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Partei

„Weg von der Autoperspektive“

Beim Wahlkampfauftakt stellten Bündnis 90/Die Grünen ihre Ziele vor. Lob gab es für die „grüne“ Entwicklung von Nittenau.
Von Ulrike Wolf

Claudia Müller-Völkl (Mitte) und ihr Team setzen sich für ein grünes Nittenau ein. Foto: Ulrike Wolf
Claudia Müller-Völkl (Mitte) und ihr Team setzen sich für ein grünes Nittenau ein. Foto: Ulrike Wolf

Nittenau.Der Wahlkampfauftakt von Bündnis 90/Die Grünen ist am Montagabend in Fischbach bei der Bevölkerung auf wenig Interesse gestoßen. Bürgermeisterkandidatin Claudia Müller-Völkl hatte neun Listenkandidaten mitgebracht, die der Öffentlichkeit ihre Schwerpunkte vorstellen wollten.

Durch Vielfalt im Stadtrat kämen angeregte Diskussionen und auch andere Sichtweisen zutage, sagte Stadtrat Christoph König zur Begrüßung. Auch Landratskandidat Rudi Sommer kam vorbei, um seine Parteikollegen zu unterstützen.

Claudia Müller-Völkl ist der Überzeugung, dass das politische Handeln eine grundlegend andere Ausrichtung brauche. Entscheidungen müssten nicht nur wirtschaftlich, sondern auch nach ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll sein. „Wir müssen von der Autoperspektive wegkommen“. Ein rot markiertes Stück Straße für die Radfahrer würde schon genügen. Vor allem für Kinder müssen die Fußwege sicher sein. Regionale und regelmäßige Einkaufsmöglichkeiten wie ein Wochenmarkt oder in einem Laden sollen wieder angeboten werden.

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Lob für Betreuungssituation

Müller-Völkl lobte die Betreuungssituation der Stadt. „Das muss erhalten bleiben, das ist ein Standortfaktor“. Das alte Gymnasium sei in seiner jetzigen Form kein geeigneter Raum für Vereine. Ebenso plädierte sie für einen hauptamtlichen Sozialarbeiter, der sich nicht nur um alle Generationen kümmert und bei dem die Fäden der Jugend- und Familienarbeit, auch in der Organisation von Veranstaltungen in die Hand bekomme. Die Angerinsel als „grünes Herz Nittenaus“ müsse erhalten bleiben. Für den Hochwasserschutz sollten mehr Retentionsflächen geschaffen werden und die geplante hohe Betonmauer niedriger gehalten werden. „Wir wollen Lieblingsplätze, weil wir hier leben“.

Grüne in Nittenau

  • Stadtrat:

    Die Grünen sind seit 1992 im Stadtrat vertreten. Erster und lange Zeit einziger „grüner“ Stadtrat war Franz Probst. Seit 2014 hat die Partei mit Elisabeth Bauer und Franz Probst zwei Sitze im Stadtrat. 2017 ist Franz Probst zurückgetreten. Christoph König rückte für ihn nach.

  • Kreistag:

    Elisabeth Bauer ist auch im Kreistag und setzt sich dort vor allem für Familien ein. (tkw)

Die Stadträte Elisabeth Bauer und Christoph König berichteten von der Arbeit im Gremium und von den Akzenten, die sie setzten. Das Energieeinsparpotenzial sollte besser genutzt werden. Für eine bessere Nahverkehrsanbindung müsse man im Landratsamt mehr Druck ausüben. Auch der Flächenverbrauch bei Industriebauten lässt sich durch mehrstöckige Bauten reduzieren.

Auch die übrigen Kandidaten stellten ihre Hauptanliegen kurz vor: Anna Ober möchte Familien unterstützen und Kindern die Natur näher bringen. Auch für das Ehrenamt setzt sie sich ein. Martina Heimerl möchte das JuNit reaktivieren und den öffentlichen Nahverkehr ausbauen. Erkan Akdemir fand, dass Asylanten nicht nur Sprachkurse, sondern auch „Kulturkurse“ bräuchten, denn „nur so lernen sie unsere Kultur zu verstehen und werden richtig integriert“.

Gegen „herrenlose Gebäude“

Cordula Körber „möchte eine Lanze für die Gewerbetreibenden brechen“. Sie befürwortet den Regionalmarkt, der alle Bedürfnisse abdecke und auch zur Kommunikation einlade. Auch gegen die „herrenlosen Gebäude“, in denen nicht einmal gewohnt werde, müsse die Stadt vorgehen.

Franz Stadler denkt ähnlich. „Gegen ungenutzten Wohnraum und Baugrund, der seit 25 Jahren erschlossen, aber noch nicht bebaut ist, muss die Stadt robuster vorgehen“ und Möglichkeiten mit dem Eigentümer durchgehen.

Für die Pflege der Artenvielfalt steht Alexander Schambeck. Auch bei städtischen Flächen könne man dazu beitragen. Franz Probst lobte die „grüne“ Entwicklung seit 1992 – „alte Fronten brechen auf“. Mit neuen Stadträten der Grünen werden mehr Kompetenz und andere Denkansätze im Stadtrat einziehen.

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