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Jubiläum

Sorgen zum AWO-Geburtstag

Vorsitzende Ulrike Roidl schlägt wegen sinkender Mitgliederzahlen Alarm. Die Aufgaben des Verbands haben sich gewandelt.
Von Rudolf Hirsch

Die Delegierten wählten einen neuen Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt Schwandorf-Mitte mit Ulrike Roidl (5.v.r.) an der Spitze. Foto: Rudolf Hirsch
Die Delegierten wählten einen neuen Kreisvorstand der Arbeiterwohlfahrt Schwandorf-Mitte mit Ulrike Roidl (5.v.r.) an der Spitze. Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Die Arbeiterwohlfahrt hat sich zu einem Spitzenverband der sozialen Wohlfahrtspflege entwickelt“, heißt es im Film, der an die Gründung vor 100 Jahren erinnert. Vorsitzende Ulrike Roidl zeigte die Bilder bei der AWO-Kreisversammlung am Samstag im Vereinsheim der Eichhornschützen. Sie kündigte eine Jubiläumsfeier mit Ausstellung und Schülerprojekt an.

Vom 27. Januar bis 15. Februar 2020 wird in den Räumen der Sparkasse eine Wanderausstellung des Bundesverbandes zu sehen sein, die der Kreisverband mit eigenen Stellwänden ergänzt. Geplant ist auch ein Beitrag von Schülern des Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasiums Schwandorf, die in einem Praxis-Seminar an die Geschichte der Arbeiterbewegung erinnern wollen.

Unter dem Dach des Kreisverbandes Schwandorf-Mitte haben sich die Ortsverbände Schwandorf, Fronberg, Wackersdorf, Dachelhofen, Klardorf, Pfreimd und Oberviechtach mit aktuell 614 Mitgliedern zusammengeschlossen. Das sind 109 weniger als bei der letzten Kreisversammlung vor vier Jahren. Ulrike Roidl sprach von einem „dramatischen Abwärtstrend“. Lediglich der Ortsverein Oberviechtach habe seine Mitgliederzahlen halten können. Die Gewinnung neuer Mitglieder zählt die Kreisvorsitzende zu den großen Herausforderungen der nächsten Jahre.

Ein neues Konzept

Die Aufgaben des Wohlfahrtsverbandes haben sich gewandelt. Stand früher die Betreuung vorwiegend älterer Mitglieder im Vordergrund, so liegt der Schwerpunkt heute in der Kinderförderung. „Die AWO hat sich hier zu einem anerkannten Träger von Betreuungseinrichtungen entwickelt“, stellte Ulrike Roidl fest. Der Verband sei zusammen mit der Eltern-Kind-Initiative Träger zweier Krippen, betreibe einen Schülerhort und engagiere sich in der Mittagsverpflegung und Nachmittagsbetreuung an den Schulen. Der AWO-Kreisverband werde auch die Trägerschaft des Kinderhauses in Fronberg mit Krippe und Kindergarten übernehmen, kündigte die Vorsitzende an.

Das Gremium

  • Vorstand:

    Kreisvorsitzende Ulrike Roidl wurde einstimmig im Amt bestätigt. Neu ist ihr Stellvertreter Manfred Zenger..

  • Weitere Mitglieder:

    Dem Kreisvorstand gehören Manfred Schüller, Schriftführer Rudolf Hirsch sowie die Beisitzer Elisabeth Beer-Klatt, Heidi Faderl, Emmy Graf, Angelika Weiler, Norbert Süß, Maria Maget, Michael Welnhofer, Waltraud Huber und Karin Flierl an.

Das pädagogische Konzept der Kinderkrippe „Stadtzwerge“ zur musikalischen Frühförderung hat die Verantwortlichen der Sparda-Bank dermaßen überzeugt, dass sie zur Anschaffung von Instrumenten einen Betrag von 9000 Euro gespendet haben. Die Kinder singen, musizieren und tanzen zu den Klängen, die sie selber erzeugen. Leiterin Andrea Müller möchte schon die Kleinsten mit einfachen Musikinstrumenten vertraut machen und bei ihnen das Interesse an der Musik wecken. Sie holt sich dazu auch Hilfe von außen und arbeitet mit der städtischen Musikschule zusammen.

Der AWO-Kreisverband Schwandorf-Mitte beschäftigt über 50 Mitarbeiter mit der pädagogischen Gesamtleiterin Andrea Müller sowie den Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle, Daniela Friedrich, Susanne Siml und Simone Radowski, an der Spitze. „Als moderner Sozialpartner treten wir weiterhin für eine solidarische Gesellschaft ein“, erklärte die Kreisvorsitzende.

Ein Herz für die Schwachen

Die Arbeiterwohlfahrt sei „vielfältig unterwegs und überall dort, wo sie gebraucht wird“, bestätigte MdB Marianne Schieder. Der Verband kümmere sich vor allem um jene Menschen, „die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“. Das Herz der AWO schlage für die sozial Schwachern, so Schieder. Aus dem Bericht der Buchführerin Susanne Siml ging hervor, dass der Kreisverband über ein solides Finanzpolster verfüge. Die gute finanzielle Ausstattung habe den Kreisverband auch zu einer Erhöhung der Tariflöhne für seine Mitarbeiter bewogen, stellte Kreisvorsitzende Ulrike Roidl.

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