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Recht

Wie Scheidung die Steuer prägt

Die Scheidung führt zwangsläufig auch zum Steuerklassenwechsel. Was es dabei zu beachten gibt, erklärt eine Expertin.
von Andrea Baumann, Rechtsanwältin

Geht eine Ehe in die Brüche und wird geschieden, ändert sich auch die Steuerklasse. Foto: Patrick Pleul/dpa
Geht eine Ehe in die Brüche und wird geschieden, ändert sich auch die Steuerklasse. Foto: Patrick Pleul/dpa

Schwandorf.Neben den typischen Fragen zu Unterhalt, Zugewinnausgleich, Umgang und Sorgerecht, gibt es im Fall der Trennung auch steuerrechtliche Besonderheiten zu beachten.

Die Scheidung führt zwangsläufig auch zum Steuerklassenwechsel. Der Tag der Trennung spielt dabei eine wesentliche Rolle. Im Steuerrecht wird der Begriff „Trennungsjahr“ anders definiert als im Familienrecht. Stichtag für die Veranlagung ist immer der 31. Dezember. Daraus folgt, dass in dem Jahr, in dem die Trennung erfolgte, es zunächst bei den bisherigen Steuerklassen bleibt, diese im darauffolgenden Kalenderjahr aber zu ändern sind. Im Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, die Steuerklasse bereits vor Ablauf des steuerrechtlichen Trennungsjahres zu ändern. Für die Zeit des steuerlichen Trennungsjahres besteht ein Anspruch auf Zusammenveranlagung. Verweigert ein Ehegatte pflichtwidrig die Zustimmung, so macht er sich schadenersatzpflichtig. Außer der Frage der Steuerklasse gibt es noch weitere Besonderheiten, wie beispielsweise das begrenzte Realsplitting.

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Wer bekommt nach Scheidung Unterhalt?

Ein Anwalt aus Schwandorf erklärt die Unterhaltsregeln. Eltern müssen zum Beispiel auch eine zweite Ausbildung unterstützen.

Bestehen Unterhaltspflichten eines Ehepartners, so kann dieser die Unterhaltszahlungen, maximal jedoch 13 805 Euro jährlich, als außergewöhnliche Belastung in der Steuer angeben. Der Unterhaltspflichtige kann sich auch vorab einen Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eintragen lassen. Unterhaltsrechtlich ist der Unterhaltspflichtige sogar verpflichtet diesen steuerlichen Vorteil, das sogenannte begrenzte Realsplitting, zu nutzen, da die Steuerentlastung letztlich auch wieder dem Einkommen des Pflichtigen zugutekommt.

Was zu einem Steuervorteil beim Pflichtigen führt, führt auf der anderen Seite jedoch auch zu einer Erhöhung der Steuerlast beim Unterhaltsberechtigten, da die Unterhaltszahlungen als Einkommen zu versteuern sind. Der Unterhaltspflichtige hat zunächst die Zustimmung zur Durchführung des Realsplittings, durch Unterzeichnung der Anlage „U“ zu erteilen. Diese Pflicht besteht jedoch nur dann, wenn der Unterhaltspflichtige erklärt, sämtliche finanziellen Nachteile, die durch das Realsplitting entstehen, auszugleichen. Hierunter fallen beispielsweise auch festgesetzte Steuervorauszahlungen, die der Unterhaltsberechtigte aufgrund des durchgeführten Realsplittings zu zahlen hat. Um die genauen Nachteile zu ermitteln ist eine fiktive Steuerberechnung beim Unterhaltsberechtigten durchzuführen und zu prüfen, wie der Steuerbescheid ohne das Realsplitting aussehen würde.

Vor allem in Fällen größerer Einkommensunterschiede zwischen den Ehepartnern überwiegt die Steuerentlastung des Unterhaltspflichtigen den auszugleichenden Nachteil, so dass die Steuerlast insgesamt verringert werden kann.

MZ-Spezial: In unserer Rechtskolumne erläutern Rechtsanwälte aus dem Landkreis Schwandorf jede Woche juristische Fälle aus dem Alltag.

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