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Protest

Verhaltenes Echo bei erstem Klimafreitag

Seit Monaten sorgt „Fridays for Future“ bundesweit für Schlagzeilen. Jetzt wurde erstmals auch in Schwandorf demonstriert.
Von Johannes Hartl

Zwischen 40 und (maximal) 60 Menschen haben sich an Freitag an der Kundgebung am Adolf-Kolping-Platz beteiligt. Fotos: Johannes Hartl
Zwischen 40 und (maximal) 60 Menschen haben sich an Freitag an der Kundgebung am Adolf-Kolping-Platz beteiligt. Fotos: Johannes Hartl

Schwandorf.Am Ende war die Resonanz eher verhalten, besonders vonseiten der Schwandorfer Schüler. Rund 40 bis 60 Menschen waren es, die am Freitag einem Aufruf von „Fridays for Future“ gefolgt sind. Zum ersten Mal wurde unter diesem Motto auch in der Großen Kreisstadt eine Kundgebung veranstaltet – organisiert aus dem Umfeld der „Linksjugend Solid“, politisch aber überparteilich ausgerichtet.

Um 10 Uhr haben sich die Teilnehmer während der Schulzeit am Adolf-Kolping-Platz versammelt, darunter neben einigen jungen Demonstranten auch etliche ältere Menschen. Auf ihren selbstgebastelten Schildern beklagten sie vor allem eine „erbärmliche Klimapolitik“, die rasch geändert werden müsse. Denn „die Uhr tickt“, wie auf einem weiteren Plakat zu lesen war.

Wir waren mit der Kamera bei der Demonstration dabei:

Eindrücke von der Demonstration

„There is no Planet B“, lautete deshalb auch ihre zentrale Botschaft, die das Grundgerüst für die einzelnen Reden bildete. Doch dürfe diese Losung nicht zu einer bloßen Floskel werden, mahnte Phillip Pietsch von „Fridays for Future Schwandorf“. „Es reicht kein falsches Bekenntnis.“ Denn: Wer etwas ändern wolle, müsse immer auch bei sich selbst anfangen.

Auf politischer Ebene brauche es zudem einen „richtigen Plan für die Energiewende“, so Pietsch – „egal, wie viel das kostet“. Für den ländlichen Raum forderte er etwa einen Ausbau des kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs, damit dieser regelmäßig angefahren wird. Darüber hinaus sprach er sich für ein Verbot von Kurzstreckenflügen sowie für eine CO2-Steuer aus. Und: Es brauche internationale Standards, um dieses globale Problem anzugehen.

Bildung

Gymnasium erhält „sprechenden Baum“

Auch ohne „Fridays for Future“ wird Klimaschutz an der Burglengenfelder Schule großgeschrieben. Viele Aktionen belegen dies.

Das aber dürfte nicht zulasten des „kleinen Verbrauchers“ gehen, betonte Pietsch und war sich darin mit allen Rednern einig. „Sondern es muss an diejenigen gerichtet sein, die ihren Reichtum ausnutzen.“ Die Demonstranten sehen den politischen Umgang mit dem Klimawandel nämlich auch unter sozialen Gesichtspunkten.

Auch Marcella Hanusiak konnte das unterschreiben. „Die Erde stirbt, und irgendwie wirkt es fast so, als würde es niemanden interessierten“, beklagte sie. „Die Politik zieht ohne Weitsicht und Rücksicht ihr Ding durch.“ Umso wichtiger sei es, „sich um unsere Zukunft zu sorgen und dafür laut zu sein“, so Hanusiak. Es liege an der Jugend, „der Politik zu zeigen, dass es so nicht weitergeht“.

Fridays for Future in Schwandorf

  • Redner:

    Es traten am Freitag Phillip Pietsch (Foto), der kürzlich die FOS in Amberg abgeschlossen hat, Marcella Hansiak, Alfred Damm von der ÖDP, Selina Eranci und Veronika Ertl auf. Ertl engagiert sich auch in der Linksjugend solid, die die Aktion in Schwandorf angemeldet und organisiert hat. Beworben wurde sie vor allem über Facebook. Der Protest selbst verstand sich als parteiübergreifend.

  • Teilnehmer:

    Die Demonstranten waren bunt gemischt. Auffällig war, dass sich die Zahl der jungen Teilnehmer in Grenzen hielt. Viele Schüler aus dem Schwandorfer Raum sind dem Aufruf also nicht gefolgt. Dafür kamen zahlreiche ältere Menschen, die sich ebenfalls für den Klima- und Umweltschutz engagieren und die Ziele von „Fridays for Future“ offensichtlich unterstützen möchten.

Für den ÖDP-Kreis- und Stadtrat Alfred Damm verdient dieses Engagement Anerkennung. Wenn es nicht gelänge, die Überhitzung der Erde zu stoppen, dann sei die „aktuelle Flüchtlingssituation“ lediglich „ein laues Lüftchen“. Es müsse sofort gehandelt werden, so Damm. „Jeder an seinem Platz, mit seinen Möglichkeiten.“

60 Teilnehmer waren bei der Demonstration

Zwar sind nicht alle der rund 60 Teilnehmer, die in der Spitzenzeit da waren, bis zum Ende geblieben. Manche sind vorzeitig gegangen, andere wieder dazugekommen. Und auch bei dem ein oder anderen Sprechchor brauchte es zunächst eine Weile, bis sich die Anwesenden tatsächlich aktiv beteiligten. Trotzdem sehen die Veranstalter die Kundgebung als Erfolg und kündigten bereits weiteren Protest an: Nach den Ferien werde es eine zweite Aktion geben, zu der auch eine Demonstration durch die Stadt gehören soll.

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