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Nostalgieabend

Vom Bauerndorf zur Tourismusgemeinde

Der Heimatkundliche Arbeitskreis stieß mit „Steinberg früher und jetzt“ auf große Resonanz. Es gibt eine Fortsetzung.

Der Braunkohle-Tagebau reichte bis an die ersten Häuser Steinbergs heran. Repro: ssr
Der Braunkohle-Tagebau reichte bis an die ersten Häuser Steinbergs heran. Repro: ssr

Steinberg am See.Bis auf den letzten Platz gefüllt war das Pfarrheim beim achten Nostalgieabend des Heimatkundlichen Arbeitskreises mit dem Thema „Steinberg früher und jetzt“. Vorsitzender Jakob Scharf zeigte dabei in 600 Bildern die Entwicklung des Orts vom armen Bauerndorf über die reiche Industriegemeinde hin zur attraktiven Wohn- und Tourismusgemeinde auf.

Ausgehend von der Vogl-Karte aus dem Jahr 1600 untermauerte der Referent seine These, dass das Schloss auf der Standarte der „Concordia“, des ältesten Ortsvereins, kein „Fantasieschloss“ sei, sondern wohl das tatsächliche frühere Schloss. Die Hofmarkzeit sei in erster Linie vom Grafengeschlecht der Breisacher geprägt gewesen, die von 1666 bis 1803 in Steinberg waren.

Die ältesten Steinberger Häuser waren auch teilweise im Besitz der Hofmarksherren, von denen sie dann käuflich erworben wurden. Von den Hausnummern eins bis zehn sei teilweise – trotz Erneuerung und Umbauten – die Bausubstanz noch erhalten. Viele Häuser wurden aber abgebrochen und nicht wieder errichtet. Dies gilt vor allem für die 32 Häuser von Alt-Steinberg, die dem Kohleabbau 1952 zum Opfer fielen.

Das Museum freut sich über Exponate

  • Beim Nostalgieabend

    des Heimatkundlichen Arbeitskreises wurden viele alte Bilder aus den Vereinen sowie von kirchlichen und gemeindlichen Großereignissen gezeigt. Auch viele längst verstorbene Steinberger waren zu sehen.

  • Am Ende des über zweistündigen Vortrags

    wurde noch manche Erinnerung diskutiert, wobei Jakob Scharf an alle Steinberger den Appell richtete, alte Dokumente, Fotos oder Exponate dem Museum und damit der Nachwelt entweder als Leihgabe, Kopie oder Schenkung zur Verfügung zu stellen, bevor es von „nicht interessierten Erben in der Müllverbrennung landet“. Auch mündliche oder schriftliche Aufzeichnungen von alten Zeitzeugen sind nach seinen Worten jederzeit erwünscht. (ssr)

Diese BBI-Zeit erlebte die Bevölkerung hautnah mit, da Förderband, Kohleverladung und Kohlenzug mitten im Ort waren. Auch die heute teilweise noch umstrittenen Abbaugrenzen konnten durch Luftaufnahmen genau nachgewiesen werden. „Ein Besuch im Museum und eine sachliche Information hätte manche unnötige Diskussion gerade bezüglich Bebauung Retzerschübl erspart“, meinte Scharf.

„Die touristische Entwicklung ist noch nicht am Ende.“

Jakob Scharf, Vorsitzender des Heimatkundlichen Arbeitskreises

Nach dem Ende der BBI (Bayerische Braunkohle Industrie) sei die Gemeinde kurz in Agonie und Zweifel an der Zukunft gefallen, aber bald entschied man sich im Gemeinderat zur Umstrukturierung in eine Wohn- und Tourismusgemeinde mit dem Steinberger See als „Rohdiamant“, der auf der Leinwand eindrucksvoll als Kohlengrube nostalgische „Auferstehung“ feierte. Inzwischen seien die meisten Kritiker verstummt und die Entwicklung mit Holzkugel und Ferienhaussiedlung beweise die Richtigkeit der damals nicht unumstrittenen Weichenstellung. „Die touristische Entwicklung ist noch nicht am Ende“, prophezeite der HAK-Vorsitzende.

Der Nostalgieabend am 12. September beschäftigt sich mit „Steinberg aus der Luft“. Jakob Scharf kündigte eine „Welturaufführung“ mit Bildern aus den 50ern an. Wegen des großen Zuspruchs wird es einen zweiten Teil von „Steinberg früher und jetzt“ geben. (ssr)

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