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Region Schwandorf
Donnerstag, 21. Juni 2018 27° 8

Mitsprache

Wenn Wünsche Wirklichkeit werden

In den nächsten Wochen werden die ersten Maßnahmen aus dem Bürgerhaushalt umgesetzt. 2019 wird das Projekt fortgesetzt.
Von Reinhold Willfurth

Eine modernere Ausstattung der Spielplätze steht ganz oben auf der Wunschliste. Foto: Archiv / Zwick
Eine modernere Ausstattung der Spielplätze steht ganz oben auf der Wunschliste. Foto: Archiv / Zwick

Schwandorf.Vom beleuchteten Pendlerparkplatz in Klardorf über Ruhebänke auf dem Oberen Marktplatz bis zur Sanierung der Aussichtsplattform „Schwammerling“: Die Wunschliste, welche die Schwandorfer der Stadt im Rahmen des „Bürgerhaushalts“ im vergangenen Herbst vorgelegt haben, ist lang. 34 Projekte erachtete die Verwaltung für realisier- und finanzierbar. Jetzt geht es an die Umsetzung der ersten fünf Wünsche.

Ein Aufsteller mit Plastiktüten zum Aufsammeln von HundekotFoto: dpa
Ein Aufsteller mit Plastiktüten zum Aufsammeln von HundekotFoto: dpa

Dazu zählt zum Beispiel die Beschaffung von Hundetoiletten. Laut Lothar Mulzer, Sprecher der Stadt, wurden 14 Standorte festgelegt, und zwar im Kernstadtbereich, im Stadtpark, aber auch an stärker frequentierten Spazier- und Wanderwegen. Binnen vier bis fünf Wochen würden die Beutelspender samt Abfallbehälter von den Mitarbeitern des Bauhofes aufgestellt. Ebenfalls in den kommenden Wochen errichtet wird laut Mulzer die Beleuchtung für den Pendlerparkplatz in Klardorf-Zielheim gegenüber der Autobahnauffahrt A 93. Sie soll 30 000 Euro kosten.

PerspektivenfürSchwammerling

Der Schwammerling wird saniert.Foto: Archiv
Der Schwammerling wird saniert.Foto: Archiv

Ende Juni / Anfang Juli schwärmen Mitarbeiter des städtischen Bauhofs zum „Schwammerling“ aus, um die Aussichtsplattform und deren Zuwegung auf Vordermann zu bringen. Es gehe darum, die Sicht auf die Altstadt Schwandorfs zu optimieren, das Geländer zu erneuern sowie den Treppenaufgang und den Schwammerling selbst zu sanieren, so Mulzer. „Zwei bis drei Parkbuchten“ (Kosten jeweils 10 000 Euro) sollen die Parksituation in der Aussiger Straße entspannen und gleichzeitig Raser abbremsen. Die Fertigstellung soll im zweiten Halbjahr erfolgen. Zur Pflanzzeit im Herbst soll der Obere Marktplatz außerdem durch begrünte Ruhezonen (Bänke) aufgewertet werden.

Einen Kunstrasenplatz wird es so schnell nicht geben.Foto: dpa
Einen Kunstrasenplatz wird es so schnell nicht geben.Foto: dpa

Auch damit entspricht man dem Bürgerwunsch. 100 000 Euro schwer ist das Gesamtbudget für den Bürgerhaushalt. Nicht alle Wünsche können wahr werden – unter anderem auch derjenige mit der größten Unterstützung: Viele der knapp 700 Schwandorfer, die im vergangenen Oktober über die Vorschläge abstimmten, darunter wohl auch viele Sportler, hatten sich einen Kunstrasenplatz gewünscht. Die Verwaltung hatte rund 40 000 Euro für eine kleine Anlage mit einer Fläche von 13 mal 20 Meter veranschlagt. Gefragt wäre aber ein Areal mit den Ausmaßen eines Fußballplatzes gewesen. Ein solcher ist nicht unter einer halben Million Euro zu haben. Deshalb verwies der Stadtrat den Wunsch erst einmal ins Reich der städtischen „Zukunftsaufgaben“.

Ebenfalls keine Chance hatte ein anderer Favorit auf der Wunschliste: die Möglichkeit, sich im Hallenbad Dachelhofen im besonders warmen Wasser aalen zu können, etwa so wie im Solebecken des Erlebnisbads. Die Stadträte sahen wenig Sinn in der Baumaßnahme, die dafür nötig ist, solange die Diskussion um ein mögliches Ganzjahresbad noch nicht einmal begonnen habe.

Badespaß unter dem Dach

Dass die Schwandorfer aber Handlungsbedarf, vor allem in der kalten Jahreszeit, sehen, bestätigt auch eine Umfrage der Mittelbayerischen bei Facebook Ende des Jahres. „Was fehlt in Schwandorf?“ lautete die Frage, und viele Antworten – teilweise mit Verweis auf das Burglengenfelder Bulmare oder Amberger Kurfürstenbad drehten sich um den nicht mehr zeitgemäßen Zustand des Hallenbads.

Andere Wunsch-Favoriten der MZ-Umfrage sind ebenfalls kaum oder gar nicht von der Stadt beeinflussbar – von bezahlbaren Wohnungen bis zur Wiederkehr des lange vermissten Verbrauchermarkts „Kaufland“.

Ruhebänke soll der Obere Marktplatz erhalten.Foto: dpa
Ruhebänke soll der Obere Marktplatz erhalten.Foto: dpa

Die Idee des Bürgerhaushalts geht auf das Bestreben der Politik zurück, den Einwohnern direkt ein Budget für Verbesserungsvorschläge in ihrer Kommune einzuräumen. Erstmals von vielen Parteien im Wahlkampf 2014 aufgetaucht, ging ein entsprechender Antrag der CSU-Fraktion Anfang 2017 einstimmig im Stadtrat durch. Drei Wochen hatten die Schwandorfer dann im September Zeit, um ihre Vorschläge einzubringen. 254 Schwandorferinnen und Schwandorfer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen und reichten 436 Wünsche ein. Für das erste Projekt dieser Art sei die Beteiligung sehr gut, sagte Projektleiter Lothar Mulzer damals.

So geht es mit diesen Projekten weiter:

Was umgesetzt wird - und was nicht

  • Hundekotbeutel:

    Ein ständiges Ärgernis für Passanten und Hausbesitzer sind die Hinterlassenschaften von Hunden auf den Straßen. Abhilfe schaffen Kotbeutel, die aus in der Kernstadt platzierten Spendern gezogen werden können (5000 Euro).

  • Schwammerling:

    Der beliebte Aussichtspunkt, ein 1907 eingeweihtes Schwandorfer Wahrzeichen, ist dringend renovierungsbedürftig. Der Wunsch nach einer Sanierung stand daher ganz oben auf der Wunschlister der Bürger (25 000 Euro).

  • Ruhebänke:

    Sitzgelegenheiten am Oberen Markt sind bereits fest eingeplant (10 000 Euro). Auf Ruhebänke entlang der Friedrich-Ebert-Straße,

  • ebenfalls ein Favorit auf der Wunschliste, müssen die Bürger bis zum Sanierungsende warten.

  • Missverständnis:

    Aus einem vollwertigen Kunstrasenplatz, der Nummer eins auf der Wunschliste, wird vorläufig nichts. Die Verwaltung hatte nur einen kostengünstigen Kleinplatz eingeplant. Der aber bringt den Sportvereinen nichts.

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