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Ratschlag

SPD geißelt die „Selbstbeweihräucherung“

Altlandrat Volker Liedtke empfahl den Genossen in Burglengenfeld in seiner leidenschaftlichen Rede, „mehr Kante zu zeigen“.
Von Josef Schaller

2. Bürgermeister Franz Brunner aus Maxhütte, Altlandrat Volker Liedtke, Burglengenfelds SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Dantl und Matthias Haberl aus Teublitz (von links) gingen hart mit der CSU ins Gericht.
2. Bürgermeister Franz Brunner aus Maxhütte, Altlandrat Volker Liedtke, Burglengenfelds SPD-Ortsvorsitzender Wolfgang Dantl und Matthias Haberl aus Teublitz (von links) gingen hart mit der CSU ins Gericht.

Städtedreieck. Beim Politischen Aschermittwoch der SPD im Städtedreieck in der Burglengenfelder Stadthalle gingen die Ortsvereine mit der CSU und ihren drei Bürgermeister(-innen) hart ins Gericht. Altlandrat Volker Liedtke befasste sich bei seiner leidenschaftlichen Rede kurz mit einer Nachbetrachtung der Kommunalwahl – die ein „Fass voller Wermutstropfen“ waren. Eine klare Standortbestimmung leitete er zudem aus der „großen Politik“ auf die kommunale Ebene ab: „Die SPD muss wieder mehr Kante zeigen und an Profil gewinnen.“

Zuvor hatte der Burglengenfelder SPD-Ortsvorsitzende Wolfgang Dantl der CSU im „Faktencheck“ das Durchfallen attestiert. Glaube man der CSU, möchte man meinen, dass allein die Existenz schwarzer Bürgermeister und Landräte allerorts blühende Landschaften schaffe. Schaue man genau hin, merke man, wie viel „heiße Luft“ von den meisten produziert werde.

Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: „Die permanent zur Schau gestellte, gockelhafte Selbstbeweihräucherung der CSU in Burglengenfeld schreit förmlich nach Behandlung am Aschermittwoch“, sagte Dantl. Man könnte meinen, dass die CSU seit Mai alles allein macht. Man lese nur von „Wir haben“ und „Wir können“ – angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat stellte der SPD-Vorsitzende klar: „Gar nichts können sie alleine!“

Dantl kritisierte die Darstellung der Stadt durch Bürgermeister Thomas Gesche aufs Schärfste: „Das ist eine reine Katastrophe.“ Abschreckendes Beispiel sei der BR-Bericht in der Sendung Kontrovers. Der Bürgermeister habe sich in der einzigen Straße in der Altstadt filmen lassen, die noch nicht saniert ist, und über Zockerei und Spekulation schwadroniert. Dazu in Großaufnahme bröckelnde Bordsteine und desolates Kopfsteinpflaster.

Damit werde, so Dantl, ein Bild suggeriert, dass Burglengenfeld verfällt, verschuldet ist und dass demnächst alles zugesperrt wird. Zudem unterstellte der SPD-Vorsitzende dem „immer netten Thomas Gesche“ Planlosigkeit bei der Frage, wohin er die Stadt steuern wolle und stufte ihn in Sachen Regieren sogar als „Totalausfall“ ein.

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende aus Teublitz, Matthias Haberl, kritisierte die schlechte Zusammenarbeit mit Bürgermeisterin Maria Steger. Notwendige Informationen würden oft erst in den Stadtratssitzungen zur Verfügung gestellt – was Stadträte bei wichtigen Entscheidungen in Zugzwang bringe. Die SPD habe sich für ein Gewerbegebiet mit einem Branchenmix stark gemacht. Ein Angebot, bei einer gemeinsamen Klausur Zukunftsthemen zu besprechen, sei leider von der CSU abgelehnt worden. Der zweite Bürgermeister aus Maxhütte-Haidhof, Franz Brunner, war offensichtlich noch in Faschingslaune und präsentierte seinen Aschermittwochsbeitrag als Büttenrede in Reimform. „A riesige Gewitterwolk’n zog über uns hin und zwoa schwarze Emanzn hocka en de Rathäuser drin.“ Oder: „Halt am Bahnhof da Zug, na steig’n d’Leit gar ned aus, weil’s Angst ham, sie san in Russland und da Kriag bricht glei aus.“ Oder: „Am Anfang war für d’Susi alles ganz leicht, durch die Vorarbeit von Detlev Richter hod sie viel erreicht.

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