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Konzert

„S’ Karussell draht se im Kopf“

Die Premiere von „Susi & die Spiesser“ ist gelungen. Band begeistert mit harmonischen Klängen und schönen Liedtexten.
Von Josef Schaller

„Susi & die Spiesser“ hatten sich für ihre Bühnenpremiere den „Keller No. 10“ ausgesucht.  Foto: Josef Schaller
„Susi & die Spiesser“ hatten sich für ihre Bühnenpremiere den „Keller No. 10“ ausgesucht. Foto: Josef Schaller

Burglengenfeld.In ihren Liedern erzählen sie Geschichten, die das Leben schreibt. Es geht um Reiseerlebnisse, um Beziehungen, um Gefühle ... – mal in Mundart, mal in englischer Sprache, all dies „eingerahmt“ mit harmonischen Klängen und wunderschönen Stimmen. Bei der Bühnenpremiere lag „ihnen“ das Publikum bereits nach wenigen Beats zu Füßen. Sie ist eindrucksvoll gelungen.

Bewusst hatte Susi Goricnik, besser bekannt als Susi Raith, den „Keller No. 10“ für den ersten offiziellen Auftritt ihrer neuen Formation „Susi & die Spiesser“ ausgewählt. „Ich wollte hier schon immer mal spielen“, hatte sie im Vorfeld der Veranstaltung im Gespräch mit der Mittelbayerischen betont. Die Premiere in der schnuckeligen Kleinkunstbühne an der Naab war der Start einer langen Tour durch ganz Bayern. Insgesamt 20 Auftritte sind bis August geplant. Der Bandname war übrigens beim Aufräumen nach einer Probe entstanden. „Oberspießer“ Sebastian Stitzinger (Keyboard) ist nämlich sehr „aggradd“ beim Kabelaufrollen.

„Die Zeit war reif für Neues“, sagte Susi Raith, die von 2003 bis 2019 zusammen mit ihrer Schwester Tanja und Andi Blaimer so ziemlich alle bayerischen Kulturbühnen kennenlernen konnte. Jetzt war es endlich so weit.

Susi Raiths Vita

  • 2003 bis 2019:

    Raith-Schwestern und da Blaimer

  • 2003:

    Mitglied der Mundarth ageh Regensburg

  • 2006:

    Kulturbotschafterin des Landkreises Cham

  • Seit 2007:

    Dozentin für Kultur und Brauchtum

  • 2020:

    Susi & die Spiesser

Lange hatte sich die Band auf diesen Augenblick vorbereitet. Der Song „Frei“ schien die Sehnsucht nach diesem Projekt perfekt widerzuspiegeln. „Wir sitzen da und san so frei. Die Zeit’n san vorbei. S‘ Karussell draht se im Kopf. Alles ist so nei …“ Auch einige nachdenkliche Nummern waren dabei. Trotzdem wurde es kein langweiliger Konzertabend. Im Gegenteil. Die Texte waren äußerst anspruchsvoll. Und die sehr filigrane Begleitmusik der beiden Gitarristen Jochen Goricnik und Jörg Willms, komplettiert mit sanften Klängen von Sebastian Stitzinger am Keyboard, machten das Bühnenwerk zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

Manchmal „is das Leb’n a Freid; und manchmal a G’schieß“ – obwohl es gar nicht viel braucht, um glücklich zu sein. „Verschenk dein Lachen“ war unter anderem einer ihrer in wunderschöne Darbietungen verpackten Appelle an das Publikum. Die nächsten Appelle gab es gleich hinterher: Niat verbiag’n lassn und niat kapitulier’n!“ Mal sind sie Spießer, mal Genießer, wie sie gleich in ihrem ersten Song klarstellten. Sie sind eben, wie sie sind. Manchmal ruhig, manchmal „voglwuid“.

Das Nachdenken über die „guten alte Zeiten“ fördert bei Musikern eigentlich immer Stoff für neue Songs. Manchmal entstehen gute Songs einfach auf der Terrasse, inspiriert vom Sommerfeeling. Und manchmal entsteht dabei sogar ein Liebeslied: „Ohne Di is alles so fad. In meinem Herzen is so stad.“ – „Es war total schön. Super!“, hat Susi Raith hinterher gesagt.

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