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Freizeit

Wanderer schnüren zweimal die Stiefel

Am Wochenende steigen in Burglengenfeld die 45. Internationalen Wandertage. Vier Wochen später geht es um Hilfe für Kranke.
Von Thomas Rieke

Alfons Royer (rechts) hat die Strecken für die Wandertage ausgetüftelt. Gründungsmitglied Joachim Berger und Wanderwartin Theresia Böttcher freuen sich mit ihm auf möglichst viele Teilnehmer am Wochenende und erst recht am 3. Oktober, bei der Benefizaktion. Foto: Rieke
Alfons Royer (rechts) hat die Strecken für die Wandertage ausgetüftelt. Gründungsmitglied Joachim Berger und Wanderwartin Theresia Böttcher freuen sich mit ihm auf möglichst viele Teilnehmer am Wochenende und erst recht am 3. Oktober, bei der Benefizaktion. Foto: Rieke

Burglengenfeld.Joachim Berger (87) leidet seit vielen Jahren unter einer heimtückischen Augenkrankheit. Das erschwert es dem ansonsten recht rüstigen Senior, sich zu orientieren; vor allem schnelle Bewegungen anderer kann er nur schemenhaft erkennen. Es dauert eine Weile, bis sich das Bild für ihn zusammengesetzt hat. Das hindert den Rappenbügler aber nicht daran, sich in der freien Natur zu bewegen, ganz im Gegenteil.

Genau deshalb wird der hochbetagte frühere Kaufmann der Maxhütte am Wochenende wieder die Stiefel schnüren. Die Wanderfreunde locken zu den 45. Internationalen Wandertagen. Dafür wurden heuer drei besonders reizvolle Routen unterschiedlicher Länge (6, 11 und 20 Kilometer) ausgesucht.

Die Vorsitzenden Karlheinz Lehner und Alfons Royer erwarten zu dem Stelldichein der Gleichgesinnten rund 1000 Besucher. Das wäre recht beachtlich, wenn auch in früheren Jahren, als Wandern als Volkssport für die ganze Familie begriffen wurde, noch deutlich mehr Menschen an den Start gingen. Heute, so scheint es, ist das Zurücklegen längerer Strecken per pedes in Schrittgeschwindigkeit zumindest für die jüngeren Generationen nicht mehr hip genug. Und so bewegt sich das Durchschnittsalter der Vereinsmitglieder mittlerweile auf deutlich über 60 zu. Nachwuchs zu gewinnen ist ungemein schwierig.

Intensive Naturerlebnisse trotz Sehbehinderung

Unterkriegen lassen sich Lehner und Royer dadurch aber nicht. Solange die eigene Gesundheit mitspielt, wollen sie an ihrem Hobby festhalten. Fast jedes Wochenende ist ein Ausflug zu einem Wandertag geplant, und einmal im Jahr geben sie als Gastgeber ihr Bestes. Freude und Bestätigung ist es für sie, wenn Zeitgenossen wie Gründungsmitglied Berger beim Erklären, was den Reiz des Wanderns ausmacht, spontan ins Schwärmen geraten.

Natur

Rendezvous mit dem Wanderpapst

Franz Tennert engagiert sich seit Jahrzehnten fürs Wandern rund um Neunburg. Nun gibt es ein neues Beschilderungssystem.

Berger freut sich über Erlebnisse in der Gruppe ebenso wie über Eindrücke, die er ganz alleine für sich sammelt, zum Beispiel bei einer Rast auf einer Bank, um die Schönheit der Natur auf sich wirken zu lassen. Der 87-Jährige benötigt keine Digitalkamera und erst recht kein Smartphone, um die Bilder festzuhalten und mitzunehmen. Trotz seiner Sehbehinderung.

Die Verantwortlichen überlassen bei den Wandertagen nichts dem Zufall; schon im Frühjahr wurde mit den Vorbereitungen begonnen. Einmal mehr hat sich Lehner auf die Suche nach Sponsoren gemacht – allerdings nicht so erfolgreich wie 2018. Royer gab sich bei der Streckensuche diesmal besonders viel Mühe, hatten einige Teilnehmer im Vorjahr doch darüber geklagt, die Routen seien nicht „grün“ genug gewesen.

Die Strecken, die Samstag und Sonntag zur Wahl stehen, sind längst ausgesteckt. Und sie bleiben es heuer ungewöhnlich lange. Denn in vier Wochen, genauer am 3. Oktober, werden sie erneut benötigt.

Unterstützung des Mukoviszidose-Vereins

Dann nämlich rufen die Wanderfreunde schon wieder zu einem Wandertag. Allerdings nicht, um die eigene Kasse aufzubessern, sondern um Menschen mit der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose zu helfen. Seit vielen Jahren, so berichtet Karlheinz Lehner, hält der deutsche Volkssportverband (DVV) im Jahreskreis ein kleines Zeitfenster für eine Benefizveranstaltung zugunsten des Mukoviszidose-Vereins offen. Heuer haben sich die Wanderfreunde Burglengenfeld zum zweiten Mal um die Ausrichtung beworben.

Die Wandertage

  • Termine: 7. und 8. September sowie 3. Oktober
  • Strecken: Sechs, elf und zwanzig Kilometer
  • Start und Ziel: Mensa im Naabtalpark 40
  • 7. September: 12 bis 16 Uhr für 6 und 11 km; bis 15 Uhr für 20 km
  • 8. September: 6.30 bis 12 Uhr für 6 und 11 km; bis 11 Uhr für 20 km
  • 3. Oktober: 6.30 bis 13 Uhr
  • Besonderheit: Die Startgebühren am 3. Oktober gehen an den Mukoviszidose-Verein.

Schirmherrin ist die Schauspielerin Michaela May. Sie wird am 3. Oktober zwar nicht persönlich anwesend sein, betont aber in einem Schreiben, wie wichtig es ist, durch Spenden die Forschungsarbeit zu unterstützen. May: „Jeder Euro, den wir investieren, bringt uns weiter auf dem Weg, den kleinen und großen Patienten ein Mehr an Lebenszeit und Lebensqualität zu schenken.“ Das große Ziel sei es, gemeinsam die tückische Krankheit zu besiegen.

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