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Bildung

Stiftungspreis schafft Anreize

Mit eigenem Vermögen anderen Menschen zu mehr Bildung zu verhelfen ist das Ziel der Dr. Heio und Brita Steffens Stiftung.
Von Ralf Gohlke

Eine Reihe vom Vorhaben, wie die Neuanlage eines Kräutergartens, trägt die Dr. Steffens-Stiftung im Seebarner Heimatmuseum mit. Foto: Helga Probst
Eine Reihe vom Vorhaben, wie die Neuanlage eines Kräutergartens, trägt die Dr. Steffens-Stiftung im Seebarner Heimatmuseum mit. Foto: Helga Probst

Dieterskirchen.Im Prinzip gibt es in Deutschland kaum etwas, das nicht hinreichend beschrieben oder exakt definiert ist. Eine Ausnahme davon bildet der Begriff der „Stiftung“. Dafür gibt es tatsächlich keine offizielle Definition, was nicht heißt, dass es auch keine rechtsverbindlichen Regelungen gibt. Die Bezeichnung „Stiftung“ umfasst mehrere Rechtsformen, die sich in verschiedenen Ausprägungen unterscheiden. Stiftungen bieten die Möglichkeit, einen qualitativen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. In der öffentlichen Liste des Landesamtes für Statistik sind allein für die Stadt Neunburg fünf unterschiedlich ausgerichtete Stiftungen aufgelistet.

Viele Gründe zu „stiften“

Es gibt mannigfache Gründe und verschiedenste Motivationen, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Stiften bedeutet vordringlich, ein Vermögen auf Dauer einem bestimmten Zweck zu widmen. Das kann deshalb erfolgen, weil ein Stifter sein Engagement für einen bestimmten, von ihm als wichtig erkannten Zweck langfristig sichern möchte.

Seminarleiter Stefan Bauer (links) nahm den Scheck über 1000 Euro vom Stifter Dr. Heio Steffens entgegen. Foto: ggo
Seminarleiter Stefan Bauer (links) nahm den Scheck über 1000 Euro vom Stifter Dr. Heio Steffens entgegen. Foto: ggo

Die Rechtsform der Stiftung bietet eine Reihe steuerrechtlicher Vorteile und kann auch als Erbe eingesetzt werden, soweit es an solchen mangeln würde. Manche Stifter nutzen die Stiftung, um im Alter, ihre Freizeit aktiv zu gestalten oder ein Lebenswerk zu wahren. Als ideelle Motive bieten sich der Beruf, ein Hobby, Heimatverbundenheit, persönliche Betroffenheit in einer besonderen Situation oder schlicht „Dankbarkeit für ein gelungenes Leben“, an.

Zu den fünf Neunburger Stiftungen zählt auch die „Dr. Heio und Brita Steffens Stiftung“, die am 11. April 2013 aus der Taufe gehoben wurde. Ihr rechtlicher Status ist eine allgemeine, nicht-kommunale Stiftung, im Gegensatz zur Neunburger Spitalstiftung, die eine örtliche Stiftung darstellt.

Die Dr. Heio und Brita Steffens Stiftung unterstützt zwei Projekte in der Region. Das eine ist der Denkmalschutz und die Denkmalpflege, die Heimatpflege und Heimatkunde sowie das traditionelle Brauchtum, das vornehmlich durch den Heimatverein Seebarn getragen wird. Ein Teil der Stiftungsmittel fließt dabei zum Beispiel in bauliche Maßnahmen in und am Museum, Werbemaßnahmen oder Projekte, wie die Neuanlage eines Kräutergartens.

Dr. Heio und Brita Steffens Stiftung

  • Die Stiftung

    Die Stiftung führt den Namen „Dr. Heio und Brita Steffens Stiftung“. Sie ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Sitz in Neunburg vorm Wald. Diese Stiftung ist gemeinnützig. Spendenkonto Dr. Heio und Brita Steffens Stiftung: IBAN-Nr.: DE 9475 0611 6800 0031 4668 ; BIC: GENODEF1SWN

  • Hauptaufgabe

    Der Zweck der Steffens-Stiftung ist die Förderung der Wissenschaft und Forschung, der Volks- und Berufsbildung, des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege, der Heimatpflege und Heimatkunde sowie des traditionellen Brauchtums im Wesentlichen durch die Unterstützung der Sternenfreunde Dieterskirchen e.V. und des Heimatvereins Seebarn e.V.

Weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt wurde die Stiftung durch den Bau und den Unterhalt der Volkssternwarte mit Planetarium in Dieterskirchen. Sie fällt unter die Rubrik „Förderung der Wissenschaft und Forschung, der Volks- und Berufsbildung“ im Stiftungszweck. Getragen wird sie vom Verein der Sternenfreunde Dieterskirchen.

Sie liegt dem Stiftungsgründer, Dr. Heio Steffens besonders am Herzen. „Die Astronomie ist die älteste aller Wissenschaften. Vieles, was uns heute an Fortschritt umgibt, verdanken wir der intensiven Erforschung des Weltraumes“, erklärt er dem Reporter unseres Medienhauses im Gespräch am Rande der Verleihung des Stiftungspreises 2017.

Bislang drei Preisträger

Daraus ergäbe sich ein unwahrscheinlich großes Feld für weitere, interessante Forschungen und Entdeckungen, vielleicht sogar die Entdeckung eines erdähnlichen Planeten. Darum sei es für ihn so wichtig, vor allem Schulen für das weite Feld der Astronomie zu begeistern. Schon heute böten sich für junge Menschen in Forschung und Technik unendlich viele Möglichkeiten für eine berufliche Zukunft.

„Dafür einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, war unsere Motivation, jährlich einen Stiftungspreis auszuloben“, so Steffens. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert. Bewerben können sich dafür sowohl Schulen, Seminare, Projektgruppen oder einzelne Schüler, die im Lehrfach Physik oder Astronomie eine besondere Leistung erzielt haben.

Der erste Preisträger war 2015 der damals erst 13-jährige Richard Brockmann vom Regentalgymnasium Nittenau, der sich mit „Schattenspielen im All – die Sonnenfinsternis“ beschäftigt hatte. Ihm folgte 2016 Christian Knutsen (19). Der Schwandorfer Gymnasiast hatte mit der „interaktiven Simulation von Keplerbahnen“ die Juroren der Sternenfreunde überzeugt.

Am Dienstag erhielt nun die Projektgruppe des Johann-Michael-Fischer Gymnasiums aus Burglengenfeld den Preis für ihren maßstabgerechten „Planetenweg“ beim Saltendorfer Weiher (die MZ berichtete ausführlich).

Dazu gratulierte auch der Vorsitzende der Sternenfreunde, Hans Köppl. Eine Führung durch die Sternwarte krönte die Verleihung.

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