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Region Schwandorf
Sonntag, 23. September 2018 22° 7

Jagd

Wachablösung bei den Jägern

Kreisjagdberater Herbert Krauthann geht in Ruhestand. Nachfolger ist der bisherige Stellvertreter Günther Hoffmann.

  • Kreisgruppen-Vorsitzender Hans Vornlocher (links) bedankte sich beim langjährigen Jagdberater Herbert Krauthann (rechts) für 45 Jahre Mitgestaltung des Jagdwesens im Landkreis Schwandorf. Fotos: xih
  • Seit einer Woche ist Günther Hoffmann neuer Jagdberater für den Landkreis Schwandorf.

Schwandorf.45 Jahre lang hat Herbert Krauthann das Jagdwesen im Landkreis Schwandorf mitgeprägt, zunächst als stellvertretender und von 2002 an als erster Jagdberater. Ende März trat der 83-jährige Ehrenvorsitzende des Jägervereins St. Hubertus in den Ruhestand. Zum Nachfolger wählten die Delegierten der Kreisgruppe den bisherigen Stellvertreter Günther Hoffmann aus Maxhütte-Haidhof.

Bei der Hegeschau der Hegegemeinschaften Neukirchen und Wackersdorf am Samstag im Restaurant des Tierzuchtzentrums zog Herbert Krauthann, der seit 1959 Mitglied im Landesjagdverband ist, Bilanz, erinnerte an „tiefgreifende Veränderungen“ im Jagdwesen und kritisierte die „Querschüsse fachfremder Ideologen“.

„Sie haben Ihre Sollzahlen erfüllt“, bescheinigte der neue Jagdberater Günther Hoffmann den Revierinhabern, die im vergangenen Jagdjahr in der Hegegemeinschaft Neukirchen 223 (Soll 215) und in Wackersdorf 330 Rehe (Soll 289) in die Abschusslisten eintrugen. Ein Drittel der Tiere fiel allerdings dem Straßenverkehr zum Opfer. Eine Steigerung gab es auch bei den Wildschweinen. In Neukirchen wurden 111, in Wackersdorf 103 Sauen erlegt. Im gesamten Landkreis waren es 1627 (plus 515). Überraschend viele Füchse liefen den Jägern vor die Flinte, 152 in Wackersdorf und 69 in Neukirchen. Dass nur ein einziges Rebhuhn geschossen wurde, wertete der Jagdberater als Beweis für ein aus den Fugen geratenes Gleichgewicht, verursacht durch die industrielle Landwirtschaft.

Der Vorsitzende der Kreisgruppe Schwandorf im Bayerischen Jagdverband, Hans Vornlocher, hält nichts von der Ausgabe von Notfallboxen des Veterinäramts zur Seuchenprävention. Vornlocher plädiert eher dafür, tot aufgefundenes Schwarzwild zu melden und das weitere Vorgehen der Behörde zu überlassen. „Die Sichtung eines Wolfes im Raum Burglengenfeld sollte uns zu denken geben“, sagte der Kreisgruppen-Vorsitzende, auch wenn er als scheu und ungefährlich für den Menschen gelte. Dass der Wolf scheu sein solle, hält Jagdberater Günther Hoffmann „für ein Märchen“. Und stellvertretender Landrat Joachim Hanisch stellte fest: „Der Wolf gehört nicht zu Deutschland“. Er sieht sich aber „einer Front von Andersdenkenden“ gegenüber. MdL Alexander Flierl wünscht sich eine Allianz aus Landwirten, Waldbesitzern und Jägern, um das Jagdwesen erhalten zu können, „das zu unserer Heimat gehört“. Bei Wolf, Kormoran, Biber und Otter müsse die Politik zu Lösungen kommen.

Die Probleme schlagen auch im Rathaus auf, wie OB Andreas Feller bestätigte. Seine Forderung: „Wir müssen dem Biber Einhalt gebieten“. Wackersdorfs 3. Bürgermeister Günther Pronath wünscht sich eine „Versachlichung der emotional geführten Diskussion“. Forstdirektor Albin Kleber will Anfang September die Ergebnisse des Vegetationsgutachtens vorstellen.

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Ein heißes Eisen

  • Der neue Leiter der Unteren Jagdbehörde

    , Christoph Mühlbauer, nennt den Einsatz der Nachtsicht-Vorsatzgeräte ein „waffenrechtlich heißes Eisen“.

  • Dennoch wolle seine Behörde

    das Hilfsmittel im Rahmen der Seuchenbekämpfung punktuell zulassen, wenn der Antrag ausreichend begründet sei. (xih)

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