mz_logo

Region Schwandorf
Sonntag, 22. April 2018 26° 2

Kommunalpolitik

VG Neunburg ist solide finanziert

Einstimmig billigte die Gemeinschaftsversammlung der VG Neunburg ihren Haushalt für das kommende Jahr.
Von Ralf Gohlke

Der sogenannte nicht gedeckte Finanzbedarf bei der Verwaltungsgemeinschaft wird über eine Umlage von den Gemeinden getragen. Foto: Jens Büttner/dpa

Neunburg.Ausschließlich mit den Finanzen hatten sich die Delegierten der vier Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg in der letzten Sitzung des ausklingenden Jahres zu beschäftigen. Der Gemeinschaftsvorsitzende Hans Graßl sprach anfangs von der oft zitierten „guten und schlechten Nachricht“.

Die „schlechte“ bezog sich auf den Verlust von zehn Einwohnern im gesamten VG-Gebiet. Dies hatte zur Folge, dass die VG-Umlage zur Finanzierung der sogenannten nicht gedeckten Ausgaben im Verwaltungshaushalt angehoben werden musste. „Zehn Einwohner weniger schlagen bereits mit 40 Cent pro Kopf zu Buche“, stellte dazu Kämmerin Martina Held fest.

Papierlose Rechnungsprüfung

Die gute Nachricht betraf die Schuldenentwicklung. Nachdem eine Reihe von Darlehen zu besseren Konditionen mit niedrigeren Zinsätzen weitergeführt werden können, konnte die Differenz zur einer höheren Schuldentilgung eingesetzt werden. „Wenn alles so weiter läuft, sind wir in acht Jahren schuldenfrei“, sagte Graßl.

Zunächst übergab er im Weiteren das Wort an die Vorsitzende des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses, Bettina Schwab aus Neukirchen-Balbini. Sie berichtete über die Überprüfung der Zahlen des Haushaltes 2016, der mit einem Gesamtvolumen von 993 043 Euro im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt abgeschlossen hatte. Schwab stellte heraus, dass ein Großteil der Nachfragen durch den Ausschuss bereits im Rahmen der Überprüfung habe geklärt werden können.

Martina Held hat als Kämmerin nicht nur die Finanzen der Verwaltungsgemeinschaft, sondern auch die der Mitgliedsgemeinden fest im Griff. Foto: ggo

Lediglich offen geblieben war die Frage, warum die geplanten und veranschlagten Sanierungsmaßnahmen an den Fußböden des VG-Gebäudes nicht durchgeführt worden seien. „Es wurden Experte über die Notwendigkeit befragt, die aber noch keinen dringenden Handlungsbedarf sahen“, erläuterte die Kämmerin. Aufgrund dessen sei ein entsprechender Betrag im Ansatz für den Gebäudeunterhalt im neuen Haushalt eingeplant worden.

Bettina Schwab lobte zusammenfassend das neue „papierlose“ Prüfverfahren über die EDV und die Unterstützung der Verwaltung. Schließlich ließ sie über die Jahresrechnung und die Entlastung für den Haushalt 2016 abstimmen.

In Bezug auf den neuen Haushalt stellte Martina Held noch einmal die geplanten Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt in Höhe von 913 600 Euro heraus, die mit einem Betrag von 108 800 Euro aus „sonstigen Einnahmen“ gedeckt seien. Das „Umlagesoll“ betrage somit 822 800 Euro, und somit um knapp 6000 Euro mehr als im Vorjahr.

Rascherer Schuldenabbau

Aufgrund des Umlageschlüssels entfallen daher auf die Gemeinde Dieterskirchen mit 1005 Einwohnern 182 763 Euro, auf den Markt Neukirchen-Balbini mit 1125 Einwohnern 204 382 Euro, auf den Markt Schwarzhofen mit 1429 Einwohnern 259 611 Euro und auf die Gemeinde Thanstein mit 969 Einwohnern 176 041 Euro.

Einen kurzen Überblick vermittelte die Kämmerin zu den größeren Einnahme- und Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt. Bei den Ausgaben schlagen im wesentlichen die Personalkosten mit rund 748 000 Euro zu Buche. In letzteren seien bereits die tariflichen Erhöhungen bei den Angestellten von 2,0 Prozent und der Beamten von 2,35 Prozent enthalten, ebenso Mehrausgaben aufgrund von Beförderungen beziehungsweise Höhergruppierungen.

Eckdaten zum Haushalt 2018

  • Der Verwaltungshaushalt

    beinhaltet ein Volumen von 931 600 Euro in den Einnahmen und Ausgaben.

  • Der Vermögenshaushalt

    beträgt für das kommende Jahr 50 800 Euro.

  • Der nicht gedeckte Finanzbedarf

    im Verwaltungshaushalt, der über die VG-Umlage durch die Mitgliedsgemeinden zu finanzieren ist, wurde auf 822 800 Euro festgesetzt.

  • Eine leicht sinkende Einwohnerzahl

    erhöht den Umlagebeitrag. Der steigt nun von 179, 97 Euro (2017) auf 181, 67 Euro je Einwohner. Eingeschlossen sind dabei die erforderlichen Anpassungen bei den Personalausgaben.

Als erfreulich wurde gewertet, dass Neuanschaffungen an Ausstattung in Höhe von 19 500 Euro aus den Rücklagen des Vermögenshaushaltes geschultert werden können, ohne die Mindestrücklage auch nur ansatzweise zu gefährden. Aufgrund der höheren Tilgungsraten in Höhe von geplanten 31 300 Euro sprach Held von einem Schuldenstand 236 135 Euro zum Jahresende 2018.

„Wir hatten kein ganz leichtes Jahr hinter uns“, fasste schließlich Hans Graßl zusammen und nutzte die Gelegenheit, seinen Bürgermeisterkollegen und den Beschäftigten der VG zu danken. Dafür revanchierte sich sein Stellvertreter Walter Schauer, Thanstein.

Mehr Nachrichten aus Neunburg vorm Wald lesen Sie hier.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über WhatsApp direkt auf das Smartphone: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht