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SüdOstLink: Der Vorschlag ist fix

Tennet legt den Korridorentwurf für die Starkstromtrasse ab 9. Mai im Rathaus Schwandorf aus. Dann sind Einwendungen möglich.
Von Rudolf Hirsch

Die Probebohrungen sollten Aufschluss darüber geben, wo der Regen bei Nittenau am leichtesten für den Suedostlink zu unterqueren ist. Foto: xih
Die Probebohrungen sollten Aufschluss darüber geben, wo der Regen bei Nittenau am leichtesten für den Suedostlink zu unterqueren ist. Foto: xih

Schwandorf.Die Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder (SPD) und Karl Holmeier (CSU) sind sich einig: „Wir brauchen die Stromtrassen von Norden nach Süden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten“. Sie wollen bei der Trassenführung für den Starkstromleitung Suedostlink die Bevölkerung mitnehmen und luden deshalb am Donnerstag Bürgermeister, Gemeinderäte und Verbandsvertreter zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Koller in Bubach ein.

Übertragungsnetz-Betreiber Tennet hat inzwischen bei der Bundesnetzagentur die Unterlagen für den Vorschlagskorridor von Pfreimd bis an die südliche Landkreisgrenze eingereicht. Die 50 Aktenordner liegen vom 9. Mai bis Mitte Juli im Schwandorfer Rathaus zur Einsicht aus. Auch in Regensburg können diese bei der Bundesnetzagentur (Im Gewerbepark A15; Mo-Mi 8-16, Do 8-17:30, Fr 8-13 Uhr) eingesehen werden.

„Wir werden alle Einwendungen und Vorschläge auf ihre Machbarkeit hin überprüfen“, versprach Tennet-Projektleiter Andreas Herath den Vertretern der Kommunen. Korrekturen seien auch im weiteren Verfahren möglich. Die Einwender sollen sich mit ihren Anmerkungen gleich an die Bundesnetzagentur wenden, so der Hinweis des Tennet-Vertreters. Sie sei Herr des Verfahrens und fordere vom Netzwerkbetreiber eine Stellungnahme zu den Einwendungen an.

Herath gegen Autobahntrasse

„Wie passen die Korridore unter Berücksichtigung der natur- und artenschutzrechtlichen Belange in die Landschaft?“ Das sei für die Tennet-Planer das entscheidende Kriterium gewesen. Die Frage der Trassenführung stelle sich erst in zweiter Linie, versicherte Herath. Deshalb mache für ihn der Vorschlag, die Gleichstromleitungen entlang der Autobahn zu verlegen, keinen Sinn.

Energie

Südostlink: Trassenplanung aus der Luft

Die Firma Tennet vermisst das Gebiet, durch das der Süd-Ost-Link verlaufen soll. Zum Einsatz kommen Helikopter und ein Laser.

Die Kabel werden ausschließlich unterirdisch verlegt. Dazu müssen Flüsse unterquert werden. An 15 Stellen in der Oberpfalz trieben Tennet-Techniker Bohrgestänge in die Erde und entnahmen Bodenproben. Beim Regen in der Nähe von Nittenau gibt es keine Probleme, dafür aber an der Donau. „Sie zu unterqueren, wird die größte Herausforderung“, befürchtet Herath. Er rechnet mit einem Eröffnungstermin für das Verfahren im Herbst. Bis zur Planfeststellung und Festlegung der Trassen werde noch ein Jahr vergehen.

Gleichstromtrasse

  • Korridor:

    Bei Suedostlink handelt es sich um eine Gleichstromleitung mit einer enormen Leistung von zwei Gigawatt. Sie soll die Netzverknüpfungspunkte Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt und Isar bei Landshut verbinden. Die rechtliche Grundlage bildet das Bundesbedarfsplangesetz.

  • Ausführung: Die Starkstromleitung soll ausschließlich unterirdisch verlegt werden . (xih)

Noch völlig offen sei, welche Kabel verlegt und wie breit die Trassen sein werden. „Da sind wir noch am Testen“, erklärt der Projektleiter. Die Gleichstromverbindung von Wolmirstedt bei Magdeburg bis Landshut solle Windstrom von Norden nach Süden weiterleiten. Die Korridore in Abschnitte eingeteilt. Teil C reicht mit einer Länge von 136 Kilometern von Hof bis nach Schwandorf. Suedostlink wird im Gegensatz zur regionalen Stromleitung Ostbayernring komplett unterirdisch verlegt. Ob denn das nötig sei, fragte eine Zuhörerin in der Aussprache, wo man doch die Folgen der Bodenerwärmung und des sich entwickelnden Magnetfeldes gar nicht kenne.

„Wir wollten eine größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung erreichen, deshalb haben wir uns für eine Erdverkabelung entschieden.“

Marianne Schieder (SPD)

„Die Erdverkabelung war politischer Wille“, sagte Herath. Sie komme teurer als eine überirdische Leitung und werde den Boden an der Oberfläche um zwei Grad erwärmen, so der Experte. Die Landwirte könnten die Felder aber bedenkenlos weiter bestellen. Auch die Befürchtung, das elektromagnetische Feld könne zu Störungen bei den selbstfahrenden Autos der Zukunft führen, teilt Herath nicht. „Da müssen wir uns keine Gedanken machen“, sagte der Tennet-Vertreter.

„Wir wollten eine größtmögliche Akzeptanz in der Bevölkerung erreichen, deshalb haben wir uns für eine Erdverkabelung entschieden“, erklärte Schieder. Das Netzausbaubeschleunigungsgesetz ist für Holmeier die Grundlage für einen rechtssicheren, transparenten und umweltverträglichen Ausbau des Übertragungsnetzes.

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