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Unterhaltszahlungen genau prüfen

Nach einer Scheidung gilt es vieles zu beachten. Unterhaltszahlungen können versteckte, steuerrechtliche Folgen haben.
Von Andrea Baumann, Rechtsanwältin

Die Scheidung zieht einen Steuerklassenwechsel nach sich. Der Unterhaltsberechtigte muss die Zahlungen versteuern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa
Die Scheidung zieht einen Steuerklassenwechsel nach sich. Der Unterhaltsberechtigte muss die Zahlungen versteuern. Foto: Jens Büttner/zb/dpa

Schwandorf.Eine Scheidung ist nicht nur meistens unangenehm für beide Seiten, sondern hat auch viele verschiedene Konsequenzen. Neben den typischen Fragen zu Unterhalt, Zugewinnausgleich, Umgang und Sorgerecht, gibt es im Fall der Trennung auch steuerrechtliche Besonderheiten zu beachten.

So führt die Scheidung etwa zwangsläufig auch zum Steuerklassenwechsel. Der Tag der Trennung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im Steuerrecht wird der Begriff „Trennungsjahr“ anders definiert als im Familienrecht. Stichtag für die Veranlagung ist immer der 31. Dezember. Daraus folgt, dass es in dem Jahr, in dem die Trennung erfolgte, zunächst bei den bisherigen Steuerklassen verbleibt, diese im darauffolgenden Kalenderjahr aber zu ändern sind. Im Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, die Steuerklasse bereits vor Ablauf des steuerrechtlichen Trennungsjahres zu ändern. Für die Zeit des steuerlichen Trennungsjahres besteht ein Anspruch auf Zusammenveranlagung. Verweigert einer der Eheleute pflichtwidrig die Zustimmung, so macht er oder sie sich schadenersatzpflichtig.

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Unterhaltszahlungen gelten als außergewöhnliche Belastungen

Außer der Frage der Steuerklasse gibt es noch weitere Besonderheiten, wie beispielsweise das begrenzte Realsplitting. Bestehen Unterhaltspflichten eines Ehepartners, so kann dieser die Unterhaltszahlungen, maximal jedoch 13 805 Euro jährlich, als außergewöhnliche Belastung in der Steuer angeben. Der Unterhaltspflichtige kann sich auch vorab einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Unterhaltsrechtlich ist der Unterhaltspflichtige sogar verpflichtet diesen steuerlichen Vorteil, das sogenannte begrenzte Realsplitting, zu nutzen, da die Steuerentlastung letztlich auch wieder dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen zugutekommt.

Was zu einem Steuervorteil beim Unterhaltspflichtigen führt, führt auf der anderen Seite jedoch zu einer Erhöhung der Steuerlast beim Unterhaltsberechtigten, da die Unterhaltszahlungen als Einkommen zu versteuern sind. Der Unterhaltspflichtige hat zunächst die Zustimmung zur Durchführung des Realsplittings durch Unterzeichnung der Anlage „U“ zu erteilen. Diese Pflicht besteht jedoch nur dann, wenn der Unterhaltspflichtige erklärt, sämtliche finanziellen Nachteile, die durch das Realsplitting entstehen, auszugleichen. Hierunter fallen beispielsweise auch festgesetzte Steuervorauszahlungen, die der Unterhaltsberechtigte aufgrund des durchgeführten Realsplittings zu zahlen hat. Um die genauen Nachteile zu ermitteln, ist eine fiktive Steuerberechnung beim Unterhaltsberechtigten durchzuführen und zu prüfen, wie der Steuerbescheid ohne das Realsplitting aussehen würde.

Vor allem in Fällen größerer Einkommensunterschiede zwischen den Ehepartnern überwiegt die Steuerentlastung des Unterhaltspflichtigen den auszugleichenden Nachteil, so dass die Steuerlast insgesamt verringert werden kann.

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