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Behördenfunk

Widerstand gegen Digitalfunkmast

Die Anwohner auf dem Weinberg in Schwandorf wehren sich gegen den geplanten Standort eines BOS-Funkmasten und gründen eine Bürgerinitiative.
Von Elisabeth Hirzinger

Der Standort für den Funkmasten am Wasserturm ist umstritten.

Schwandorf. Dieses Mal hat der Oberbürgermeister hat die Rechnung ohne die Bürger gemacht. Dass er die Anlieger auf dem Weinberg nicht über die Pläne des Innenministeriums informiert hat, auf dem Wasserturm einen Digitalfunkmasten für den Behördenfunk zu installieren, nehmen ihm die Betroffenen übel.

Erst Anfang des Jahres haben die Familien Daubitzer, Brunner und Deml von der Standortentscheidung erfahren, die bereits 2010 fiel, mit Zustimmung der Stadt wohlgemerkt. Es sind drei Hausbesitzer, die im Umkreis von 31,8 Metern, von der Spitze des geplanten Mastes aus gesehen, neben dem Wasserturm wohnen.

Andere Nachbarn wurden vom Bauamt Amberg gar nicht erst angeschrieben. Dabei fühlen sich deutlich mehr Menschen betroffen. Gerd Sichler zum Beispiel, der in der Ganghoferstraße wohnt, oder Jürgen Dechant aus der Friedrich-Hebbel-Straße. Sie sind mit Johann Daubitzer (Paul-Keller-Straße) und Karlheinz Deml (Friedrich-Hebbel-Straße) in die Redaktion gekommen, um zu erklären, warum sie den Standort in der Gebrüder-Grimm-Straße ablehnen.

Die Familien Daubitzer, Deml und Brunner haben den ersten Schritt schon getan und ihre nachbarschaftliche Zustimmung verweigert. Diese Möglichkeit hatten andere Nachbarn, deren Haus außerhalb des errechneten Radius von 38 Metern liegt, gar nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass diese von dem Vorhaben nur durch Zufall erfuhren, durch Gespräche mit den Nachbarn.

Sie wollen jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, um ein Verfahren zu stoppen, das bereits kurz vor dem Abschluss steht. Innerhalb von wenigen Tagen hat Gerd Sichler die Gründung einer Bürgerinitiative und eine Unterschriftenaktion vorbereitet.

Die Anlieger wollen sich nicht, wie es Johann Daubitzer betont, „grundsätzlich dem Fortschritt verschließen“. Was sie stört, ist die Auswahl des Standorts, der „mitten im Wohngebiet liegt, sehr nahe am Kindergarten und nicht weit weg von der Realschule“.

Die betroffenen Bürger fürchten gesundheitliche Schäden durch die permanente Strahlung und beklagen „mangelnde Transparenz“. Keiner wisse, wie gefährlich die Strahlung ist, die von solchen Anlagen ausgeht, sagt Gerd Sichler, der sich wie die anderen Anwesenden erst mal im Internet schlaugemacht hat und zu dem Schluss kam: „Die Strahlung ist eine ständige Unbekannte.“

Und solange gesundheitliche Auswirkungen nicht ausgeschlossen werden können, fordern die betroffenen Bürger, „sollte man lieber dort bauen, wo der Schaden am geringsten ist“ – zum Beispiel im Waldgebiet zwischen Spielplatz und Sportplatz, oder auf dem BGS-Gelände.

Die Bürgerinitiative will, dass man sich auf einen verträglichen Standort einigt. Etwaigen Alternativen würde sich auch der Betreiber nicht verschließen, versichert DigiNet-Sprecher Michael Ruhland, der auch mehrere Standorte nicht ausschließt.

Bleibt abzuwarten, wie die Stadträte dazu stehen. Am Mittwoch und Donnerstag steht das Thema jedenfalls – auf Antrag der SPD-Fraktion – im Umweltausschuss und Bauausschuss auf der Tagesordnung.

Die Bürgerinitiative

Ziel der Bürgerinitiative ist es, einen alternativen Standort für den BOS-Digitalfunk zu finden.

Zur Begründung führt die BI fünf Punkte an:

1. Der Wasserbehälter in der Gebrüder-Grimm-Straße befindet sich mitten in einem dicht besiedelten Wohngebiet.

2. In unmittelbarer Nähe befinden sich ein Kinderspielplatz, ein Kindergarten und eine Realschule. Um gesundheitliche Strahlenschäden abzuwenden, müssen alternativ vorhandene Standorte in Erwägung gezogen werden ....

3. Die Höhe des geplanten Funkmastes (32,8m) ist auch aus wohnästhetischen Gründen für die Anlieger nicht zumutbar.

4. Die geplante Anlage bedeutet zudem eine Wertminderung der unmittelbar angrenzenden Grundstücke.

5. Die BI verlangt eine höhere Transparenz .. und Aufklärung über Gesundheitsrisiken. . oberste Priorität hat die Gesundheit aller Bürger.

6. Die Bürgerinitiative bezieht sich in ihrem Anliegen auch auf den Mobilfunkpakt II..

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