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Tradition

Wallfahrt: Herzen der Menschen ändern

Am 6. Mai brechen Teublitzer Pilger zum 74. Mal nach Schwandorf auf. Pfarrer Hofmann gab nach dem Krieg den Anstoß dazu.
Von Werner Artmann

  • Im Jahr 2014 fand die 70. Gelöbniswallfahrt nach Schwandorf mit Pfarrer Michael Hirmer und Diakon Heinrich Neumüller statt. Foto: Artmann
  • Dr. phil. Karl Hofmann gab 1945 nach dem Krieg den Anstoß zur Gelöbnis-Wallfahrt. Foto: privat

Teublitz.Die diesjährige 74. Teublitzer Friedenswallfahrt findet am Sonntag, 6. Mai, statt. Um 4.10 Uhr morgens werden die Pilger ab der Pfarrkirche Herz-Jesu nach Schwandorf aufbrechen. Gegen 5.05 Uhr schließen sich Pilger an der Kirche in Katzdorf mit an. Traditionell werden dort die Glocken der Michaelskirche geläutet.

Diese Gelöbnis- oder Friedenswallfahrt geht zurück auf die Zeit gegen Ende des 2. Weltkriegs, als am 17. April 1945 britische und kanadische Bomber einen vernichtenden Luftangriff auf Schwandorf führten. Viele ältere Teublitzer erinnern sich mit Schrecken daran, wie der Himmel glühte und die „Christbäume“ vom Himmel gefielen. Die Angst in den Tagen nach dem Angriff war groß, dass auch das Eisenwerk der Maxhütte noch bombardiert werden könnte.

Er versuchte, die Not zu lindern

In dieser furchtbaren Zeit gab es besondere Menschen, die nicht weg schauten, sondern versuchten, die Not zu lindern, wo es nur möglich war. Einer von ihnen war der bis heute hoch verehrte Teublitzer Pfarrer Dr. Karl Hofmann. Viele Teublitzer berichten noch heute, dass der alte Teublitzer Pfarrhof zu Kriegsende voll war von Menschen, die auf der Flucht waren, dem KZ entkamen oder aus der Wehrmacht desertierten.

Diese tätige Nächstenliebe des späteren Regens und Generalvikars war jedoch nicht alles, was er für seine geliebte Teublitzer Gemeinde tat. Ihm war bewusst, dass vor allem das Gebet die Herzen der Menschen verändern kann: „Eine lebendige Glaubensbeziehung zu Gott schenkt Frieden.“ Er legte deshalb für seine Pfarrgemeinde ein Gelöbnis ab: „Jedes Jahr soll zum Kreuzberg nach Schwandorf gepilgert werden.“

So machten sich erstmals am 23. September 1945 an die 900 Gläubige von Saltendorf, Teublitz und Katzdorf, das damals noch zur Pfarrgemeinde Herz Jesu gehörte, zum Gnadenbild der Gottesmutter nach Schwandorf, auf.

„Solange ich noch konnte, bin ich immer gerne mitgegangen,“ weiß Pfarrer Dr. Johannes Schlosser von der Pfarrei Katzdorf zu berichten. Er war zunächst Kaplan in Teublitz und war dann erster Pfarrer in der Pfarrgemeinde Katzdorf. „Gemeinsam sind wir nach Schwandorf gepilgert, haben dort die Messe gefeiert und es ging dann wieder zu Fuß zurück“, erinnert er sich. Pfarrer Schlosser, der in diesem Jahr sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiert, wird heuer am 6. Mai zur 74. Gelöbniswallfahrt um 7.30 Uhr den Pilgergottesdienst auf dem Kreuzberg in Konzelebration mit Pfarrer Michael Hirmer und Pfarrvikar P. John Mathew feiern. Nach dem Gottesdienst brauchen die Pilger jedoch nicht mehr den Heimweg zu Fuß anzutreten. Es warten Busse, welche die Pilger nach Katzdorf, Teublitz und Saltendorf zurückbringen.

Gebet für Frieden nötiger denn je

Vor sechs Jahren erhielt die Gelöbniswallfahrt durch den Teublitzer Pfarrer Michael Hirmer einen neuen Impuls. Sie wird nun Friedenswallfahrt genannt.

„Es gibt so viele Kriege und so viel Terror in unserer Zeit, dass gerade heute das Gebet für den Frieden nötiger denn je ist“, sagt Pfarrer Hirmer. Getreu dem Motto von Pfarrer Karl Hofmann aus dem Jahre 1945 will auch heute die Friedenswallfahrt die Herzen der Menschen verändern.

Pfarrer Karl Hofmann

  • Karl Borromäus Hofmann

    wurde am 28.8.1904 in Pötzmes im Landkreis Mainburg geboren.

  • Nachdem er in

    Innsbruck bereits den Doktorhut in Philosophie erworben hatte, empfing er am 29. Juni 1930 durch Bischof Dr. Michael Buchberger in Regensburg die Priesterweihe.

  • Am 1. Dezember 1962

    wurde Dr. Hofmann zum Generalvikar und am 1. Januar 1963 zum Domkapitular ernannt. Er trat am 1. April 1972 in den verdienten Ruhestand. Dr. Karl Hofmann verstarb am 5. Juni 1991 in Regensburg

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