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Wissen

Willkommen in der Zukunft

Die Akademie Ostbayern – Böhmen setzt zum Zehnjährigen auf das Mega-Thema Digitalisierung und trifft einen Nerv.
Von Roland Thäder

  • Die Qualitätssicherung in der Industrieproduktion ist bereits weitgehend digitalisiert. Foto: Jan Woitas/dpa
  • Jonas Keilhammer (von li.) , bei der Akademie zuständig für die IT, 2. Vorsitzender Dr. Peter Deml und Vorsitzender Josef Schönhammer. Foto: Thäder
  • Zehn Jahre liegen zwischen diesen Schreiben und Flyern der Akademie Ostbayern-Böhmen, damals noch mit dem Namenszusatz „für Natur und Industriekultur“. Foto: Thäder

Neunburg.Die Zukunft hat schon begonnen. Und Neunburg ist mitten drin. Am 7. Mai stellt die Technische Hochschule Deggendorf in der Schwarzachtalhalle ihr Projekt „Digitales Dorf“vor. Das Projekt ist eine Initiative von und mit den Bürgern der Gemeinde Spiegelau-Frauenau im Bayerischen Wald. Das „Digitale Dorf“ ist als anwendungsorientiertes Living Lab konzipiert und soll zeigen, wie sich die Lebensqualität durch digitale Services im ländlichen Raum steigern lässt“, schreibt die Projektleiterin und Diplom-Informatikerin Gudrun Fischer darüber.

Die Veranstaltung selbst ist Teil des Jahresprogramms der Akademie Ostbayern – Böhmen mit dem Themenschwerpunkt Digitalisierung. Die Auftaktveranstaltung am 16. Februar widmet sich „Zukunftsperspektiven für ländliche Räume“.

Alles ist im Fluss

Die Akademie mit Sitz in Neunburg feiert in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Anhand des digitalen Wandels, der in den vergangenen Jahren alle Bereiche unseres Lebens erfasst hat und auch weiter erfassen wird, lässt sich auch sehr gut der Wandel nachvollziehen, den die Akademie selbst durchlaufen hat. Das stellten Vorsitzender Josef Schönhammer und sein Stellvertreter, Vorgänger im Amt und Mitinitiator der Akademie, Dr. Peter Deml, im Gespräch mit dem MZ-Reporter heraus.

In der Pressemitteilung zur Gründung vom 9.März 2009 war von einer „außeruniversitären Bildungseinrichtung“ die Rede. „Ziel der Akademie ist es, bedeutende Geotope, Biotope sowie Denkmäler der Technik- und Wirtschaftsgeschichte zu vernetzen, bekannt und zugänglich zu machen“, lautete ein Kernsatz. Es sei uns bald klargeworden, dass wir diesbezüglich ziemlich schmal und spezialisiert aufgestellt waren, so Dr. Deml heute. Hießen die Jahresthemen zunächst wenig verbindlich „Erde, Steine, Glas oder Wald“, griff die Akademie in den vergangenen Jahren gesellschaftlich hoch aktuelle und kontrovers diskutierte Themen, wie „Demografie – Migration – Integration“, die „Energiewende“ und nun das Megathema schlechthin, die „Digitalisierung“ auf.

Das Projekt „Digitales Dorf“ stellt auch für Bürgermeister Martin Birner eine große Herausforderung da. Deshalb möchte er nach der Kooperation mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden auf dem Sektor „Energie“ auch mit der Technischen Hochschule Deggendorf eine Kooperation schließen. Die TU ist Betreiber des Technologie Campus Grafenau, wo das Projekt vorangetrieben wird.

„Wir sind bei der digitalen Schule in Neunburg schon ziemlich weit“, erläutert Bürgermeister Birner den Hintergrund. Auch in der Wirtschaft gebe es viele Firmen, um mit F.EE, Nissl rustikal oder GP finest solution nur einige zu nennen, die in der digitalen Welt zu Hause seien, so das Stadtoberhaupt weiter. Es gebe aber weitere Handlungsfelder, die große Chancen eröffnen. Eines davon sei die Medizin. So gebe es ein Projekt, in dem Rettungssanitäter mehr Aufgaben von Notärzten übernehmen, um diese zu entlasten. Letztere könnten dann, wenn benötigt, zugeschaltet werden, ohne dass ein Notarzt direkt vor Ort sein müsse, nennt Birner ein Beispiel.

Wissenstransfer vorantreiben

Daran lässt sich ablesen, dass die Akademie sich von einer ursprünglich kulturgeschichtlichen orientierten Institution zunehmend zu einem Dienstleister für Wissenstransfer im ländlichen Raum entwickelt hat.

Ein weiteres Beispiel dafür ist laut Schönhammer und Dr. Deml die „Junge Akademie“. Im vergangenen Jahr ging sie an den Start. Jedes Jahr sollen sich hier eine Projektschule aus Ostbayern und ein Pendant aus Westböhmen gemeinsam einen Projekttag zum jeweiligen Jahresmotto gestalten. Im vergangenen Jahr begann dies in Furth i.W. In diesem Jahr wird der wirtschaftliche Zweig der Regensburger FOS/BOS mit einer Partnerschule aus Pilsen im BayernLab im Nabburger Vermessungsamt einen Projekttag zum Thema „Digitalisierung im ländlichen Raum“ abhalten.

Eine weitere Vision, die Schönhammer und Dr. Deml umtreibt, ist, die Oberpfalz bekannter zu machen. Die Oberpfalz sei deutschlandweit eine von zehn der wirtschaftlich am stärksten boomenden Regionen. Zahllose ausländische Delegationen würden jedes Jahr die Hidden Champions, aus der Oberpfalz international agierende Unternehmen, besuchen und sich über deren Know-how informieren. Da wäre es hilfreich, Führer auszubilden, die den Gästen die gesamte Oberpfalz zeigen könnten und zwar nicht nur die kulturgeschichtlichen Aspekte, sondern auch die wirtschaftlichen. Hier hoffe die Akademie auf eine Zusammenarbeit mit einer der Hochschulpartner (Info-Kasten). Alleine könne sie das bei einem Jahresbudget von 180 000 Euro weder finanziell noch personell stemmen, so das Führungsduo.

Kooperationspartner und Mitglieder

  • Kooperationspartner:

    Die Ostbayerischen Technischen Hochschulen Regensburg, Amberg-Weiden und Deggendorf. Die Universitäten Bayreuth, Regensburg und die Westböhmische Uni Pilsen.

  • Mitglieder:

    Derzeit zählt die Akademie Ostbayern-Böhmen 120 Mitglieder. Darunter befinden sich neben Neunburg als Sitz auch der Landkreis Schwandorf, der Zweckverband Seenland und ca. 20 Firmen.

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