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Region Schwandorf
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Ausblick

Von Bad bis Konventgebäude

Die Schwandorfer CSU-Stadtratsfraktion will beim Ganzjahresbad, aber auch beim SchmidtBräu-Gelände aufs Tempo drücken.
Von Hubert Heinzl

Die CSU-Fraktion hat vor der Haushaltsdebatte eine Reihe von Anträgen an die Stadt gerichtet. Ein Thema: das Ganzjahresbad. Foto: Archiv

Ganzjahresbad: Ein Thema für die nächsten zehn Jahre?

Beim Thema Ganzjahresbad übt sich die CSU-Stadtratsfraktion nach ihrer Klausurtagung am 30. Dezember in Understatement. Laut Fraktionschef Andreas Wopperer geht es den Christsozialen erst einmal um eines: „Wir wollen herausfinden, ob wir es uns leisten können und wollen, oder eben nicht“, sagt Wopperer. Und zwar bis Ende des Jahres. Dazu bedarf es nach seinen Angaben jedoch einiger Vorarbeiten. Die Machbarkeitsstudie, über die sich der Stadtrat prinzipiell einig ist, muss erst noch gefüttert werden. Noch im ersten Quartal, hat die CSU-Fraktion beantragt, soll die Verwaltung „einen Vorschlag für die Anforderungen an ein Ganzjahresbad vorlegen“. Dieser soll dann zur Grundlage für die eigentliche Studie werden.

„Wir wollen herausfinden, ob wir uns ein Ganzjahresbad leisten können und wollen – oder eben nicht.“Andreas Wopperer, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Schwandorfer Stadtrat Foto: hh

Was sich dahinter verbirgt, erläutert Wopperer so: „Das fängt mit der Frage an, wie lange überhaupt die Bahn sein soll. Der Fun-Faktor sollte nicht zur kurz kommen, und es stellt sich durchaus die Frage, ob man nicht das Sole-Becken gleich in das Konzept miteinbindet“. Auch die Anbindung der Oberpfalzhalle mit ihrer Gastronomie sei ein mögliches Thema. Wopperer rechnet mit Ausbaukosten zwischen sieben und zehn Millionen Euro, obwohl nach oben natürlich keine Grenzen gesetzt sind. Bis zu einem möglichen Baubeginn, schätzt er, dürften mindestens zehn Jahre vergehen. In Neumarkt, wo ein Ganzjahresbad seit Juli 2017 in Bau ist, habe die Planungsphase sogar 15 Jahre gedauert.

Wunsch: Sanierung des Pfleghofviertels abschließen

Ein Leerstand: das frühere Konventgebäude im Schatten der Jakobskirche. Foto: hh

Das Pfleghofviertel zwischen Rathaus und Pfarrkirche St. Jakob nähert sich langsam, aber sicher seiner Vollendung. Wenn das alte Krankenhaus einmal abgerissen und durch einen Neubau ersetzt sein wird, gibt es hier nur noch einen Leerstand: das frühere Konventgebäude im Schatten der Jakobskirche. Das ehemalige Ott- und Mesnerhaus in der direkten Nachbarschaft wurden in den vergangenen Jahren erneuert – hier ist die Kinderkrippe „Stadtzwerge“ eingezogen. Eine ähnliche Nutzung schwebt der CSU-Fraktion nun auch für die Adresse nebenan vor. „Der Bedarf für zusätzliche Kinderbetreuung ist absehbar gegeben“, sagt Fraktionssprecher Wopperer – trotz des Kinderhauses, das in der Nähe des Ämterzentrums geplant ist.

„Der Bedarf für zusätzliche Kinderbetreuung ist absehbar gegeben.“

Fraktionssprecher Andreas Wopperer

Das Problem: In seiner jetzigen Form sei das Konventgebäude „eigentlich nicht nutzbar“, so der Fraktionsvorsitzende. Zu gering sind nach seinen Worten die Abstandsflächen zur Jakobskirche. Zu hoch wären die erforderlichen Investitionen in den Brandschutz. „Wahrscheinlich wird es auf einen Abriss hinauslaufen“, sagt Wopperer, der den von Denkmalschützern geforderten Erhalt des gesamten Ensembles angesichts der Sachzwänge hintanstellen würde. Die Verwaltung soll jedenfalls noch in diesem Jahr prüfen, ob sich das Gebäude oder wenigstens das Grundstück für die beabsichtigte neue Nutzung eignet.

Thema Schmidtbräu: Noch sind viele Fragen ungeklärt

Beim ehemaligen SchmidtBräu-Gelände zwischen Marktplatz und Spitzwegstraße hat die Stadt mit dem Erwerb zwar die Weichen für eine Entwicklung des 3000 Quadratmeter großen Areals gestellt. Doch nach Einschätzung der CSU gibt es noch etliche offene Fragen. Das fängt bei den Gutachten an, die noch nicht zur Gänze vorliegen, und hört bei der Frage auf, ob der Regensburger Architekt Prof. Hans-Peter Scheck noch an einem Investment interessiert ist. „Geltende Beschlusslage ist immer noch, dass er eine abgespeckte Version seiner Pläne verwirklichen wird. Aber vielleicht gibt es ja jemanden, der es sonst machen will“, erläutert Wopperer.

Die Weichen für die Entwicklung des SchmidtBräu-Areals sind gestellt. Foto: hh

Nach dem Willen der CSU soll die Verwaltung „Vorschläge über geeignete Schritte zur Entwicklung des Areals“ machen, wie es im entsprechenden Antrag an Oberbürgermeister Feller im Vorfeld der Haushaltsberatungen heißt. Denkbar ist vieles, und der OB hat auf Nachfrage eigentlich keine Nutzung ausgeschlossen – weder Wohnen noch Gewerbe noch eine öffentliche Nutzung – oder auch Kombi-Lösungen. Denkbar ist es nach Einschätzung der Christsozialen, die zuletzt von Prof. Scheck verfolgte Wohn-Nutzung weiterzuverfolgen. Aber auch eine völlig neue Planung oder einen Ideenwettbewerb schließt die CSU in ihrem Antrag nicht aus.

Ebert-Straße: Umbau Richtung Süden ergänzen

Mittelfristig, schätzt Wopperer, „wird die Bahnhofstraße zur Einbahnstraße werden müssen“. Foto: hh

Im Frühjahr läuft der Umbau der Friedrich-Ebert-Straße an, zunächst einmal vom Marktplatz bis zur Einmündung der Bahnhofstraße. Der Ausbau von dort bis zum Wendelinplatz ist für das Jahr 2019 vorgesehen. Noch nicht durchgeplant ist bisher der Abschnitt der äußeren Friedrich-Ebert-Straße vom Wendelinplatz bis zur Brückenauffahrt – ein Versäumnis, das laut CSU noch heuer in Angriff genommen werden soll. Die Anbindung des ehemaligen TWF-Geländes steht ebenso auf der Wunschliste wie eine Verkehrsführung am Wendelinplatz, die die Autos nach links um die Innenstadt herumleitet. Mittelfristig, schätzt Wopperer, „wird die Bahnhofstraße bis zum Schlesierplatz zur Einbahnstraße werden müssen“.

Mehr Baugebiete, vor allem für junge Familien

Die CSU will neue Baugebiete ausweisen. Foto: szd

„Um der anhaltenden Nachfrage nach Baugrundstücken Rechnung zu tragen“, schlägt die CSU vor, sollen „Planungen für neue Wohnbaugebiete aufgenommen werden, zum Beispiel Egelsee-Süd“. Wie berichtet, sieht die Stadt hier Perspektiven für weitere Baugrundstücke. Die Nachfrage sei jedenfalls ungebrochen, sagt Wopperer. „Alles, was entwickelt und angeboten wird, ist ruck-zuck weg“, weiß der Fraktionsvorsitzende. Nachholbedarf sieht die CSU auch in den Stadtteilen, wo laut Wopperer „viele junge Leute vor Ort bauen wollen“.

Nachholbedarf: Noch hat die Stadt Kein E-Fahrzeug

Geht es nach der CSU, soll die Stadt ein E-Auto für den städtischen Fuhrpark anschaffen. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Der letzte offizielle Antrag an OB Feller ist aktuell, aber selbst nach Einschätzung der CSU keine große Sache. „Um ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden“, soll die Stadt ein E-Auto für den städtischen Fuhrpark anschaffen. Gedacht ist laut Wopperer nicht an eine Riesen-Investition, sondern an ein handelsübliches Dienstfahrzeug.

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