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Justiz

Vorwurf der „Untreue“

Manfred Strebl, CSU-Stadtrat in Maxhütte-Haidhof, wird beschuldigt, eine fünfstellige Summe veruntreut zu haben. Er bestreitet das. Die Kripo ermittelt.
Von Harald Kuchler

Gegen CSU-Stadtrat Manfred Strebl ermittelt die Kripo wegen des Verdachts der Untreue. Strebl selbst sagte der MZ, er wisse von der Sache nichts.

Maxhütte-Haidhof/Regensburg. Gegen ein Mitglied des Stadtrats von Maxhütte-Haidhof wird derzeit wegen Untreue von der Kripo Regensburg ermittelt. Dies bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Regensburg der MZ. In dem Fall geht es um eine fünfstellige Summe, die der CSU-Stadtrat Manfred Strebl vom Konto eines ehemaligen Geschäftspartners unrechtmäßig abgebucht haben soll. Strebl stritt auf Anfrage der MZ jedoch den Vorwurf rundheraus ab: „Von Ermittlungen gegen mich weiß ich nichts.‘

Freundschaftliche Beziehungen

Am 15. Dezember 2011 hatte der Inhaber einer Regensburger Maschinenbaufirma Suizid begangen. Wie seine Witwe der MZ bestätigte, hatte ihr Mann mit dem CSU-Stadtrat und Unternehmer aus Maxhütte-Haidhof sowohl private freundschaftliche, wie auch geschäftliche Beziehungen. Insbesondere war der Verstorbene auch Sponsor des Sportvereins ATSV Pirkensee-Ponholz, bei dem der Stadtrat Fußballabteilungsleiter ist. Da die Witwe des Verstorbenen im Geschäftlichen noch unerfahren war und Vertrauen zu dem Freund ihres Mannes hatte, setzte sie Strebl von Januar bis April 2012 als Interimsgeschäftsführer der Firma ihres Mannes ein.

In der Zeit nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes sei sie „völlig durcheinander“ gewesen und habe sich um geschäftliche Angelegenheiten kaum gekümmert, berichtet sie der MZ. Nach einiger Zeit seien ihr jedoch Unregelmäßigkeiten auf dem Geschäftskonto der Firma aufgefallen. „Wir stellten rückblickend fest, dass schon kurze Zeit nach dem Tod meines Mannes größere Summen vom Geschäftskonto abgebucht worden waren“, so die Witwe zur MZ. Sie ist Alleinerbin und Rechtsnachfolgerin ihres Mannes. Vom Geschäftskonto des Verstorbenen seien Beträge in Höhe von 50 000 bis 75 000 Euro abgehoben worden, ergänzt der Rechtsanwalt der Frau. Der beschuldigte Stadtrat ist ebenfalls Inhaber einer Maschinenbaufirma in Maxhütte-Haidhof.

„Meine Mandantin packte dann irgendwann der Ehrgeiz und sie übernahm selbst die Geschäftsführung des Betriebs“, so der Anwalt. Ihr Verdacht in Bezug auf die abgehobenen Gelder richtete sich dann auf den Stadtrat. Im Oktober 2012 bestätigte die Staatsanwaltschaft Regensburg den Eingang einer Anzeige gegen Manfred Strebl wegen des Tatvorwurfs der Untreue. „Aus unserer Sicht bleibt nur übrig, dass der ehemalige Partner oder sein Personenkreis diese Geldflüsse veranlasst haben“, so der Anwalt der Witwe. Er sagte, seine Mandantin warte jetzt die weiteren strafrechtlichen Ermittlungen ab. „Dann werden wir zu prüfen haben, ob man auch eine Schadensersatzforderung stellt“, so der Anwalt.

Firmenübernahme suggeriert

Der Maxhütter Stadtrat habe überdies versucht, so der Rechtsvertreter, die Firma seines verstorbenen Freundes komplett zu übernehmen, obwohl dies nie so vereinbart worden war. In Geschäftsbriefen an Vertragspartner sei suggeriert worden, dass eine Übernahme bevorstünde.

Zum Beleg dafür legt der Anwalt ein Schreiben der Maschinenbaufirma des Beschuldigten vom Januar 2012 an die Läpple Blechverarbeitung GmbH & Co.KG in Teublitz vor. Darin schreibt der Maxhütter Unternehmer, er werde seine und die Firma seines bisherigen Geschäftspartners miteinander „verschmelzen“ und die Aufträge in gewohnter Weise ausführen. Er bitte weiterhin um „Vertrauen“ sowie darum, die Aufträge und Rahmenverträge auf seine Firma umzuschreiben.

Auf Anfrage der MZ reagierte Manfred Strebl kurz angebunden. Er weise die Vorwürfe zurück und wisse nichts von Ermittlungen gegen ihn. Auch sein Anwalt habe davon keine Kenntnis. Im übrigen gebe es dazu „nicht mehr zu sagen“, so Strebl.

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