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Kultur

VAZ: Bis August geht’s rund

Die Sperrung des „Airport“ in Obertraubling macht Burglengenfeld zum Mekka des Rock. „Eskimo Callboy“ sorgte für Ekstase.
Von Josef Schaller

Bombenstimmung herrschte beim jüngsten Konzert im VAZ. Der Auftritt von „Eskimo Callboy“ geriet zur Riesenparty.Foto: Schaller

Burglengenfeld. Die vorübergehende Schließung des „Airport“ in Obertraubling hat es möglich gemacht. Das Veranstaltungszentrum hat sich in den letzten Wochen zu einem wahren Rock-und-Metal-Mekka entwickelt. Absolute Hochkaräter der Musikszene geben sich zur Zeit im VAZ die Klinke in die Hand. Erst vor zwei Wochen standen die Fans Schlange für die Woodstock-Legende „Ten Years After“. Anfang März sorgte die Schweizer Band „Gotthard“ für ein volles Haus und begeisterte 700 Fans mit ihrer musikalischen Darbietungskunst. „Eskimo Callboy“ hat vergangene Woche noch eins draufgesetzt.

Seit Wochen ausverkauft

„Rien ne va plus!“, hieß es, wenn man noch kurzfristig eine Eintrittskarte haben wollte. Das Konzert war seit Wochen ausverkauft. Kein Wunder, denn die Formation aus dem Ruhrpott gehört zur Zeit zu den angesagtesten deutschen Bands. Ihr hüpf- und tanzbarer Beat zieht junge Menschen in Massen an. Erst 2010 gegründet, stieg „Eskimo Callboy“ in rasantem Tempo die Erfolgsleiter nach oben. Als Vorband, unter anderem von „Papa Roach“ oder „Asking Alexandria“ machte sie sich schnell einen Namen. Ihr musikalisches Können ließ aufhorchen. Bereits 2013 zählte die Band neben Metallica, Doro Pesch, Nightwish, Motörhead… ebenfalls zu den Preisträgern beim „Metal Hammer Award“. „Eskimo Callboy“ gewann dabei in der Kategorie „Up And Coming“. Im selben Jahr durften sie beim Wacken-Open-Air mitmachen. Nach Tourneen in Japan, China und Russland ging die Band bereits im dritten Jahr nach ihrer Gründung auf eine vierwöchige USA-Tournee mit Auftritten in Hollywood, Detroit, Las Vegas.

Sebastian Biesler, Frontmann von „Eskimo Callboy“, will ab und zu auch kuscheln. Foto: bjs

Metalcore, mit Einflüssen des Post-Hardcore, vermischt mit Elementen des Techno, ist das Genre, das die Band bedient. Anders, als bei vielen anderen Bands dieser Szene, haben die Texte keine politkritischen Hintergründe. Sie handeln eher von Party, Sex und Alkoholexzessen.

Der Auftritt von „Eskimo Callboy“ im VAZ („Hello, Castlelongfield!“) geriet zur Riesenparty. Das Publikum bestand ausschließlich aus jungen Menschen, die Lust auf grenzenlosen Spaß hatten. Schon nach wenigen Songs saßen die Mädels reihenweise auf den Schultern ihrer männlichen Begleiter und feuerten, gestikulierend und mitgrölend, die Musiker an, die sich auf der Bühne in Ekstase spielten. Reihenweise ließen sie sich in liegender Position, wie starre Puppen, von hinten nach vorne auf den ausgestreckten Armen durchreichen, um schließlich, unter Mithilfe der freundlichen Security, sicher im „Graben“ unmittelbar vor der Bühne zu landen.

Mystisches Farbenspiel

Grüne, Blaue, gelbe und rote Lichtblitze durchdrangen den Dauer-Kunstnebel auf der Bühne und produzierten ein faszinierend mystisches Farbenspiel, das die ekstatischen Gefühlswallungen der Konzertbesucher visuell begleitete. Mit acht Konfettikanonen wurde immer wieder auf das junge Publikum losgefeuert. „Intensiver geht es nicht“, ist der Eindruck, der einem als Beobachter und Zuschauer zwangsläufig vermittelt wurde.

Mit acht Konfettikanonen wurde immer wieder auf das junge Publikum losgefeuert. Foto: bjs

Sogar eine angekündigte Ballade (denn auch knüppelharte Typen wollen laut Frontmann Sebastian Biesler einmal kuscheln) entpuppte sich schließlich doch eher als Rhythmus, der zum Pogen getaugt hätte. Trotz Hardcore eigneten sich einige Melodien durchaus auch als Ohrwürmer, so dass man als Fan dieser Musik auch in den folgenden Tagen das Konzerterlebnis nachwirken lassen konnte.

Schon die Vorband „To the rats and wolves“, eine Transcore-Band (Metal-Core mit elektronischen Einflüssen), sorgte für ein musikalisches Feuerwerk und brachte die Massen in Wallung. Und das in einer Lautstärke, die der Verstärkeranlage wohl die letzten Reserven abforderte.

Nach ihrem fulminanten Jubiläum 2017 kommen die Jungs und Mädels von den „BULs Brothers“ am 28. April wieder zurück ins VAZ.

Der Auftritt von „Eskimo Callboy“ war nicht das letzte Konzert-Highlight dieser Tage im ehrwürdigen VAZ, denn erst mit dem „Metal-United-Festival“ am 3. August soll das „Airport“ in Obertraubling wieder eröffnet werden, wie Geschäftsführer Arthur Theisinger der MZ sagte.

Hier lesen Sie mehr Nachrichten aus Burglengenfeld.

Weitere Veranstaltungen im April

  • 14. April:

    „Mit Alles und Schaf – Das Beste aus 5 Jahren Hardcore-Comedy“ heißt das Programm des Nürnberger Comedian Bembers. Das schwarze Schaf der deutschen Szene präsentiert Perlen seines Schaffens – und Geschichten, die ihm seine Mutter verboten hatte, zu erzählen.

  • 21. April:

    „Des wird scho no“, so heißt das neue Bühnenprogramm des bayerischen Urgesteins Roland Hefter. Der Liedermacher und Musik-Kabarettist aus München erzählt und singt über Wünsche, Träume, aber auch von wunderschönen Momenten, die das Leben schreibt.

  • 27. April:

    Die musikalischen Interpretationen der STS-Coverband „Auf A Wort“ sorgen für viel Abwechslung und Kurzweil. Mittlerweile hat die Band über 70 Songs von STS und Gerd Steinbäcker in ihrem Repertoire. Ganz neu auch erstmals eigene Songs im Stile von STS.

  • 28. April:

    Nach ihrem fulminanten Jubiläum 2017 kommen die Jungs und Mädels von den „BULs Brothers“ wieder zurück ins VAZ. Die Show lässt trotz runder Körper die Ecken und Kanten aufblitzen, die eine Band in diesem Alter braucht. Die Wände sollen jedenfalls erneut wackeln. (bjs)

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