen entworfen. Foto: Höfler
Mario Höfler hat für den Club sogar ein Wappen entworfen. Foto: Höfler

Eine typische Kutte, wie man sie von Biker-Clubs kennt, haben die Burglengenfelder Vespa-Fahrer zwar nicht. Trotzdem treten sie bei ihren Ausfahrten in einem gemeinsamen Outfit auf. Der Name des Clubs und der Umriss eines Vesparollers mit dem Vornamen des Fahrers zieren die Vorderseite ihrer dunklen Pullover. Die Rückseiten sind mit einem von Mario Höfler entworfenen Wappen verziert. Auch eine Wespe ist Bestandteil dieses Abzeichens. Dem Insekt verdankt der Vespa-Roller nämlich seinen Namen: Das Motorengeräusch gleicht dem Summen einer Wespe.

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Erste Besuche bei großen Vespa-Treffen fanden bereits im Sommer 2018, vor der Club-Gründung, statt. Heuer werden die Burglengenfelder Vespa-Fahrer bei derartigen Treffen zum ersten Mal als eigenständiger Club auftreten. In ihrem Terminkalender sind bereits Veranstaltungen in Eichstätt, Schwarzenbach, auf der Freizeitinsel Bad Abbach und im Café Maulwerk in Schwend vorgemerkt. Zudem ist eine große, viertägige Ausfahrt nach Zell am See geplant.

„Viel Schrauben wollen wir nicht. Wir fahren lieber.“

Stefan Greger, Vespa-Liebhaber

„Viel Schrauben wollen wir nicht. Wir fahren lieber“, betont Stefan Greger. „Trotzdem bleiben natürlich auch unsere Maschinen nicht im Originalzustand.“ Es werde optimiert und aufgewertet. „Individualisiert“, wie man das in der Fachsprache der Biker bezeichnet. „Unsere Maschinen ziehen immer die Blicke an“, bringt der 39-Jährige den Mythos „Vespa“ auf den Punkt. „Manchmal sogar die einer Politesse.“

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