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Region Schwandorf
Sonntag, 22. April 2018 26° 2

Ostern

Tränen werden in Freude verwandelt

Evangelische und katholische Gläubige feierten in den Kirchen in festlichen Gottesdiensten die Auferstehung Jesu Christi.
Von Hans Steinsdorfer

  • Stadtpfarrer Stefan Wagner entzündete zusammen mit den Ministranten vor der Pfarrkirche die Osterkerze. Foto: Hans Steinsdorfer
  • Musikalisch gestaltete „Contigo“ den Abendmahlsgottesdienst an Gründonnerstag in der evangelischen Versöhnungskirche. Foto: Steinsdorfer

Neunburg. Höhepunkt der österlichen Feierlichkeiten in der Katholischen Kirche St. Josef war wieder die Osternacht am Karsamstag. Stadtpfarrer Stefan Wagner entzündete zusammen mit 23 Ministranten die Osterkerze vor der Pfarrkirche und zog damit in das dunkle Gotteshaus ein. Mit „lumen Christi“ wurden die mitgebrachten Lichter entzündet und tauchten die Kirche in funkelnden Kerzenschein.

Wichtigstes Ostersymbol

Die Osterkerze war auch Gegenstand der Predigt von Pfarrer Wagner: „Die Osterkerze schafft, was kein anderes Zeichen zustande bringt.“ Es gebe kaum einen Moment, der ihn mehr bewege, als der Augenblick, wenn die Osterkerze in die stockdunkle Kirche hereingetragen wird, so der Geistliche. Die Osterkerze mit ihrer kleinen Flamme dürfe auch heuer das wichtigste Ostersymbol bei uns sein. Fünfzig Tage lang werde die Osterkerze nun bei jedem Gottesdienst brennen. Und sie werde österlicher Begleiter sein, wenn Blumen und Schnitzfiguren längst weggeräumt sind. Bei jeder Taufe werde sie ihr Licht weitergeben; bei jedem Trauergottesdienst werde man sie entzünden, um das Geheimnis unseres Glaubens zu verkünden: dass im Tod das Leben ist. Diese Kerze sei wirklich einmalig. Sie sei Lebensbotschafterin und Lebensbegleiterin in einem. Vom Anfang über das Ende hinaus.

Obwohl in der Osternacht keine Taufe stattfand, segnete Pfarrer Wagner das Osterwasser und besprengte damit die Pfarrgemeinde. Musikalisch umrahmt wurde dieser Gottesdienst durch den Kirchenchor und ein Bläserensemble der Neunburger Stadtkapelle unter der Leitung von Organistin Sonja Steinkirchner. Mit der „Missa in honorem S. Thomae Aquinatis“ von Ignaz Mitterer sowie „Der Heiland ist erstanden“ von Vinzenz Goller sorgten sie für die festlichen Klänge.

Nach dem Gottesdienst fand die Speisenweihe statt. Pfarrer Wagner erinnerte an den Brauch, dass Jesus nach seiner Auferstehung sich seinen Jüngern gezeigt und mit ihnen gegessen habe. Er segnete die Eier, die Brote und das Fleisch und teilte das Osterbrot an alle Gläubigen aus.

Am Sonntag stand die Predigt im Zeichen des Osterlachens. „Christus ist auferstanden – Halleluja, wenn das kein Grund zur Freude ist“. So begrüßte Pfarrer Wagner die Gläubigen am Sonntag in der Predigt. Der erinnerte an das Mittelalter, wo es kein Osterfest ohne das berühmte Osterlachen gegeben habe. Tränen in ein Lächeln verwandeln – der Werbespruch einer bekannten Heftpflasterfirma sei wie eine versteckte Osterbotschaft. Ostern beginne mit Tränen, die aber in Freude verwandelt würden, die niemals ende. Schon das allein sei genug für echte Osterfreude. Auch diese Gottesdienste wurden durch Organistin Sonja Steinkirchner musikalisch gestaltet.

Freude über das Osterfest

Die Feierlichkeiten in der evangelischen Gemeinde begannen am Gründonnerstag mit dem Abendmahlgottesdienst in der Versöhnungskirche. Dieser wurde musikalisch durch die Gruppe „Contigo“ unter der Leitung von Jürgen Zach gestaltet. Gefeiert wurde der Gottesdienst nach der Agende der Deutschen Messe von Martin Luther. Der Karfreitag stand um 15 Uhr – der Todesstunde Jesu – im Zeichen einer meditativen Andacht ohne Instrumentalmusik. Bereits um 5.30 Uhr fand am Ostersonntag der feierliche Gottesdienst statt. In der abgedunkelten Versöhnungskirche, durch die im Verlauf die Strahlen der aufgehenden Sonne fielen, war die Trauer der Kartage und die Freude über das Osterfest besonders spürbar. Pfarrer Gerhard Beck und sein Team luden nach dem Gottesdienst zum Osterfrühstück ein. Am Ostermontag traf sich die Gemeinde mit der Osterkerze auf dem Friedhof an der Rötzer Straße, um das Osterlicht an die Gräber der Verstorbenen zu bringen.

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Kirchenmusik in der heiligen Woche

  • Gründonnerstag:

    Kirchenchor · Gesänge aus Taizé · Sanctus und Agnus Dei aus der Missa brevis in G-Dur (Giovanni Battista Casali) · Pangue lingua (Joseph Renner)

  • Karfreitag:

    Kirchenchor · Christus factus est (Anton Bruckner) · Popule meus (Tomas Luis de Victoria) · Vor deinem Kreuz (Klaus Heizmann) · Lass mich deine Leiden singen (Michael Haydn)

  • Karsamstag:

    Feier der Osternacht mit Kirchenchor und Bläsern · Missa in honorem S. Thomae Aquinatis (Ignaz Mitterer) · Der Heiland ist erstanden (Vinzenz Goller)

  • Ostersonntag:

    Festgottesdienst mit Kirchenchor · Messe brève no. 7 aux chapelles (Charles Gounod) · Freu dich, du Himmelskönigin (Joseph Caspers)

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