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Region Schwandorf
Sonntag, 23. September 2018 22° 6

Umbau

Waldverein hofft auf Spenden

Teure Überraschung im Untergrund: Die Sanierung des Türmerhauses kostet den OWV rund 30000 Euro mehr als geplant.
von Cornelia Lorenz

Erwin Mayer, Vorsitzender des Oberpfälzer Waldvereins in Schwandorf, sieht regelmäßig auf der Türmerhaus-Baustelle nach dem Rechten. Foto: Lorenz
Erwin Mayer, Vorsitzender des Oberpfälzer Waldvereins in Schwandorf, sieht regelmäßig auf der Türmerhaus-Baustelle nach dem Rechten. Foto: Lorenz

Schwandorf.Erwin Mayer steht vor dem eingerüsteten Türmerhaus und freut sich. „Wenn ich die Augen schließe, kann ich mir genau vorstellen, wie es bald aussehen wird“, sagt er. Für den Vorsitzenden der Schwandorfer Ortsgruppe des Oberpfälzer Waldvereins (OWV) geht mit den Sanierungsarbeiten am Nebengebäude des städtischen Wahrzeichens ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Doch der Weg bis zur offiziellen Einweihung des Gebäudes, in dem ein Zentrum für Pilger und das neue Zuhause des Vereins entstehen, ist steinig: Der Umbau wird voraussichtlich rund 15 Prozent teurer als erwartet.

„Wir haben etliche Überraschungen erlebt“, sagt Mayer. Nach dem symbolischen Spatenstich im Dezember 2017 musste sich der Verein bei den Bauarbeiten bald mit unpassender Witterung arrangieren. „Im März war es bei minus 20 Grad zu kalt, das hat uns aus der Bahn geworfen“, sagt der Vorsitzende. Sorgen bereitete ihm und seinen Vereinskollegen aber vor allem eine unangenehme Entdeckung im Untergrund des Gebäudes, das aus dem Jahr 1828 stammt: Dort war keinerlei Fundament zu finden. „Das Haus stand komplett im Lehm. Es ist ein Wunder, dass es überhaupt noch steht“, sagt Mayer schmunzelnd.

„Wir haben etliche Überraschungen erlebt.“

Erwin Mayer, Vorsitzender OWV

Um das Türmerhaus zu stabilisieren, mussten die beauftragten Firmen dringend teure Maßnahmen ergreifen: Mit Hilfe von Beton und Ziegelsteinen galt es, nachträglich Fundamente einzubringen. Außerdem musste man die Mauern des Gebäudes an diversen Stellen öffnen, um Stürze und Stahlplatten einzusetzen, die künftig Risse in den Wänden verhindern sollen. Kein Wunder, dass die Sanierung deutlich teurer wird als geplant. Ursprünglich hatte der Verein mit Gesamtkosten von 214000 Euro kalkuliert. Nun rechnet Mayer mit einem Anstieg um mindestens 30000 Euro – falls sich in den nächsten Wochen nicht noch weitere unliebsame Überraschungen ergeben.

Förderung von der EU

Mit den Zusatzkosten muss der Verein als Bauherr allein fertig werden. Der Zuschuss aus den Fördertöpfen des EU-Leader-Programms und des Freistaats liegt bei 104500 Euro. Den Förderbescheid hatte Hans-Michael Pilz, Leader-Koordinator für die Oberpfalz, im Mai 2017 offiziell am Mayer übergeben und dabei betont, wie lobenswert das ehrgeizige Projekt des OWV sei. Doch alle Kosten, die nicht mit Fördermitteln abgedeckt sind, muss der Verein selbst stemmen. Für die geplante Inneneinrichtung fehlt es deshalb im Moment an Geld. Mayer hofft darauf, dass sich noch weitere Spender finden, die dem OWV finanziell unter die Arme greifen.

Lesen Sie mehr: Halbzeit beim Schwandorfer Türmerhaus. Zurzeit wird der marode Dachstuhl erneuert.

Derzeit sind die Handwerker damit beschäftigt, im Erdgeschoss die Fußbodenheizung zu installieren. Im Lauf der Woche werden die maroden Fenster entfernt und durch Lärchenholzfenster ersetzt, die außen Bänke aus Kupfer erhalten. Bald soll das Gebäude auch einen neuen Strom- und Gasanschluss bekommen.

Großes Fest am Blasturm

Im Moment erreicht man das Obergeschoss nur über eine Leiter. Foto: scl
Im Moment erreicht man das Obergeschoss nur über eine Leiter. Foto: scl

Trotz aller Widrigkeiten ist der Vorsitzende zuversichtlich, dass die Sanierungsarbeiten bald zu einem guten Abschluss kommen werden. Wenn die Stadt vom 3. bis 5. August anlässlich des 100. Geburtstags des Freistaats Bayern das Blasturm-Areal in die Konrad-Max-Kunz-Tage einbindet, werden die Besucher bereits vom Umbau des Türmerhauses profitieren: Der OWV übernimmt an den drei Tagen die Bewirtung und kann dabei das Gebäude als Logistikzentrum nutzen, während die Schwandorfer sich beim Schauspiel „Kunz & Konsorten“ und Live-Musik amüsieren.

Die Idee, dem Türmerhaus wieder neuen Glanz zu geben, startete vor 14 Jahren:

Baustelle am Blasturm

  • Rückblick:

    Vor 14 Jahren hatten Erwin Mayer und seine Mitstreiter die Idee, das Türmerhaus zu restaurieren. Es folgte ein Verhandlungsmarathon mit der Stadt. Seit 2014 ist das Türmerhaus via Erbpacht in den Besitz des OWV übergegangen.

  • Verschönerungsmaßnahme:

    Die OWV-Mitglieder haben die Außenanlagen am Türmerhaus liebevoll bepflanzt und dafür rund 300 Euro an Eigenmitteln aufgewendet. Auch einige robuste Rebstöcke haben sie gesetzt.

  • Innenausbau:

    Im Moment erreicht man das Obergeschoss nur über eine Leiter. Doch bald soll hier die neue Treppe installiert werden. Wer sich vom Baufortschritt überzeugen will, hat dazu am Sonntag, 8. Juli, von 14 bis 17 Uhr Gelegenheit.

  • Spatenstich:

    Der Umbau des Türmerhauses startete offiziell im Dezember 2017 – mit Stephanie Wischert von der Lokalen Aktionsgruppe für die Leader-Förderung (l.), OB Andreas Feller (3.v.l.) sowie Architekt Alfred Popp (3.v.r.).

Fertig sein dürfte das Türmerhaus laut Mayer spätestens dann, wenn die neue bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber am 22. September auf Einladung des Landratsamts dem Blasturm-Areal einen Besuch abstattet. Sie wird sich selbst ein Bild davon machen, wie das neue Info-Zentrum für Wanderer und Pilger im Erdgeschoss aussieht, das als Anlaufstelle für all jene gedacht ist, die rund um Schwandorf auf dem Jakobsweg, dem Sautreiberweg oder dem Panoramaweg unterwegs sind.

Doch auch der OWV selbst mit seinen 541 Mitgliedern wird das Gebäude künftig intensiv nutzen: Neben dem Büro im Obergeschoss wird es dort einen Raum geben, in dem sich die Nachwuchsgruppe trifft.

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