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Streik in Asklepios Klinik Lindenlohe

Am Mittwoch wird in Schwandorf gestreikt. Die Belegschaft der Orthopädischen Klinik fordert Tarifverträge.
Von Marina Wudy

Am 13. und 18. November wird in der Asklepios Orthopädischen Klinik Lindenlohe gestreikt. Foto: Patrick Seeger/dpa
Am 13. und 18. November wird in der Asklepios Orthopädischen Klinik Lindenlohe gestreikt. Foto: Patrick Seeger/dpa

Schwandorf.Die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat haben einen Teil der Belegschaft der Asklepios Orthopädischen Klinik für Mittwoch, 13. November, zum Streik aufgerufen. Von 0 bis 24 Uhr sollen mehrere Bereiche bestreikt werden. Laut Gewerkschaftssekretärin Manuela Dietz beteiligen sich rund 30 Mitarbeiter an dem Streik. Betroffen ist vor allem der OP-Bereich. „Der OP steht komplett still, das ganze Team streikt“, sagt Dietz. Trotzdem sei laut Mitteilung der Klinikleitung während der Streikmaßnahmen die bestmögliche Behandlung und Betreuung von Patienten gewährleistet.

Klinikleitung verweigert sich Tarifgesprächen mit der Gewerkschaft

Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte, geht es bei dem Streik darum, dass sich der private Krankenhauskonzern Asklepios seit der Übernahme der Klinik Lindenlohe im Jahr 2004 Tarifverhandlungen mit der Gewerkschaft komplett verweigert hat. Zwar legte die Klinikleitung dem Betriebsrat im Rahmen von Verhandlungen im Oktober ein Eckpunktepapier mit Vorschlägen zu Verbesserungen von Arbeitszeiten und Gehältern vor. Doch eine tarifliche Regelung von Gehältern und Arbeitszeiten lehnt Asklepios ab.

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Verdi droht mit Streik in Lindenlohe

Die Gewerkschaft pocht in Schwandorf auf einen „fairen Tarifvertrag“. Die Klinikleitung präsentiert eigene Vorschläge.

Dieses Vorgehen ist laut Gewerkschaftssekretärin und Streikleiterin Manuela Dietz nicht rechtens. Denn Löhne und Gehälter in Krankenhäusern und Kliniken seien in Deutschland üblicherweise über Tarifverträge geregelt. Nur Tarifverträge würden eine branchenübliche Bezahlung und Rechtssicherheit bei Themen wie Arbeitszeiten, Urlaub und Gehältern gewährleisten. Die Regelung dieser Rahmenbedingungen für Beschäftigte über eine Betriebsvereinbarung sei in Kliniken hingegen nicht üblich. Laut Manuela Dietz habe das Vorgehen von Asklepios deshalb für besonderen Unmut in der Belegschaft der Lindenloher Klinik gesorgt.

Vorgehen von Asklepios stößt auf Unverständnis in der Belegschaft

„Die Belegschaft sieht ja, dass die Klinikleitung dem Betriebsrat bereits Vorschläge vorgelegt hat – warum sie dann nicht gleich direkt mit der Gewerkschaft redet und zu Tarifverhandlungen bereit ist, verstehen die Leute nicht“, erklärt die Gewerkschaftssekretärin. Noch verwunderlicher sei das Vorgehen der Klinikleitung laut Dietz aufgrund der Tatsache, dass Asklepios bereits mit zwei anderen Kliniken in Lindau und Gauting Tarifverträge abgeschlossen habe. Dass sich die Klinik in Lindenlohe deshalb Tarifverhandlungen verweigert, kann Dietz nicht nachvollziehen.

Die Klinikleitung teilte hingegen mit, dass, anders als von Verdi dargestellt, ihr Verhalten nicht rechtswidrig sei. Vielmehr sei der Betriebsrat „gesetzlich verpflichtet, mit dem Arbeitgeber über Entlohnungsgrundsätze zu verhandeln“. Zudem handle es sich bei den Tarifverträgen in Lindau und gauting um Verbandstraifverträge, die nicht direkt mit Asklepios ausgehandelt worden seien. Sie sehe deshalb nach wie vor keine Veranlassung, mit der Gewerkschaft in Tarifverhandlungen zu treten. Für die Dauer der Streiks haben sich Klinikleitung und Gewerkschaft auf eine Notdienstvereinbarung geeinigt. Diese soll die Sicherheit von Patienten an Streiktagen gewährleisten. Am 18. November wird es laut Verdi einen weiteren Streik geben.

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