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Region Schwandorf
Montag, 23. Juli 2018 26° 2

Wintersport

Wann ist mal wieder richtig Winter?

Frost und Schnee geben nur ein kurzes Gastspiel. Dabei gäbe es im Landkreis Schwandorf etliche Möglichkeiten.
Von Cornelia Lorenz

Spontan die Skier ins Auto packen und nach kurzer Fahrt schon auf der Piste in Ödengrub stehen – das ging bisher erst an fünf tagen. Foto: sss/Archiv
Spontan die Skier ins Auto packen und nach kurzer Fahrt schon auf der Piste in Ödengrub stehen – das ging bisher erst an fünf tagen. Foto: sss/Archiv

SCHWANDORF.Spontan die Skier ins Auto packen und nach kurzer Fahrt schon auf der Piste stehen – im Landkreis ist das ein Plan, der in diesem Winter sehr selten aufging. Geklappt hat es bisher nur am Lift des Skiclubs Schwarzenfeld bei Ödengrub. Am Montag konnte die Anlage mit ihren beiden Schleppliften und den drei Abfahrten zum fünften Mal in dieser Saison in Betrieb gehen. Die Wetterprognose für die nächsten Tage sieht leider nicht gut aus. Reinhold Ziermeier, Vorsitzender des Skiclubs, hofft aber, dass es noch ordentlich schneit.

Denn erst, wenn die Lifte mindestens 14 Tage pro Saison die Brettlfans den Hang hinauftransportiert, kommt der Skiclub aus der Verlustzone. Keine Chance auf elegante Schwünge gab es in dieser Saison für Wintersportfans am Nabburger Skilift. „Wir hatten keinen richtigen Frost, alles ist matschig“, sagt Rudi Scharf vom Bauhof. Deshalb sieht es im Moment auch nicht danach aus, als könnten die beiden Pisten bald geöffnet werden. Bei gefrorenem Boden würden laut Scharf zehn bis 15 Zentimeter Schnee für Skispaß reichen.

Erinnerung an die Skifreuden im Schönseer Land

Mit der Skiweltmeisterschaft der Blondinen kam auch für den Skilift am Reichenstein das wirtschaftliche Aus. Foto: Allacher/Archiv
Mit der Skiweltmeisterschaft der Blondinen kam auch für den Skilift am Reichenstein das wirtschaftliche Aus. Foto: Allacher/Archiv

Dabei erinnern sich viele Wintersportfreunde noch gern zurück, als sie sich am Reichenstein bei Stadlern tummeln konnten. Bis 2008 gab es hier am Ost- und am Westhang drei Schlepplifte und bis zu 1100 Meter lange Abfahrten. Auch ein Steilhang als Seitenarm der Böhmerwald-Abfahrt hatte dazugehört und bot den Skifahrern die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu testen. Doch 2005 rutschte der Betreiber mit dem Versuch die Blondinen-Skiweltmeisterschaft ins Schönseer Land zu holen, in die Insolvenz, weshalb die Anlage inklusive der Sommerrodelbahn am Ende aufgegeben wurde.

Ruhe ist seit einiger Zeit auch am Lindauer Hang bei Schönsee eingekehrt: Hier wartete einst eine rund 700 Meter lange Familienabfahrt mit Schlepplift auf Skifahrer. Doch Betreiber Alfons Höllerl hat die Anlage vor ein paar Jahren geschlossen und ist in Ruhestand gegangen. Dafür kommen jetzt die Rodler am Lindauer Hang auf ihre Kosten.

Gute Karten für Langlaufsportler

Auf den Loipen im östlichen Landkreis können die Wintersportler ihrem Hobby frönen. Foto: gdl/Archiv
Auf den Loipen im östlichen Landkreis können die Wintersportler ihrem Hobby frönen. Foto: gdl/Archiv

Wer sich mit Langlaufskiern in der Natur erholen möchte, hat im Landkreis derzeit gute Karten, vor allem im Schönseer Land: Rund 20 Kilometer gespurte Loipen warten im Nordic-Sport-Zentrum Schönsee-Rosenhof auf Wintersportler. „Die Schneelage ist bei uns hervorragend“, sagt Reiner Hauer, Vorsitzender des Wintersportvereins Schönsee. Bereits im Dezember habe man keinen Grund zur Klage gehabt, denn bereits da hätten die Langlauffans knapp vier Wochen lang ihre Bahnen ziehen können. „Zu Weihnachten kam eine kleine Durststrecke, aber jetzt geht es wieder sehr gut“, betont Hauer.

„Die Schneelage ist bei uns hervorragend.“

Reiner Hauer, Vorsitzender des Wintersportvereins Schönsee

Rund 300 Sportler haben seinen Worten zufolge am Sonntag das Nordic-Sport-Zentrum besucht und sich auf den Weg über die Loipen gemacht. Auch im Raum Oberviechtach kann man langlaufen: Die Johannisberg-Loipe ist seit Sonntag gespurt. Die Eibenstein-Loipe bei Thanstein wartet dank guter Schneelage seit Montag ebenfalls auf fleißige Langläufer.

Schlittschuhfahren auf Natureis ist nicht möglich

Wer gern unter freiem Himmel Schlittschuh laufen will, hat in dieser Saison Pech: Bisher gab es keine ausreichend lange Frostperiode. Der städtische Eislaufplatz bei der Schwandorfer Oberpfalzhalle ist deshalb immer noch nicht mehr als ein flacher Tümpel. Die Bauhofmitarbeiter haben ihn bereits im November aufgefüllt, um für die Kälte gerüstet zu sein, doch sie blieb aus. So müssen die Eisstöckler und Schlittschuhläufer weiter hoffen, dass sich endlich das passende Winterwetter einstellt.

Zuletzt im Winter 2016/2017 war die Eislauffläche in Burglengenfeld befahrbar. Foto: ba/Archiv
Zuletzt im Winter 2016/2017 war die Eislauffläche in Burglengenfeld befahrbar. Foto: ba/Archiv

Das gilt auch für den Eislaufplatz in Burglengenfeld. Fast fünf Jahre lang hatte es hier nicht mit einer ausreichenden Eisschicht geklappt, dafür aber dann im Winter 2016/1017 – und die Wintersportfans strömten prompt in Scharen aufs Burglengenfelder Eis. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist leider kein Grund für Optimismus: Die Temperaturen sollen erst einmal deutlich nach oben gehen.

Eisstöckler ziehen auf Asphalt um

Das eisige Vergnügen auf zugefrorenen Weihern ist schon seit Jahren nur noch sehr begrent möglich. Foto: srg/Archiv
Das eisige Vergnügen auf zugefrorenen Weihern ist schon seit Jahren nur noch sehr begrent möglich. Foto: srg/Archiv

Harte Zeiten sind auch für die Eisstöckler in der Region angebrochen: Dank der milden Temperaturen frieren die Gewässer nicht zu. Egal ob am Kammerweiher bei Klardorf oder am Weiher bei Prissath – nichts geht im Moment. „Früher hatten wir manchmal drei Wochen hintereinander Eis auf den Weihern“, erinnert sich Gerhard Berger, Vorsitzender des ESC Schwandorf.

Allzu wehmütig ist er derzeit aber nicht. „Der Winter juckt uns eigentlich nicht mehr, wir können ja auf unserer Teerbahn schießen“, sagt er. Trotzdem würden sich er und seine Kollegen über eine knackige Kälteperiode freuen – und sich dann auch gern wieder aufs Eis wagen.

Teunz – das einstige Rodelmekka im Landkreis

Auf Rennrodeln stürzten sich die Sportler in Teunz in die einzigartige Naturrodelbahn. Foto: Minsapost/Archiv
Auf Rennrodeln stürzten sich die Sportler in Teunz in die einzigartige Naturrodelbahn. Foto: Minsapost/Archiv

Selbst die kuriosesten Wintersportarten gab es einst im Landkreis, von denen heute kaum mehr jemand zu träumen wagt. Peter Minsapost aus Teunz denkt noch gern an alte Zeiten zurück: Von 1972 bis 1987 gab es in Teunz eine 450 Meter lange Naturrodelbahn mit Startrampe und Steilkurve. Bei der SpVgg Teunz bildete sich sogar eine eigene Rodel-Sparte.

Minsapost, der damals als sportbegeisterter Lehrer an der Volksschule mit seinen Schülern trainierte, konnte mit seinen Schützlingen viele regionale und überregionale Titel gewinnen. Das ganze Dorf war damals auf den Beinen, um gemeinsam die Rodelbahn zu errichten. Weil es in den letzten Jahren an Schnee fehlte, gaben die Rodelfans den Bahn-Bau auf.

Sehen Sie hier weitere Fotos der einzigartigen Naturrodelbahn der SpVgg Teunz in unserer Bildergalerie:

Die Naturrodelbahn von Teunz

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