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Tegelgrube ab sofort geöffnet

Aus „Naturbad“ wird „Badestelle“: Abgesehen von den Corona-Auflagen ist das Naturgewässer wieder für alle zugänglich.
Von Norbert Wanner

Die Rutsche ist ebenso wie die Sprungeinrichtung abgebaut, der Seichtbereich entmarkiert: Die Tegelgrube ist jetzt „Badestelle“.
Die Rutsche ist ebenso wie die Sprungeinrichtung abgebaut, der Seichtbereich entmarkiert: Die Tegelgrube ist jetzt „Badestelle“. Foto: Norbert Wanner/Norbert Wanner

Maxhütte-Haidhof.Offenes Tor, Rutsche und Sprungbrett abgebaut, das Kleinkinderbecken gesperrt, beim Seichtbereich die Absperrmarkierung entfernt – das Bild der Tegelgrube am Mittwoch. Nur wenige Stunden, nachdem der Stadtrat bei drei Gegenstimmen entschieden hatte, aus dem „Naturbad“ eine „Badestelle“ zu machen, versicherte Alexander Spitzer, Leiter der Steuerungsstelle im Rathaus, der Mittelbayerischen, dass das Gewässer wieder „wie früher“ zugänglich ist (Öffnungszeit von 7 bis 21 Uhr). Provisorisch ist noch die neue Beschilderung, die darauf hinweist, dass es sich bei der Tegelgrube nicht um ein überwachtes Bad handelt. Doch die endgültigen Hinweistafeln sollen bald folgen.

Freizeit

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Nicht nur Corona führt an den Seen im Städtedreieck zu Einschränkungen. Es geht vor allem auch um Fragen der Sicherheit.

Während die Mitarbeiter des Bauhofs den Beschluss quasi im Sofortvollzug umsetzten, hatten die Stadträte eine Weile gebraucht, um zum Ergebnis zu kommen. Mehr als eine Stunde wurde über den einzigen Tagesordnungspunkt der Sitzung vom Dienstag in der Stadthalle zum Stichwort Tegelgrube debattiert – was auch daran lag, dass ein vorliegender Antrag von CSU/JU belegte, wie weit die Meinungen in der Frage „Badestelle“ oder „Naturbad (Vollbad)“ auseinander lagen.

Vollzug in Rekordtempo

Eingangs zeigte der städtische Beauftragte für Sicherheitsfragen, Robert Zeidler, mögliche Lösungswege in Sachen Tegelgrube mit Blick auf die Haftungsaspekte auf. Das Dilemma war bis zum Soforteinsatz des Bauhofs, dass nach den Richtlinien der „Deutschen Gesellschaft für das Badewesen“ die Tegelgrube den typischen Eindruck eines Naturbades erweckte – mit Merkmalen wie begrenzten Flächen, Wasserrutsche, Sprungbrett und mit Absperrketten markierten Bereichen. Die Konsequenz daraus: „Ein Naturbad ist verkehrssicherungspflichtig“. Dafür müsse qualifiziertes, entsprechend ausgebildetes Personal gestellt werden – bei Öffnungszeiten von 7Uhr bis in den Abend mindestens drei bis vier Personen mit Sicht auf Urlaub, Krankheit und Arbeitszeiten, rechnete Zeidler vor.

Zukunft Tegelgrube

  • Unionsantrag:

    Er fordert Klärung, ob ein Kauf der Tegelgrube möglich und die Wasserversorgung dauerhaft gesichert ist. Der Projektausschuss soll das behandeln.

  • Finanzausschuss:

    Entsprochen wurden den Anträgen von Sportvereinen, insgesamt (je Verein nach Fläche) einen Verbrauch von 12900 Kubikmetern Wasser für die Platzpflege als Zuschuss zu gewähren. (bxh)

Die Mehrheitsmeinung tat Grünen-Sprecher Dr. Franz Schmidkunz kund. „Oberstes Ziel“ müsse sein, den Bürgern zu jeder Jahreszeit wieder uneingeschränkt Zugang zur Tegelgrube zu verschaffen. SPD/SBM-Sprecher Horst Viertlmeister sagte, aus der Bürgerschaft, die mit rund 30 Zaungästen vertreten war, höre man, „dass die Leute schwimmen wollen“, was mit einem „Rückbau“ zu erreichen sei. Unionsseitig hieß die Forderung dagegen in einem von Sprecher Matthias Meier begründeten Antrag, der acht Punkte umfasste, ein „Vollbad“ anzustreben.

Mehrheitlicher Kompromiss

Daraufhin schlug 2. Bürgermeister Franz Brunner, der die Sitzung leitete, eine Unterbrechung vor, um zu einem Konsens zu kommen. Die Union kam mit Ergänzungen des Beschlussvorschlags aus der Pause, die auch die anderen Fraktionen mittrugen, so dass der Unionsantrag im Projektausschuss weiterbehandelt wird. Gegen einen Kompromiss waren allerdings die Unionsräte Johannes Weiß, Berthold Kick und Andreas Fischer, weil Weiß einen Satz zum Thema Haftung in der Beschlussvorlage haben wollte, den SPD/SBM, UWM, FW und Grüne abgelehnt hatten.

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