mz_logo

Region Schwandorf
Dienstag, 17. Juli 2018 27° 3

Finanzen

Wo heuer das Geld hinfließt

Eine Million Euro ist schnell verteilt. Das beweist ein Blick auf die kleineren Ausgabenposten im Burglengfelder Haushalt.
Von Thomas Rieke

Die Sanierung verschiedener Fahrbahnen (hier die Johann-Michael-Fischer-Straße) ist in Burglengenfeld ein Dauerthema. Die Liste der Maßnahmen ist lang, ganz abgearbeitet wird sie wohl auch heuer nicht.  Foto: Rieke
Die Sanierung verschiedener Fahrbahnen (hier die Johann-Michael-Fischer-Straße) ist in Burglengenfeld ein Dauerthema. Die Liste der Maßnahmen ist lang, ganz abgearbeitet wird sie wohl auch heuer nicht. Foto: Rieke

Burglengenfeld. Wer das Wort „kommunaler Haushalt“ hört, wendet sich oft reflexartig ab. Zu abstrakt klingt dieser Begriff, zu wenig vermag sich der Normalbürger darunter vorzustellen. Dabei kann die Lektüre des Zahlenwerks, das bei einer Stadt wie Burglengenfeld schnell einen Aktenordner füllt, durchaus spannend sein.

Woher nimmt die Kommune all das Geld, das sie benötigt, um ihre laufenden Ausgaben zu bestreiten? Sieht sie sich gezwungen, neue Schulden zu machen – oder gelingt es gar, die Verbindlichkeiten abzubauen? Wie hoch fallen voraussichtlich die Gewerbesteuereinnahmen aus? Was fließt an Zuschüssen in die Kasse, was muss sogleich als Umlage an den Landkreis wieder abgetreten werden?

Brandschutz und Straßen

Diese Fragen werden genau so beantwortet wie die, was die Investitionsschwerpunkte aktuell sind. Kürzlich berichteten wir über die größten Brocken (u.a. Flutbrücke, neue Kinderkrippen, Fronfeste), nun bieten wir einen Überblick über vermeintlich Nebensächlichkeiten, die sich aber auch auf eine siebenstellige Summe summieren. Bei der Durchsicht der Unterlagen wurde klar: Eine Million Euro ist schnell verteilt...

Beginnen wir beim Brandschutz. Außer den 100 000 Euro, welche die Stadt auch heuer für die neue Drehleiter zur Seite legen will, sind im Vermögensetat unter dem Stichwort „bautechnische Anlagen“ 50000 Euro vorgesehen. Damit setzt die Stadt ihre Bemühungen fort, das Rathaus (Alt- und Anbau) brandschutztechnisch auf den neusten Stand zu bringen, nachdem bei einer Untersuchung diverse Mängel nachgewiesen worden waren. 92 Rauchmelder wurden bereits montiert und an die Integrierte Leitstelle angebunden; weitere Maßnahmen werden folgen. Nachträglich in den Etat eingefügt wurden auf Drängen der Freien Wähler-Land bzw. der BWG der Kauf von Tragkraftspritzen für die Feuerwehren Büchheim und Lanzenried (jeweils 14000 Euro).

Kultur, Sport, Kirche

  • Denkmalschutz:

    Die Hinrichtungsstätte am Galgenberg ist ein bayernweit bedeutendes Denkmal. Für die Sanierung des Steinkranzes sind heuer 35 000 Euro eingeplant. Ein 5-Jahres-Plan sieht Investitionen von 100 000 Euro vor. Foto: Stadt

  • Museum:

    Obwohl das Gebäude der Stadt gar nicht gehört, investiert sie hier kräftig. Heuer werden weitere 90 000 Euro bereitgestellt, um verschiedene Dinge zu modernisieren und das Museum insgesamt attraktiver zu machen. Fest mit eingespannt ist regelmäßig der Bauhof. Foto: ba

  • Sport:

    Im Naabtalpark sind unter anderem eine neue Skateranlage und ein Kleinspielfeld vorgesehen. 96 000 Euro haben Kämmerin Elke Frieser und Stadtbaumeister Franz Haneder dafür in den aktuellen Haushalt einkalkuliert. Foto: B. Roessler/dpa

  • Kirche:

    Erst wollte die Stadt nur Streicharbeiten ausführen lassen, dann stellte sich heraus, dass die gesamte Decke saniert werden muss. Die Rede ist von der Sebastianikirche. Dafür sind nun im Einzelplan 3, Unterabschnitt 3700, rund 32 000 Euro veranschlagt. Foto: Rieke

Ein Kapitel für sich ist der Straßenbau; eine Liste umfasst knapp zwanzig Einzelmaßnahmen, für die der Stadtrat über 930 000 Euro genehmigte. Das meiste Geld (195000 Euro) fließt in die Pfälzer Straße, gefolgt von der Dr.-Prophet-Straße (110000 Euro), Auf der Wieden (85000 Euro), der Adolf-Kolping-Straße (80000 Euro), Sankt-Ägidien-Straße (60000 Euro) sowie der Schillerstraße, der Naabgasse und der Gemeindeverbindung Hub-Katzenhüll (jeweils 45000 Euro).

Ob alle diese Straßen tatsächlich heuer erneuert werden können, war zum Zeitpunkt unserer Nachfrage unklar. „Stadtbaumeister Franz Haneder wird in Kürze mit einem Planungsbüro alle genannten Straßen besichtigen, dann folgen die Ausschreibungen“, berichtet Pressereferent Michael Hitzek. Es sei durchaus denkbar, dass Sanierungen schrittweise (Beginn heuer, Fertigstellung nächstes Jahr) durchgeführt würden. So ließen sich teils auch günstigere Preise erzielen. Das hätte umgekehrt aber auch schon wieder Auswirkungen auf den Etat 2019!

Stadtbaumeister Franz Haneder bleibt in Sachen Stützmauer am Premberger Weg am Ball. Foto: Rieke
Stadtbaumeister Franz Haneder bleibt in Sachen Stützmauer am Premberger Weg am Ball. Foto: Rieke

Gesondert zu erwähnen sind die Erschließung eines Baugebiets in Pottenstetten (100 000 Euro), der Straßenbau für einen weiteren Abschnitt im Augustenhof (50000 Euro, erstmalige Herstellung) und der Premberger Weg, wo sich die Sanierung einer Stützmauer zum Zankapfel entwickelt hat. Stadtbaumeister Haneder ließ in der Haushaltssitzung keinen Zweifel aufkommen, dass er das Projekt nach wie vor für wichtig hält. 60000 Euro werden dafür vorgehalten; in einer der letzten Berechnungen hieß es noch, die Maßnahme könnte wegen schwieriger Rahmenbeindungen auch bis zu 170000 Euro teuer werden.

Viele kleine Notwendigkeiten

Der Ausbau des Betreuungsangebots und der Grundschule ist in Burglengenfeld ebenfalls ein Dauerthema. Angesichts der Millionen, die dafür im Spiel sind, gehen kleinere Maßnahmen, die dem Erhalt genau dieser Infrastruktur dienen, fast unter: Fenstermotoren für die Mittelschule beispielsweise sowie eine Regenwassersteuerung für den Sportplatz kosten 40000 Euro, Warmhalteöfen für die Mensa 20000, und ein Kunstrasen für die Grundschule („Da wächst kein Gras mehr“) schlägt mit 30 000 Euro zu Buche. Für Turngeräte, einen Transportwagen und eine Fußballbande in der Dreifachturnhalle sind 22000 Euro eingeplant, worüber sich stellvertretenden CSU-Fraktionschef Thomas Hofmann wunderte. Wer wohl dafür verantwortlich sei? Schüler oder Verein (ASV)? Haneder zuckte mit den Schultern. Niemand trage besondere Schuld, alles komme eben in die Jahre. Gäbe es nicht die Hausmeister, die selbst immer wieder zum Werkzeug griffen, wären die Ausgaben für solche Dinge viel früher fällig.

Mehr Nachrichten aus Burglengenfeld lesen Sie hier.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht