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Mitwirkung

Wie kann Neunburg besser werden?

Nur noch kurz ist die Frist, um einen Vorschlag zum Bürgerhaushalt einzureichen. Jeder kann sich daran beteiligen.
Von Ralf Gohlke

Der Spielplatz in Mitteraschau soll mit Hilfe des Bürgerhaushalts einige Verbesserungen erfahren.  Foto: Roland Thäder
Der Spielplatz in Mitteraschau soll mit Hilfe des Bürgerhaushalts einige Verbesserungen erfahren. Foto: Roland Thäder

Neunburg.Im September 2018 hat der Neunburger Stadtrat einen Antrag der CSU-Fraktion auf Einführung eines Bürgerhaushalts angenommen. Er soll es den Bürgern ermöglichen, ihre Stadt mit ihren eigenen Ideen aktiv mitzugestalten.

2019 konnten die ersten Vorschläge aufgenommen und umgesetzt werden. Für heuer wurden erneut 100 000 Euro bereitgestellt, allerdings läuft die Antragsfrist schon am 31. März aus. Aber bis dahin können noch entsprechende Maßnahmen vorgeschlagen werden. Die Formulare gibt es auf der städtischen Homepage.

Der Bürgerhaushalt der Stadt Neunburg

  • Vorschläge:

    Zum allersten Bürgerhaushalt im Vorjahr wurden insgesamt 84 Vorschläge eingereicht und entsprechend bearbeitet.

  • Aktuell:

    Für den aktuellen Bürgerhaushalt (Stand 11. März) wurden 43 Vorschläge zur Prüfung durch die Verwaltung vorgelegt.

  • Mittel:

    Der Stadtrat hat ein jährliches Budget von 100 000 Euro für den Bürgerhaushalt beschlossen und entsprechend im Haushalt eingeplant.

  • Einreichen:

    Auf der städtischen Homepage findet sich ein Meldebogen zum Bürgerhaushalt. Der kann ausgefüllt per Fax, Email oder als Ausdruck per Post oder persönlich im Rathaus abgegeben werden.

  • Anzahl:

    Pro Person sind bis zu drei Vorschläge möglich. Sie sollten im Meldebogen kurz beschrieben und näher begründet werden.

  • Vorschlagsfrist:

    Noch bis zum 31. März können Vorschläge für heuer eingereicht werden.

Zu den Antragstellern 2019 gehörte Sandra Buchtler. Ihrer Idee entsprang der „öffentliche Bücherschrank“, der seit Oktober seinen Platz vor der Schwarzachtalhalle gefunden hat. „Bücher liest man in der Regel nur einmal und dann stellt sich die Frage, was soll ich danach damit tun?“, sagte Sandra Buchtler auf Nachfrage der Mittelbayerischen. In den Jahren hätte sich so einiges an Lesestoff in ihrem Haushalt angesammelt.

Vorschlag wurde prompt umgesetzt

Die Initialzündung sei für sie ein Familienurlaub in Südtirol gewesen, wo sie erstmals auf Bücherregale aufmerksam wurde, in die Leute ihre gelesenen Bücher abstellen und sich jeder, der wollte, darin nach Herzenslust bedienen konnte. „So etwas sollte es bei uns auch geben“, kam ihr da in den Sinn. Der Bürgerhaushalt bot ihr dann die Gelegenheit, einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Mitbestimmung

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Vom Hundekotbeutel bis zum Grillplatz: 75000 Euro lässt sich die Stadt Neunburg die Wünsche ihrer Bürger kosten.

Dass die Stadt den auch umgesetzt hat, freut sie natürlich besonders. Ihrer Beobachtung nach funktioniert der „Bücherschrank“ bestens. Sie selbst nutzt das Angebot gern. Insbesondere für ihre Kinder habe sie schon einige interessante Bücher dort gefunden. Sie habe auch feststellen können, dass Urlaubsgäste gern von dem Angebot Gebrauch machen würden.

Bücher gibt es bald auch online

Anträge aus dem Bürgerhaushalt 2019 betrafen auch ein verbessertes Online-Angebot der Stadtbücherei.  Foto: Ralf Gohlke
Anträge aus dem Bürgerhaushalt 2019 betrafen auch ein verbessertes Online-Angebot der Stadtbücherei. Foto: Ralf Gohlke

Zwei weitere, ähnlich gelagerte Vorschläge von Karin Meier und Alois Wild betrafen die Stadt- und Pfarrbücherei. Darin ging es um die Möglichkeit, sich Bücher online zu bestellen und ausleihen zu können. Aus eigener Erfahrungen mit der Stadtbücherei Regensburg konnte sich Karin Meier eine Vernetzung mit anderen Büchereien im Neunburger Umland vorstellen.

Ulrike Meixner von der Stadtverwaltung teilte dazu mit, dass sich aufgrund der dafür deutlich höheren Personal- und Sachaufwandskosten der Stadtrat in seiner Sitzung am 6. Februar noch einmal gesondert mit der Thematik beschäftigt habe. Beschlossen wurde, die Einführung einer Online-Abfrage zur Reservierung von Büchern ab 2020 gemeinsam mit einer kompletten Erneuerung der Hard- und Software durchzuführen. Einstimmig bewilligt wurde der Digitalisierung der Bücherei samt Anschaffung der entsprechenden Hard-/Software sowie den daraus entstehenden Folgekosten. Derzeit liefe bei der Stadtverwaltung die Ausschreibung und Beschaffung der benötigten Hard- und Software.

43 Vorschläge für den Bürgerhaushalt 2020

Für den Bürgerhaushalt 2020 lägen, laut Ulrike Meixner, bereits 43 Vorschläge zur Prüfung und Entscheidung vor. Sabine Strauß, Mutter von zwei Kindern, geht es dabei im Wesentlichen um den Spielplatz in Mitteraschau, der einer dringenden Erneuerung bedürfe, ebenso wie um den Spielplatz in Kröblitz, bei dem eine Schaukel und eine Rutsche sicher wünschenswert wären. Zudem schlug sie vor, die Stadt möge eine Übersicht des kompletten Angebotes für sportliche und musikalische Ausbildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche erstellen. Wichtig sei ihr dabei, ab welchem Alter die Angebote gelten würden.

„Der Bürgerhaushalt ist eine tolle städtische Initiative, mit der Ideen einfach eingereicht werden können.“

Bürgermeister Martin Birner

„Der Bürgerhaushalt ist eine tolle städtische Initiative, mit der Ideen einfach eingereicht werden können“, betonte Bürgermeister Martin Birner. Viele tolle Vorschläge, wie den öffentlichen Bücherschrank an der Schwarzachtalhalle, die Umrüstung einer Ampel mit einem akustischen Signal für Blinde und verschiedene Stationen im Mehrgenerationenpark „xund & fit“ konnten bereits umgesetzt werden.

Fitness

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Der einzige Wermutstropfen sei, dass nicht alle Vorschläge berücksichtigt werden könnten. Als Gründe dafür nannte Birner, dass sie außerhalb der Zuständigkeit der Stadt gelegen oder das Budget einfach gesprengt hätten. Auch wenn die Umsetzung nicht immer sofort erfolgen könne, versprach er, keine der Anregungen vollkommen außer Acht zu lassen.

Ulrike Meixner verdeutlichte noch einmal kurz die vier Phasen der Bearbeitung: vom Vorschlag, über die Auswertung, die Entscheidung im Hauptverwaltungsausschuss und schließlich die Veröffentlichung der beschlossenen Maßnahmen.

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