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Nominierung

SPD stellt eine „bunte Gruppe“ zur Wahl

Die Burglengenfelder Genossen stellen sich nach Eklat um Bürgermeister Karg hinter Bernhard Krebs. Eine Listenverbindung mit der BWG wurde abgelehnt.
Von Harald Kuchler

Die Stadtratskandidaten der SPD Burglengenfeld für die Kommunalwahl 2014 mit Bürgermeisterkandidat Bernhard Krebs (3. v. r. vorne) Foto: Kuchler

Burglengenfeld.Als eine „bunte Gruppe mit gestandenen Persönlichkeiten“ charakterisierte Ortsvorsitzender Bernhard Krebs die Stadtratskandidaten der SPD für die Kommunalwahl 2014. Die 24 Plätze umfassende Vorschlagsliste der Vorstandschaft wurde bei der SPD-Nominierungsversammlung am Donnerstagabend von 57 Mitgliedern bei 60 abgegebenen Stimmen angenommen. Die Genossen zeigten damit die Geschlossenheit, die sich Bürgermeisterkandidat Krebs gewünscht hatte.

Spannung lag in der Luft in der bis auf den letzten Platz mit Mitgliedern und interessierten Bürgern gefüllten Gaststätte der Stadthalle, als Krebs ans Rednerpult trat. War doch erst am Dienstag dieser Woche der Streit zwischen dem amtierenden SPD-Bürgermeister Heinz Karg und Krebs um die Frage, ob Karg noch einmal auf der SPD-Liste für den Stadtrat kandidieren dürfe, öffentlich eskaliert. Karg hatte gesagt, dass Krebs und SPD-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Dantl ihm klargemacht hätten, dass er auf der SPD-Liste nicht mehr erwünscht ist, da seine Rolle in der künftigen Fraktion sonst zu dominant sei. Karg und die amtierenden SPD-Stadträte Theo Lorenz und Evi Vohburger wollen nun auf der Liste der BWG (Burglengenfelder Wählergemeinschaft) kandidieren.

In seiner Rede wiederholte Krebs aber weitgehend nur das, was er schon in einer Pressemitteilung am Dienstag dazu geäußert hatte. Die Zusammensetzung der Stadtratsliste der Burglengenfelder Sozialdemokraten sei „konsequent in die Zukunft gerichtet“. Es wäre deshalb das falsche Zeichen, wenn der amtierende Bürgermeister auf der Stadtratsliste kandidieren würde.

Details aus internen Gesprächen würden von ihm vertraulich behandelt, sagte Krebs. Und auf „Beleidigungen wie der Vorwurf von Theo Lorenz, ich sei scheinheilig“, reagiere er grundsätzlich nicht. An der Strategie der SPD ändere sich nichts: „Es ist unser Ziel, die Arbeit der Burglengenfelder Sozialdemokraten und von Heinz Karg fortzuführen – die Sicherung der Kontinuität ist eine zentrale Aufgabe unserer Politik.“

Zur Umsetzung dieser Ziele habe er Persönlichkeiten für die Liste gewonnen, die glaubwürdig und tief in der Stadt Burglengenfeld verwurzelt seien und unterschiedlichstes Wissen und Erfahrungen einbringen „ob als Geschäftsfrau, Unternehmer, Organisator von Konzerten und Ausstellungen, Schiedsrichter, Kindergärtnerin oder ehrenamtlicher Vorsitzender.“ Neben sechs amtierenden Stadträten finden sich auf der Liste als Neulinge unter anderem Wifo-Vorsitzende Sabine Ehrenreich, der Kunstgeschichtler und Germanist Dr. Sebastian Karnatz, der Musiker Hans Deml und ASV-Trainer Matthias Bösl.

Auch einige inhaltliche Punkte griff Krebs aus dem Wahlprogramm heraus: eine kontinuierliche Bürgerbeteiligung, ausreichend Wohnraum für Senioren und die Einrichtung eines städtischen Kooperations-Büros, einer Art Ideen- und Hilfsbörse.

Mit ihrem eindeutigen Votum zeigten die Mitglieder, dass sie die Entscheidung von Krebs mittragen, Bürgermeister Karg nicht mehr auf die Liste zu setzen. Wortmeldungen oder Kritik gab es nach seiner Rede nicht. Lorenz, Vohburger und Karg waren selbst nicht anwesend. Nur in einem Punkt folgten die Mitglieder ihrem Vorsitzenden nicht: Den Vorschlag von Krebs, wieder die Möglichkeit einer Listenverbindung mit der BWG zu schaffen, lehnte eine knappe Mehrheit ab. Befürwortet wurde dagegen eine Listenverbindung mit den Grünen. Zum Bürgermeisterersatzkandidaten wurde Dr. Sebastian Karnatz gewählt.

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