MyMz
Anzeige

Schule

Spitzenleistungen sollen Schule machen

Als eine von bundesweit 300 Schulen beteiligt sich das Schwandorfer Gymnasium an einer Initiative zur Begabtenförderung.
Von Hubert Heinzl

Schon vor der Initiative „Leistung macht Schule“ wurden besonders interessierte Schüler am CFG besonders gefördert − wie hier beim IJSO-HerbstCamp 2016 in Regensburg. Foto: Silke Höger
Schon vor der Initiative „Leistung macht Schule“ wurden besonders interessierte Schüler am CFG besonders gefördert − wie hier beim IJSO-HerbstCamp 2016 in Regensburg. Foto: Silke Höger

Schwandorf.Das Treffen in Berlin war hochrangig besetzt: Bundesbildungsministerin Johanna Wanka hielt die Begrüßungsrede, Vertreter der Kultusministerkonferenz waren zugegen und hochkarätige Referenten. Doch die Hauptrolle spielten Abgesandte von 300 Schulen aus ganz Deutschland, die an der Bund-Länder-Initiative „Leistung macht Schule“ mitwirken.

Interessierter Teilnehmer der Auftaktveranstaltung in der Bundeshauptstadt war am Dienstag auch Francisco García, stellvertretender Schulleiter am Schwandorfer Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium. Denn als eine von 47 Schulen in Bayern hat auch das CFG den Zuschlag für die auf zehn Jahre angelegte Initiative bekommen. In der Oberpfalz sind sonst nur das Kepler-Gymnasium in Weiden und die Realschule Neunburg v. Wald dabei.

MINT und „ScienceCamps“

Mit dem Projekt wollen Bund und Länder besonders leistungsstarke Schülerinnen und Schüler fördern, doch das Wort von der Elite nehmen Schulleiter Dr. Johannes Werner, sein Stellvertreter Francisco García und Koordinator Florian Meier, die das Thema in Schwandorf vorantreiben wollen, nicht in den Mund. Sie sprechen lieber von „besonders interessierten Schülern“, deren gezielte Unterstützung der Schule schon seit Jahren am Herzen liege. Wettbewerbe in Mathematik oder unter dem Motto „Experimente antworten“ stehen hoch im Kurs; das Gymnasium ist MINT- und Digitale Schule; 2016 hat das CFG „ScienceCamps“ für Gymnasiasten an der OTH Amberg-Weiden initiiert. Und schon vor zwei Jahren benannte das Gymnasium auf Anregung des Ministerialbeauftragten zwei Lehrkräfte als Mentoren und Ansprechpartner für hochbegabte Schüler.

CFG Schwandorf im Profil

  • Schüler:

    Die Neuanmeldungen am CFG Schwandorf sind laut Schulleiter Dr. Werner auf aktuell 106 Schüler(innen) in vier Eingangsklassen gestiegen. Die Gesamtschülerzahl liegt bei 659.

  • Ausrichtung:

    Im CFG werden gibt es einen naturwissenschaftlich-technischen und einen sprachlichen Zweig. Das Schwandorfer Gymnasium ist als MINT-Schule und als Digitale Schule zertifiziert.

  • Projekte:

    Schon vor der Initiative „Leistung macht Schule“ gab es am CFG Projekte zur Begabtenförderung. 2016 wurden in Zusammen mit der OTH Amberg-Weiden die „ScienceCamps“ initiiert. (hh)

„Das hat uns natürlich geholfen bei der Bewerbung“, sagt Schulleiter Dr. Werner. Umgekehrt erhofft man sich am CFG von der bundesweiten Aktion natürlich wichtige Impulse, um die Bemühungen an der Schule zu verstetigen. Nicht zuletzt geht es ums Geld: 125 Millionen Euro stehen für die Initiative „Leistung macht Schule“ bundesweit zur Verfügung. Wieviel in welchem Zeitraum für welche Projekte abfällt, ist aber noch völlig unklar. Immerhin: „Zwei zusätzliche Lehrerstunden pro Woche werden bereits jetzt ermöglicht“, sagt Dr. Werner.

Schulleiter Dr. Johannes Werner, Koordinator Florian Meier und Vize Francisco García (v. li.) basteln an einem Konzept. Foto: Heinzl
Schulleiter Dr. Johannes Werner, Koordinator Florian Meier und Vize Francisco García (v. li.) basteln an einem Konzept. Foto: Heinzl

Die Vorarbeiten haben längst begonnen. Bei einem Elternabend im Dezember wurde das Konzept der Begabtenförderung vorgestellt, und interessierte Schülerinnen und Schüler konnten sich melden. 32 junge Leute stehen bisher bei Koordinator Florian Meier auf der Liste, „aber das ist keine feststehende Größe. Die Gruppe ist noch offen“, so Schulleiter Dr. Werner. Gefragt sind nach seinen Worten natürlich gute schulische Leistungen, aber es geht auch um die Entfaltung des persönlichen Potenzials. Dem diente zum Beispiel ein externer Kommunikationstrainer, den das CFG für zwei Stunden eingeladen hat. So richtig knobeln kann eine Schülergruppe bei der Firma Horsch, wo man zurzeit gemeinsam an messtechnischen Problemen tüftelt.

„Bis 19. Februar wollen wir uns Teilkonzepte überlegen, die für das CFG in Frage kommen.“

Francisco García

Solche Aktionen wird es noch viele geben, das steht schon jetzt fest. Welche Richtung das CFG mit seinem langfristigen Schulversuch grundsätzlich einschlagen will, muss aber erst noch festgelegt werden. „Bis 19. Februar wollen wir uns Teilkonzepte überlegen, die für das CFG in Frage kommen“, sagt stellvertretender Schulleiter García. Ein Ansatzpunkt könnte das Thema „Werte und Persönlichkeitsentwicklung“ sein, ein weiterer ein Ausbau des Mentorensystems. Möglicherweise entscheidet sich die Schule aber auch, einen Akzent auf besonders sprachbegabte Schüler zu setzen und den naturwissenschaftlichen Schwerpunkt am CFG durch eine gezielte Förderung in den Fächern Deutsch oder Englisch zu ergänzen. „Uns als Gymnasium noch breiter aufzustellen, das wäre mir wichtig“, betont Schulleiter Dr. Werner.

Eine spannende neue Phase

Wenn Schulleitung und Kollegium sich auf eine generelle Fahrtrichtung geeinigt haben, muss das Konzept noch mit den anderen Akteuren abgestimmt werden. Denn dass im Extremfall 300 Schulen in Deutschland dieselben oder ähnliche Schwerpunkte setzen, macht wenig Sinn. Und profitieren von den einzelnen Erkenntnissen sollen ja möglichst alle. Im neuen Schuljahr 2018/2019, schätzt Francisco García, könnte am CFG die spannende neue Phase beginnen. Spannend für die Schüler – aber nicht weniger auch für die Lehrkräfte.

Mehr Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht