MyMz
Anzeige

Vereinsserie

Vielseitig wie Sauerteig wirken

Die Kolpingsfamilie Schwandorf ist im Sinne ihres Gründers Adolph Kolping aktiv. Sie feiert ihr 150-jähriges Bestehen.
Von Ingrid Hirsch

Kolping-Vorsitzender Josef Fenk (rechts) überreicht eine Spende für die Therapiearbeit in den Naabwerkstätten. Damit kann die Ausbildung von Labrador-Hund „Nick“ finanziert werden. Fotos: xih
Kolping-Vorsitzender Josef Fenk (rechts) überreicht eine Spende für die Therapiearbeit in den Naabwerkstätten. Damit kann die Ausbildung von Labrador-Hund „Nick“ finanziert werden. Fotos: xih

Schwandorf.Kolping ist ein katholischer Verband, der die Gemeinschaft pflegt, Sport treibt, religiöse Akzente setzt und für soziale Zwecke spendet. Altkleidersammlungen, Nikolaus-Aktionen und Theaterspiel bringen Geld in die Kasse, mit dem die Organisation Gutes tut. Sie unterstützt soziale Projekte in Namibia, finanziert die Ausbildung eines Therapiehundes in den Naabwerkstätten, spendet für die Syrien-Hilfe und überweist regelmäßig Geld an „Kolping Deutschland“.

Nach fünfjähriger Amtszeit von Peter Müller übernahm Josef Fenk 2015 den Vorsitz. Der Abteilungsleiter „Qualitätsmanagement“ in einem Schwandorfer Unternehmen betonte bei seinem Amtsantritt: „Wir brauchen dringend eine Verjüngung.“ Er will jungen Familien ein Angebot machen, „das sie anspricht“.

Bei der Feier zum 150-jährigen Jubiläum bietet sich für den Verein eine gute Gelegenheit, öffentlich auf sich aufmerksam zu machen. In einer Ausstellung am 6. Juni im Foyer des Rathauses dokumentiert der Verband die Geschichte von der Gründerzeit bis heute und wirft einen Blick in die Zukunft. Am 8. Juni ist um 19.30 Uhr im Lichtwerk-Kino das Musical „Kolpings Traum“ zu sehen. Gezeigt wird die Aufführung in der Lanxess-Arena in Köln mit dem Symphonic Pop Orchestra Berlin. Das Musical erinnert an den Einsatz der Priesters, Sozialreformers und Gesellenvaters Adolph Kolping für ein menschenwürdiges Leben der Arbeiterfamilien im 19. Jahrhundert.

Auf der „Orangen Coach“

Beim Festabend am 9. Juni um 20 Uhr im „Alten Pfarrhof“ wird Bundessekretär Ulrich Vollmer langjährige Mitglieder ehren und auf der „Orangen Couch“ Platz nehmen, auf der Vorsitzender Josef Fenk „einen Überraschungsgast“ erwartet. Irene Duscher und Bernhard Eschenbecher moderieren die Talkrunde. Der Sonntag (10. Juni) beginnt um 9.30 Uhr mit der Begrüßung durch die VHS-Jugendblaskapelle am Kolpingdenkmal. Es schließen sich ein Zug durch die Innenstadt zur Jakobskirche und der Festgottesdienst mit Diözesanpräses Karl-Dieter Schmidt und Präses Hans Amann an. Mit einem Frühschoppen am Kirchenvorplatz klingt das Fest aus.

Seit fünf Jahren wird wieder Theater gespielt bei der Kolpingsfamilie.
Seit fünf Jahren wird wieder Theater gespielt bei der Kolpingsfamilie.

Nach einer längeren Pause knüpfte die Kolpingsfamilie Schwandorf wieder an die lange Theatertradition an und lockt die Besucher seit fünf Jahren in das Fronberger Pfarrheim. Die Aufführungen sind jedes Mal ausverkauft. An den Sport- und Kegelabenden sowie am Nordic-Walking beteiligen sich Mitglieder zwischen 18 und 78 Jahren.

Von Adolph Kolping beeindruckt

Irene Duscher engagierte sich zunächst in der Pfarrjugend und schloss sich vor 45 Jahren dem Verband an. Damals war Kolping ein reiner Männer-Club, hervorgegangen aus den Gesellenvereinen. Irene Duscher baute eine Frauengruppe auf und ließ sich in den Vorstand wählen. „Mich hat die Person Adolph Kolping beeindruckt“, erklärt die Referentin für Öffentlichkeitsarbeit ihre Entscheidung für den Beitritt. Sie will vor allem junge Familien ansprechen und sie ermuntern, sich vom Vorbild des Priesters und Gesellenvaters begeistern zu lassen, als Christen das Leben in Kirche und Gesellschaft mitzugestalten und Spuren im Sinne des Gründers zu hinterlassen.

„Mich hat die Person Adolph Kolping beeindruckt.“

Irene Duscher

Von den vier Jahrzehnten, die Wolfgang Meischner dem Verband angehört, war er acht Jahre Vorsitzender. Damals, zur Jahrtausendwende, zählte die Kolpingsfamilie 500 Mitglieder. Heute sind es noch 300. „Der Verband ist nicht mehr am Puls der Zeit“, glaubt Meischner. Die Integration der Asylbewerber wäre auch eine lohnende Aufgabe für die Kolpingsfamilie, so Meischner. Der „schwarze Untergrund“ der Vereinsfahne dürfe nicht parteipolitisch verstanden werden. Sie habe auch einen „roten Fleck“.

Die Kolpingsfamilie Schwandorf deckt die zehn Pfarreien der Großen Kreisstadt ab. Viele Jahre war Pfarrer Hans Hirzinger Präses und „geistlicher Beistand“ der Kolpingsfamilie. Nach seinem Tod gab es zunächst keinen Nachfolger, bis sich Dekan Hans Amann zur Übernahme bereiterklärte und auch der Diözesanbischof das Einverständnis gab. Der Geistliche erwartet von den Mitgliedern, „dass sie ihren Glauben gut christlich-katholisch leben und in der Gesellschaft wie ein Sauerteig wirken“.

Diese Personen engagieren sich in der Kolpingsfamilie:

Dekan Hans Amann
Dekan Hans Amann

Dekan Hans Amann ist Präses der Kolpingsfamilie Schwandorf und damit geistlicher Beistand. Die Mitglieder sollen nach dem christlich-katholischen Glauben leben und in der Gesellschaft wie ein Sauerteig wirken. Ein Kolping-Präses wird vom Bischof bestätigt.

Irene Duscher
Irene Duscher

Irene Duscher baute Mitte der 1970er Jahre in der Kolpingsfamilie, die bis dahin ein reiner Männerclub war, eine Frauengruppe auf. Sie will andere Menschen für das Vorbild des Gesellenvaters Adolph Kolping begeistern und Spuren im Sinne des Gründers hinterlassen.

Wolfgang Meischner
Wolfgang Meischner

„Der Verband ist nicht mehr am Puls der Zeit“, sagt Wolfgang Meischner. Er war acht Jahre lang Vorsitzender und wünscht sich eine Organisation, „die sich politisch einmischt, stärker auf Arbeitnehmerrechte pocht und eine kritischere Haltung zur Amtskirche einnimmt“.

In unserer Vereinsserie stellen wir verschiedene Vereine aus Schwandorf vor:

MZ-Serie: Mein Verein

  • Anlass:

    Das rege Vereinsleben bereichert das gesellschaftliche Leben in und um Schwandorf ungemein. Viele Mitbürger engagieren sich hier ehrenamtlich und verbringen oft jahrzehntelang ihre Freizeit in und für ihren Verein.

  • Faszination:

    Was sie an ihrem Hobby fasziniert und was ihren Verein so wertvoll macht, das stellt unser Medienhaus in unserer wöchentlichen Vereinsserie vor. (ml)

Weitere Nachrichten aus Schwandorf lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht