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Region Schwandorf
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Gemeinde

Singen ist „wie doppelt beten“

Singen und lachen sei gesund, sagt Doris Götz, Leiterin des Schwandner Kirchenchors, der Feste in der Kirche mitgestaltet.
Von Renate Ahrens

Jeden Donnerstag ab 20 Uhr probt der Chor in der Kirche in Neuenschwand. Weitere Mitglieder werden gerne aufgenommen. Fotos: Ahrens
Jeden Donnerstag ab 20 Uhr probt der Chor in der Kirche in Neuenschwand. Weitere Mitglieder werden gerne aufgenommen. Fotos: Ahrens

Bodenwöhr.Beschwingte, fröhliche Töne hört man schon von weitem aus der kleinen Kirche St. Bartholomäus in Neuenschwand. Die Türen stehen offen an diesem warmen Sommerabend. „Rock my soul“ klingt es vielstimmig, und man bleibt stehen und lauscht. Viel zu schnell ist das Lied vorbei, und nur einzelne Tonübungen sind jetzt noch zu hören.

Wie an jedem Donnerstag probt hier der Schwandner Kirchenchor. Die Empore ist überraschend voll, dicht gedrängt stehen die Mitglieder und singen aus vollem Herzen. Sichtlich Spaß macht es allen. „Beim A den Mund ganz aufmachen“, sagt Chorleiterin Doris Götz. Die Sänger hängen an ihren Lippen und machen folgsam, was sie vorgibt. Stimmübungen seien sehr wichtig, erklärt die 42-Jährige.

Singen vertreibt Sorgen

„Die Stimme ist ein Körperinstrument und muss gestimmt werden.“ Auch der Körper müsse fit gemacht werden. Also macht man einige Lockerungsübungen, schüttelt die Arme aus. „Sorgenfalten wegstreichen“, heißt es nun, und alle massieren ihre Stirn. Singen lasse tatsächlich Sorgen verschwinden, sagt Doris Götz, und die Mitwirkenden bestätigen das. Beim Singen könne man am besten abschalten und Alltagssorgen vergessen. Singen drücke außerdem Gefühle aus und mache Freude – vor allem, wenn man zeigen kann, was man gelernt hat, berichtet Doris Götz von ihren Erfahrungen.

„Die Stimme ist ein Körperinstrument und muss gestimmt werden.“

Doris Götz, Chorleiterin

Der Kirchenchor gestaltet alle Hochfeste in der Kirche, die zur Pfarrei Bodenwöhr gehört. So könne man sich außerdem am schönsten in die Gemeinde einbringen. „Singen ist wie doppelt beten“, sage ihre Leiterin immer, berichten die Sänger lachend.

Doris Götz ist Realschullehrerin für Musik und Religion – die perfekte Kombination also. Besonders das Singen hat es ihr schon immer angetan. Die gebürtige Dachelhoferin hat bereits in mehreren Chören mitgewirkt.

Doch der Schwandner Chor ist ihr besonders wichtig. Sogar als die Geburt ihres Kindes kurz bevorstand, habe sie hochschwanger noch bei einem wichtigen Fest dirigiert, nur fünf Tage vor der Geburt, erzählt Mesnerin Edeltraud Hauser lachend – auch sie singt gerne und ist von Anfang an dabei, wie viele der Sänger. Die moderne Technik mache es möglich, dass die Mesnerin mit einer Fernbedienung die Kirchenglocken während der Messe einschalten kann, während sie im Chor singt. Denn natürlich zählt beim Auftritt jede Stimme der derzeit insgesamt 20 Mitglieder.

„Aufmerksamkeit und Konzentration ist beim Singen das Wichtigste.“

Doris Götz, Chorleiterin

Leider sind davon zurzeit nur zwei Männer, gerne würde der Chor weitere aufnehmen. Lorenz Güntner gefällt die Harmonie in der Gruppe besonders – so sagt der Bassist. Singen könne durchaus jeder, bestätigt Doris Götz. „Aufmerksamkeit und Konzentration ist das Wichtigste.“

Großartige Atmosphäre

Alles andere könne man lernen, sogar wenn man nicht Noten lesen kann, wie einige im Chor. Manche machen dann im Notenblatt einfach Pfeile nach oben oder unten bei der entsprechenden Note, alles andere würde beim Üben kommen.

Dabei werden viele verschiedene Lieder einstudiert, lateinische und bayerische Messen ebenso wie moderne Kirchenlieder, geistliches Liedgut oder Gospel. Gerade vierstimmige Messen mit ständigem Tempowechsel seien eine Herausforderung, sagen alle.

„Singen macht einfach glücklich.“

Elke Mohr-Drexler, Sopranistin

Zurzeit wird für den Dekanatsgottesdienst im Juli in Wackersdorf geprobt, darauf freuen sich schon alle. Ein einziger großer Chor wird dabei gebildet, und die Atmosphäre sei jedes Mal einzigartig. Auch beim Priesterjubiläum oder beim Musikantentreffen waren sie schon dabei. Hin und wieder treffen sich die Mitglieder des Chors nach der Probe noch im Biergarten, so dass auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt.

Oft, sagen alle, würde man die Lieder noch bei der Heimfahrt im Auto und auch daheim singen. Überdies würde man zusammen viel lachen. Übrigens, so Götz, sei auch Lachen sehr gesund. Und Sopranistin Elke Mohr-Drexler bestätigt es: „Singen macht einfach glücklich“.

Das sagen die Sängerinnen des Schwandner Kirchenchores über ihr Hobby:

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