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Stadtentwicklung

Streit um das Landesjugendamt beigelegt

Bauminister Reichhart spricht ein Machtwort und gelobt, das Landesjugendamt in Schwandorf nun altstadtgerecht zu planen.
Von Reinhold Willfurth

Minister Reichhart nährt laut MdL Flierl die Hoffnung, dass der Neubau des Landesjugendamts auf dem Spitalplatz altstadtgerecht ausfällt. Foto: fu/Archiv
Minister Reichhart nährt laut MdL Flierl die Hoffnung, dass der Neubau des Landesjugendamts auf dem Spitalplatz altstadtgerecht ausfällt. Foto: fu/Archiv

Schwandorf.Der Knoten im Streit um die Bebauung des Spitalplatzes ist geplatzt. Der Neubau des Landesjugendamts werde sich dem Stadtbild am Tor zur Schwandorfer Altstadt anpassen. Außerdem schließe das Staatliche Hochbauamt die Lücken zu den Brandmauern der Beer-Anwesen. So fasst MdL Alexander Flierl (CSU) das Ergebnis eines Treffens mit dem bayerischen Bauminister Dr. Hans Reichhart (CSU) am Freitag zusammen.

Die Planung für die aus München nach Schwandorf zu verlagernde Behörde war seit Monaten blockiert, weil sich Stadt und Staatliches Hochbauamt nicht über die Bauweise einigen konnten. Das Hochbauamt hatte zunächst einen modernen, zweistöckigen Bau mit Flachdach entwerfen lassen. Im Stadtbauamt und im Stadtrat schlug man die Hände über dem Kopf zusammen. Der Entwurf widerspreche in vielen Punkten der gestrengen Altstadtsatzung, an die sich etwa private Bauherren penibel halten müssen, lautete der Hauptvorwurf aus dem Rathaus an die Planer im Amberger Amt.

Ein Streitpunkt: Der Anschluss ans benachbarte „Beer-Anwesen“

Zweiter, gewichtiger Kritikpunkt der Stadt: Das Hochbauamt hatte nicht vor, den Neubau wie von der Stadt vorgesehen an die benachbarten „Beer-Anwesen“ anzuschließen, was eine hässliche Lücke im Stadtbild hinterlassen hätte. Während die staatlichen Planer beim Baustil nachbesserten und zumindest einen Entwurf vorlegten, der der Altstadtsatzung entsprach, blieben sie in der Frage einer geschlossenen Bebauung hart. „Wir sind nicht dazu da, städtebauliche Lücken zu schließen“, sagte Roman Beer, Stellvertretender Leiter des Hochbauamts und Projektleiter für den Neubau des Landesjugendamts.

Hier sehen Sie den neuen Entwurf.

Viele Verhandlungsrunden brachten kein Ergebnis. Gegen Jahresende fühlte sich die Regierung der Oberpfalz berufen, sich als Vermittler einzuschalten. Auch danach blieben die Fronten zwischen Stadt und Staatlichem Hochbauamt verhärtet.

Auf Bitten von Oberbürgermeister Andreas Feller und der CSU-Ortsvorsitzenden Martina Engelhardt-Kopf habe er sich dann an den neuen bayerischen Bauminister gewandt, sagte Alexander Flierl am Freitag zur Mittelbayerischen.

Landesjugendamt

  • Strategie:

    Der Schwandorfer Ableger des Landesjugendamts ist Teil der Behördenverlagerung auf das Land, die der damalige Heimatminister Markus Söder vor vier Jahren angekündigt hat. Fortbildung für die Mitarbeiter der bayerischen Jugendämter, Prävention und teilweise Adoptionsvermittlung zählen zum Aufgabenbereich in Schwandorf.

  • Zahlen:

    Letzter Kostenstand: drei Millionen Euro, Arbeitsplätze: rund 20

Hans Reichhart habe dann „sehr unkompliziert und auf kurzem Wege“ entschieden, dass die Wünsche der Stadt umgesetzt werden und der Neubau des Landesjugendamts „auf städtebaulich verträgliche Weise“ vor sich gehe. „Wenn man schon innenstadtnah baut, dann muss der Bau an dieser Stelle schon zum anderen passen“, so Flierl. Jetzt müsse das Hochbauamt umplanen, damit der Neubau „so schnell wie möglich“ umgesetzt werde.

Martina Engelhardt-Kopf, die ebenso wie OB Feller beim Ministertermin dabei war, reagierte erleichtert auf die Zusage aus München. An so einer exponierten Stelle am Eingang zur Altstadt komme nur eine städtebaulich ansprechende Gestaltung infrage, die sich gut in die Altstadtkulisse einfüge. Auch die „nahtlose Bebauung“ mit dem Lückenschluss sei ein Muss.

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