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Konzert

„Wiener Melange“ begeistert Schwandorfer

Das österreichische Trio Cobario gastierte in der Spitalkirche – und nahm die Zuhörer mit auf eine außergewöhnliche Reise.
Von Regina Suttner

Das Trio Cobario gastierte mit einer „Wiener Melange“ in der Spitalkirche: Georg Aichberger, Herwig Schaffner, Jakob Lackner (v. l.) Foto: Regina Suttner
Das Trio Cobario gastierte mit einer „Wiener Melange“ in der Spitalkirche: Georg Aichberger, Herwig Schaffner, Jakob Lackner (v. l.) Foto: Regina Suttner

Schwandorf.Den Besuchern an den kommenden kälteren Tagen das Herz erwärmen – das möchte die neue Konzertreihe in der Spitalkirche. Susanne Lehnfeld, die Leiterin des Kulturamts der Stadt, begrüßte am Samstagabend das Publikum zur Zweiten von insgesamt sechs Veranstaltungen.

Das mehrfach ausgezeichnete Trio Cobario aus Wien präsentierte mit seinem herrlichen Zusammenspiel von zwei Gitarren (Georg Aichberger und Jakob Lackner) und einer Geige (Herwig Schaffner) den Besuchern eine „Wiener Melange“. Nach Konzerten in 15 Ländern auf vier Kontinenten genießt das Trio in diesem Programm den Moment, wieder in Wien angekommen zu sein und im Kaffeehaus bei Sachertorte, einem Viertel Veltliner und einer Wiener Melange, der berühmten österreichischen Kaffeespezialität, sitzen zu können und Pläne zu schmieden.

Menschen

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In Schwandorf waren sie zum ersten Mal zu Gast und zogen das Publikum mit schwungvollen Spiel sofort in ihren Bann. Die Mischung aus feinster Musik und kurzweiligen Geschichten aus der ganzen Welt begeisterte die Konzertbesucher von Anfang an. Präsentiert und moderiert mit charmantem Wiener Schmäh nahm das Trio Cobario mit auf eine musikalische Reise vom Wiener Kaffeehaus über Osteuropa, Südamerika und wieder zurück ins Kaffeehaus.

Eine Reise über die Ozeane

Mit einem leisen „Seven Seas“ wurden die Zuhörer zu einer Reise über die Ozeane eingeladen. Teilweise melancholisch dann wieder temperamentvoll ist das Stück „The Hips of a Girl“. Gewidmet ist es einer feschen, blonden, österreichischen Kellnerin, die dem Trio gut gefallen hatte. Sie anzusprechen traute sich keiner so recht, dafür entstand dieses Stück, von dem die Kellnerin bis heute nichts weiß. Das ist nur eine, der kurzweiligen eingestreuten Geschichten des Trios.

In „Nemesis“ und der „Conquista Sinfonie“ verarbeiten die Drei ein unerfreuliches Erlebnis. Bei einem Bardentreffen in Nürnberg wurde ihnen Geige und Bratsche gestohlen, was für höchste Unannehmlichkeiten sorgte. Schließlich musste Ersatz beschafft werden. Dementsprechend ist der musikalische Ausdruck in den beiden Stücken. Wild, teilweise militärisch anmutender Einsatz mit dramatischen Steigerungen wobei das Geigenspiel von Herwig Schaffner in der „Conquista Sinfonie“ mit einem Zwischenapplaus gewürdigt wurde.

Das Ensemble

  • Der Start:

    Das „Trio Cobario“ startete 2006 als Straßenmusikanten in Barcelona. Alle drei Musiker haben eine fundierte musikalische Ausbildung.

  • Die Ausbildung:

    Herwig Schaffner kam bereits im Alter von 16 Jahren an das Mozarteum in Salzburg. Georg Aichberger hat an der Musikuniversität in Wien studiert. Jakob Lackner nahm Unterricht bei namhaften Gitarristen.

Nach den positiven Reaktionen des Publikums beschloss das Trio augenzwinkernd: „Wir spielen weiter?“ Das Publikum durfte per Handzeichen entscheiden, ob „ruhig oder flott mit Zunder?“ Nachdem sich in der gut gefüllten Spitalkirche nur fünf Romantiker für den ruhigen Teil gemeldet hatten, ging es mit der Komposition „Nizza“ eben dort an der Cote d’Azur auch geschrieben, tatsächlich flott und mit Zunder weiter. Überhaupt stellte das Trio Cobario seine Musik immer mit Geschichten in Verbindung mit Orten vor. So entstand „Barcelona“ nach einem 14-tägigem Aufenthalt um halb fünf am Morgen im Hafen der spanischen Stadt. Und so erfüllte das Trio mit seiner Musik, besonders Georg Aichberger zupfte behutsam an seiner Gitarre, nun auch den Wunsch der fünf Romantiker in der Kirche.

Weiter ging es nach Rumänien. Drei Tage dauerte dort eine echte rumänische Hochzeit, da wurde durchgefeiert. Nach der fünften Schnapsrunde und einem Angebot auf einen Mercedes und die ältere Schwester der Braut, entstand mit „Hotel Balada“ ein rhythmisch abwechslungsreiches Stück, das die Konzertbesucher wieder zu viel Beifall und Mitklatschen hinriss.

Echte Kaffehaus-Atmosphäre

Nach einer 20-minütigen Pause in Abstimmung mit dem Publikum verbreitete das Trio mit Zeitung, Melange und einem Viertel erstmals Kaffeehaus-Atmosphäre, bevor die beiden Gitarristen Herwig Schaffner mit seiner Geige wieder auf die Bühne holten. Mit dem Stück „Alt-Wien“ wurde der spezielle Charme zupfiger Kaffeehaus-Musik ins Publikum gebracht.

Nach einem Gitarrentausch von Jakob Lackner und Georg Aichberger ging es schließlich in den Norden nach Schottland und in das Land der grünen Hügel. Die „Cliffs of Dover“ entführen und begeisterten mit schottischer Musik, die das Publikum abermals zum Mitklatschen brachte. Als Zugabe erklang „Weit weg“, die ruhigste Komposition des Abends und ein gelungener Abschluss. (ssu)

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