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Vorhaben

Wackersdorf plant eine neue Ortsmitte

Marktplatz, Mehrgenerationenhaus, Ärztehaus, Nahversorgung – all das soll es schon bald im Zentrum des Ortes geben.
Von Max Schmid

Das Leichenhaus im Friedhof ist in die Jahre gekommen und bietet kaum Platz für würdige Bestattungen. Für 2020 ist die Innensanierung geplant. Vorgeschlagen wurde aber auch der Neubau einer Trauerhalle.  Foto: (smx)
Das Leichenhaus im Friedhof ist in die Jahre gekommen und bietet kaum Platz für würdige Bestattungen. Für 2020 ist die Innensanierung geplant. Vorgeschlagen wurde aber auch der Neubau einer Trauerhalle. Foto: (smx)

Wackersdorf.In einem fast zweistündigen Vortrag informierte Bürgermeister Thomas Falter bei der Bürgerversammlung in den Rathausstuben sehr ausführlich über das Geschehen in der Gemeinde. Demnach stehen in den kommenden Jahren zahlreiche „Baustellen“ an: geplant sind die Errichtung eines neuen Ärztehauses, die Sanierung der Sporthalle, der Bau eines dritten Kindergartens, der Neubau der Feuerwache II, die Sanierung des Leichenhauses im Friedhof und der Abriss des alten Edeka-Marktes.

Rettung

Eigene Feuerwache fürs Industriegebiet

Der Wirtschaftsstandort Wackersdorf boomt. Nun will die Gemeinde mit einer Millioneninvestition für mehr Sicherheit sorgen.

Die neue Ortsmitte soll nicht nur Marktplatz werden, sondern auch Mehrgenerationenhaus, Dienstleistungszentrum (Ärztehaus), Einkaufsmarkt und Entlastungsparkplätze hinter der Kirche umfassen. Falter berichtete über den Gemeindehaushalt mit mehr als 12 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen ebenso wie über die Arbeit im Gemeinderat.

Harmonie im Gemeinderat

Im Gremium herrsche ein kollegiales Miteinander, es würden aber sehr wohl unterschiedliche Ansichten vertreten, berichtete der Bürgermeister. Man habe 2019 bisher in 29 Sitzungen 450 Beschlüsse gefasst. Bei der Kommunalwahl 2020 werde nur der Gemeinderat mit 20 Räten neu gewählt, seine Amtszeit gehe bis Juni 2023, sagte Falter. In der Gemeinde arbeiten derzeit 122 Beschäftigte in Verwaltung, Bauhof, Kindergärten, Bücherei und Schule. Die Verwaltung sei modern und bürgerorientiert und decke durch das „digitale Rathaus“ 90 Prozent des e-Government-Gesetzes ab.

Gemeinde-Zahlen

  • Einwohner/Arbeitsplätze.

    Gegenüber 2017 hat sich 2018 der Einwohnerstand um 22 Personen auf nunmehr 5265 Bürger erhöht. Es gab 39 Geburten und 58 Todesfälle. 2019 wurden bis 31. Oktober nur 28 Kinder geboren, es gab aber 59 Todesfälle. Die Zahl der Arbeitsplätze stieg in 2018 um 175 an und beläuft sich derzeit auf 6001 Beschäftigte in 156 Betrieben.

  • Gemeindehaushalt:

    Der Etat 2019 beläuft sich auf 32,7 Millionen Euro, Wackersdorf gehört mit seiner Steuerkraft zu den Spitzenreiterin in der Oberpfalz. Die Gemeinde ist schuldenfrei, hat ein gutes Rücklagenpolster, muss aber 5,7 Millionen Euro Kreisumlage entrichten.

Durch verschiedene Maßnahmen habe man im Gemeindebereich Verbesserungen erzielt, sagte Falter unter Hinweis auf Straßensanierung in der Rachelstraße. 2020 sollen die Herbststraße und 2021 die Höhenstraße folgen. Man habe ein Neubaugebiet mit 44 Parzellen erschlossen, das im Oktober fristgerecht fertiggestellt wurde, ein neues Funktionsgebäude im Sportpark errichtet, das Öko-Konto der Gemeinde weiter aufgebaut, Blühwiesen als Ausgleichsflächen geschaffen und einen Grünpflegeplan am Murner See in Auftrag gegeben. Im Rahmen des Kommunalen Energieentwicklungskonzepts soll ein Nahwärmeverbundnetz für Ärztehaus, Mehrgenerationenhaus und Schule/Sporthalle errichtet werden.

Das Energiekonzept der Gemeinde sei für die Zukunft ausgerichtet, bekräftigte Falter. Ein zusätzlicher Standort sichere die Kinderbetreuung, der dritte Kindergarten werde voraussichtlich im Herbst 2020 fertig sein. Im Bezug auf den geplanten Bau einer Feuerwache II im Bereich des I-Parks versicherte Falter, dass der Brandschutz oberste Priorität habe. Zur Sicherung der medizinischen Versorgung werde das Ärztehaus für drei Allgemeinärzte, einer Apotheke und weiteren verfügbaren Flächen gebaut.

Falter berichtete auch über den Sachstand Nahversorgung. Der bisherige Edeka-Markt sei im Besitz der Kommune, demnach müsse die Gemeinde den Abriss übernehmen. Für den Neubau sei Edeka zuständig, ein rechtskräftiger Bauantrag liege seit August 2019 vor. Der Erhalt der Postfiliale sei zugesichert worden, eine Ersatzlösung während der Bauzeit aber sei schwierig.

Vorerst keine Multifunktionshalle

Der Gemeinderat habe per 1. Januar 2019 den Beitritt zum Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung beschlossen, vorerst aber werde nur der ruhende Verkehr überwacht, um speziell im Bereich des Murner Sees bei Unfällen die Straßen für Rettungskräfte frei zu halten. Die Pläne für die Errichtung einer Multifunktionshalle seien vorerst auf Eis gelegt. Es müsse geprüft werden, ob und was sich die Gemeinde leisten könne. Falter wörtlich: „Ich sehe in nächster Zeit keine Realisierungsmöglichkeit“. Andere Investitionen würden aber weiter verfolgt: Maßnahmen im Friedhof, einen Bahnhaltepunkt im Innovationspark, den kreuzungsfreien Ausbau der B 85 in Heselbach oder die Barrierefreiheit.

In der Diskussionsrunde regten Bürger den Neubau einer Trauerhalle im Friedhof, die ganzjährige Aufnahme in die Kindertagesstätte, die Beschäftigung eines Mitarbeiters mit einem „grünen Daumen“ im Bauhof und den Radweg nach Schwandorf an. Tagesöffnungszeiten in den Lokalen, wo Radfahrer auch zu Mittagessen können und die Absprache der Ferienordnung der Kindergärten mit dem jeweiligen Elternbeirat wurden ebenfalls thematisiert. Kritisiert wurde die gewerbliche Anlieferung von Grüngut im Recyclinghof, die Grünanlagenpflege zur „besten Blütezeit“ und die geplante Höhe des neuen Edeka-Marktes.

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