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Sitzung

Stadtrat segnet Neuplanung ab

Der Ensembleschutz setzt sich durch: Der Erweiterungsbau für das Neunburger Rathaus wird an das Nachbarhaus angeglichen.
Von Ralf Gohlke

Der überarbeitete Erweiterungsbau für das Neunburger Rathaus soll Ende 2020 fertiggestellt sein.  Grafik: Büro Steidl
Der überarbeitete Erweiterungsbau für das Neunburger Rathaus soll Ende 2020 fertiggestellt sein. Grafik: Büro Steidl

Neunburg.Bereits im Juni 2018 hatte der Stadtrat den Bauentwurf für den Anbau an das alte Rathaus gebilligt. Allerdings bestanden die Fachbehörden im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens auf die Einhaltung der Richtlinien der Gestaltungsfibel, welche die Stadt 1999 erlassen hatte, um Bausünden im Altstadtensemble zu vermeiden. Demnach erschien den Behörden die Planung in manchen Bereichen als „zu modern“. Davon betroffen waren vor allem die Dachform und die Sprossenaufteilung der geplanten Fenster.

Weniger Tageslicht in Büros

Aufgrund der notwendigen Änderungen war erneut eine umfassende Prüfung des Brandschutznachweises erforderlich. Nach deren Abschluss hat das Planungsbüro nun den genehmigungsfähigen Entwurf dem Stadtrat zur nochmaligen Entscheidung vorgelegt. Architekt Michael Steidl erläuterte ihn. Bürgermeister Martin Birner wies noch darauf hin, dass das baubegleitende Gremium an den Änderungen beteiligt gewesen sei.

„Das Dach wird jetzt in Form eines Mansardendaches ausgeführt, ähnlich dem des Nachbargebäudes“, erklärte Michael Steidl. Gleiches gelte für die Sprossung der Fenster. Dabei müsse in Kauf genommen werden, dass die Lichtausbeute in den Büros etwas geringer werde. Die Raumaufteilung als solche werde davon aber nicht berührt.

Zum Zeitplan teilte er mit, dass die Ausschreibung für den Rohbau bereits fertiggestellt wurde. Noch im Dezember solle der Abbruch des ehemaligen „Kunstquartiers“ (Perlinger Anwesen) erfolgen. Der Erweiterungsbau soll im Dezember 2020 fertig werden. Die Sanierung des Altbaus beginne im Frühjahr 2021, die komplette Fertigstellung sei bis November 2021 vorgesehen. Der Stadtrat billigte das weiteren Vorgehen mit 18 gegen zwei Stimmen.

Diskussionsbedarf gab es im Anschluss bei der Vorstellung des Planentwurfs für das neue Feuerwehrgerätehaus in Kemnath/Fuhrn. Johannes Steidl hatte den Entwurf auf der Basis des Raumprogramms für Gerätehäuser vorgestellt. Das Gebäude war in zwei Funktionsbereiche aufgegliedert, in eine Fahrzeughalle mit zwei Stellplätzen und einen Anbau mit den übrigen Funktionsräumen, der in der Höhe reduziert und etwas seitlich versetzt werden sollte.

Zeitplan Rathaus

  • Oktober/November 2019:

    Ausschreibung und Vergabe der Baumeisterarbeiten, Abbruch und archäologisch Bodenuntersuchung,

  • Dezember 2020:

    Fertigstellung des Erweiterungsbaus

  • Frühjahr bis Herbst 2021:

    Umbau und Sanierung des alten Gebäudes.

  • November 2021:

    Fertigstellung

Was die Wortmeldungen der Stadträte auslöste, waren die errechneten Kosten von rund 681 000 Euro, die sich plus Nebenkosten (16,4 Prozent) auf rund 800 000 Euro belaufen könnten. Abzüglich der pauschalen Förderung von rund 115 000 Euro und einer möglichen Eigenleistung von rund 100 000 Euro blieben immer noch rund 580 000 Euro plus der Nebenkosten.

Im Raum stand eine Summe von 450 000 Euro einer ursprünglichen Kostenschätzung, von der aber auch Geschäftsleiter Georg Keil nicht sagen konnte, von wem diese ausgegangen sei. Michael Steidl erläutert das jetzt ermittelte Zahlenwerk noch einmal in Bezug auf 1600 Kubikmeter umbauten Raum zu einem derzeit üblichen Preis von 428 Euro je Kubikmeter.

Planung abgelehnt

Die Stadträte forderten quer durch alle Fraktionen, nach Möglichkeiten für Einsparungen zu suchen. 2. Bürgermeisterin Margit Reichl, zugleich Feuerwehrbeauftragte, meinte sogar, man bräuchte dafür keine architektonischen Highlights, ein einfacher Zweckbau würde durchaus genügen. Kritik übte sie unter anderem an der geplanten Holzfassade für den hinteren Teil des Gebäudes. Letztendlich wurde die Planung mit 11:9 Stimmen abgelehnt. Damit verbunden wurde der Auftrag an die Bauverwaltung und den Planer, zusammen mit der Dorfgemeinschaft, und der Feuerwehrbeauftragten nach zusätzlichen Einsparungsmöglichkeiten zu suchen.

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