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Kommunalpolitik

Wackersdorf soll grün werden

Bündnis 90/Die Grünen haben für die Kommunalwahlen 2020 eine Gemeinderatsliste mit 13 Kandidaten nominiert.
Von Max Schmid

Die Grünen treten 2020 zur Kommunalwahl mit einer eigenen Gemeinderatsliste in Wackersdorf an.  Foto: smx
Die Grünen treten 2020 zur Kommunalwahl mit einer eigenen Gemeinderatsliste in Wackersdorf an. Foto: smx

Wackersdorf.Die Grünen haben sich erst im Juli dieses Jahres formiert und werden bereits bei den Kommunalwahlen 2020 mit einer eigenen Liste für den Gemeinderat antreten. Listenführer sind Sonja Probst (36), die im Familienbetrieb arbeitet, Professor Stefan Weiherer (53), Vizepräsident für Forschung und Qualitätsmanagement an der Universität Ansbach, und Ulrike Pelikan-Roßmann (40), die bei der Stadt Burglengenfeld als Referentin für Kultur und Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Die ebenfalls in Wackersdorf lebende Bezirksvorsitzende der Grünen, Tina Winklmann, kandidiert auf Platz fünf.

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Da sich bis zur Nominierungsversammlung nur 13 Kandidaten gemeldet hatten, wurde per Beschluss festgelegt, dass die ersten sieben Bewerber auf der Gemeinderatsliste doppelt genannt werden sollen, die restlichen sechs Kandidaten nur einfach. Stimmberechtigt bei der Nominierungsversammlung im Hotel-Gasthof Glückauf waren nur sechs Mitglieder der Ortsgruppe.

MdB Schmidt als Wahlleiter

Als einziges Bundestagsmitglied der Grünen in der Oberpfalz übernahm MdB Stefan Schmidt aus Regensburg die Funktion des Wahlleiters und klärte über die notwendigen Formalien auf. Schmidt merkte eingangs an, dass die Grünen nun deutlich gestärkt zu den Kommunalwahlen antreten. Wackersdorf sei für ihn Synonym der Gründerjahre der Grünen. Die damaligen Ereignisse um die WAA seien der Versuch gewesen, die Demokratie auszuhebeln und Anlass dafür, politisch tätig zu werden. Schmidt freute sich über das Engagement der Grünen in Wackersdorf; es stecke hier viel Dynamik dahinter. Es sei an der Zeit, sich auch vor Ort politisch einzubringen, die Ökologie in den Mittelpunkt zu stellen und für grüne Motive einzutreten.

Die Kandidaten

  • Zweifachnennung:

    Sonja Probst, Prof. Stefan Weiherer, Ulrike Pelikan-Roßmann, Stefan Thiel, Wina Winklmann, Christoph Riedhammer, Stephanie Wanninger.

  • Einfachnennung:

    Werner Robold, Melanie Fleischmann, Andreas Stamm, Desiree Pronath, Sebastian Weiherer und Kilian Fleischmann.

Landratskandidat Rudi Sommer, der sich seit 36 Jahren bei den Grünen engagiert, erinnerte ebenfalls an die Wackersdorfer WAA-Zeiten. Damals habe man die Anlage verhindern können; anderswo auf der Welt werde immer noch aufbereitet und die Gewässer atomar verseucht. Atomenergie sei ein typisches Beispiel für eine politische Fehlentscheidung, sagte Sommer unter Hinweis auf die immer noch fehlende Lösung für die Endlagerung. Alle politischen Entscheidungen müssten deshalb von A bis Z und aus ökologischer Sicht durchdacht werden.

Die beiden Sprecherinnen der Ortsgruppe Wackersdorf, Sonja Probst und Ulrike Pelikan-Roßmann wollen nach eigenen Worten etwas Neues wagen und Wackersdorf grün werden lassen. Man wolle sich für einen aktiven Klimaschutz und ein soziales Miteinander einsetzen. Mit den Grünen werde das etablierte Parteigefüge im Ort durcheinander gewirbelt, das sei nichts anderes, als gelebte Demokratie. „Wir wollen mitbestimmen, weil wir hier leben“, so die beiden Ortssprecherinnen übereinstimmend.

Nachhaltige Denken gefordert

Wackersdorf brauche nicht nur mehr grün, sondern auch mehr Menschen, die nachhaltig denken. Die Gemeinde könne auch dann Spitzenstandort sein, wenn auf innovatives und ökologisches Wirtschaften, auf sanften Tourismus, sozialen Wohnungsbau, öffentliche Verkehrsmittel und der Erweiterung des Radwegnetzes gesetzt werde.

Die Grünen fordern eine Abkehr von der Wegwerfgesellschaft hin zu einer Reparatur- und Wiederverwertungsgesellschaft. Die Wackersdorfer hätten nun die Option, für Grün zu stimmen und sich damit für Umwelt, Artenvielfalt und ein soziales Miteinander zu entscheiden. Auch brauche es mehr Frauen in der Kommunalpolitik, weniger Flächenverbrauch, einen CO2-neutralen öffentlichen Personennahverkehr sowie Informationsfreiheit und Transparenz.

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