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Fakten

Zehn Zutaten für Faschingsgaudi

Vor 36 Jahren gründeten sich in Fischbach „D’Rummlfelser“. Der Umzug am Faschingsdienstag spielt örtliche Themen aus.
Von Philipp Seitz

Ein Streich bildete die Grundlage für den beliebten Fischbacher Gaudiwurm. Foto: tah
Ein Streich bildete die Grundlage für den beliebten Fischbacher Gaudiwurm. Foto: tah

Geschichte

Eine Wirtshausgaudi und ein Streich hauchen dem Fasching in Fischbach neues Leben ein.

Ein Streich bildete die Grundlage für den beliebten Fischbacher Gaudiwurm. „Eine Gruppe junger Leute hatte einen Junggesellen den Kamin mit Glas abgedeckt, um ihn ein wenig zu ärgern“, erzählt Elferratmitglied und Faschingszugleiter Ulrich Fendl. Danach fuhren sie mit einem Traktor und einem Wagen ins Dorf und erzählten von ihrem Streich. Aus ihrer Idee entwickelte sich schließlich der Fischbacher Faschingszug. Damals war es nur ein Wagen, heute sind es inzwischen mehr als 40 Gruppen, die jedes Jahr durch das Dorf ziehen. Die Kreativität der Fischbacher ist über all die Jahre hinweg gleich geblieben und über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt. „Wir haben örtliche Themen, die wir ausspielen. Das ist schon immer so und sicherlich in der Tradition und den Anfängen des Umzugs begründet“, sagt Fendl.

Bonbonregen

Wenn die Narren durch Fischbach ziehen, dann freuen sich besonders die kleinen Besucher.

Fast 1500 Euro investiert die Faschingsgesellschaft „D’Rummlfelser“ jedes Jahr in die Süßigkeiten. Foto: Marcel Kusch/dpa
Fast 1500 Euro investiert die Faschingsgesellschaft „D’Rummlfelser“ jedes Jahr in die Süßigkeiten. Foto: Marcel Kusch/dpa

Fast 1500 Euro investiert die Faschingsgesellschaft „D’Rummlfelser“ jedes Jahr in die Süßigkeiten, die bei den Umzügen unter das Narrenvolk gebracht werden. „Wir schmeißen schon viel Geld bei den Umzügen auf die Straße“, sagt Zugleiter Fendl und lacht. In diesem Jahr kauften die Fischbacher rund 9000 Packungen Gummibärchen, 300 Kilogramm Bonbons, 11 000 Lutscher und hunderte Tüten Popcorn. „Die Süßigkeiten verteilen wir vorrangig in Fischbach“, sagt Fendl, doch auch bei den Umzügen in Regensburg, Steinberg und Nittenau versorgten die Narren die kleinen Besucher am Straßenrand mit allerlei Süßigkeiten.

Am Rosenmontag stürmten die beiden Faschingsgesellschaften Allotria und D’Rummlfelser das Nittenauer Rathaus:

Video: Seitz

Organisation

Wenn der Fasching vorbei ist, starten die ersten Arbeiten für die neue Session.

Nach dem Fasching ist vor dem Fasching. Foto: ph
Nach dem Fasching ist vor dem Fasching. Foto: ph

Nach dem Fasching ist vor dem Fasching. Dieser Spruch trifft auch für die Fischbacher Faschingsgesellschaft zu. Seit 1982 hat der Gaudiwurm einen festen Platz im Fischbacher Veranstaltungskalender. Im Oktober beginnen bereits die ersten Arbeiten für den Umzug im kommenden Jahr, verrät Fendl. Dann werden die Themen für die Wägen gefunden und fleißig gedichtet. Fendl selbst ist seit Kindesbeinen an vom Faschingsvirus infiziert: „Seit ich denken kann, bin ich bei den Umzügen dabei.“ Erst als er Zugleiter geworden sei, habe er nicht mehr auf dem Wagen mitfahren können. „Das ist einfach eine zu hohe Verantwortung, die man während des Umzugs trägt.“ Früher sei er noch auf einen der letzten Wägen geklettert und sozusagen mit ins Ziel gefahren, doch das sei mittlerweile nicht mehr möglich.

Der Gaudiwurm

  • Der Umzug

    startet am heutigen Faschingsdienstag um 14.33 Uhr beim Feldstadl beziehungsweise beim Feuerwehrhaus Richtung Nerpinger Straße, Herbststraße, Nittenauer Straße, Bergstraße und wieder zurück.

  • Einen Stopp

    legt der Umzug beim Keller am alten Schreinerhaus ein. Dort tanzen auf dem Kellerdeck letztmals die Garden. In den örtlichen Wirtshäusern klingt die fünfte Jahreszeit aus.

Präsidentschaft

Roland Vogl steht dem Rummlfelser Hofstaat nun schon seit drei Wahlperioden vor.

Roland Vogl steht dem Rummlfelser Hofstaat nun schon seit drei Wahlperioden vor. Foto: Albert Herzog
Roland Vogl steht dem Rummlfelser Hofstaat nun schon seit drei Wahlperioden vor. Foto: Albert Herzog

Seit mittlerweile drei Wahlperioden und etwas mehr als fünf Jahren führt Roland Vogl die Rummlfelser an. Der Präsident ist vom Fasching begeistert: „Das ist immer eine tolle Sache.“ Besonders freut er sich über die gelungenen Auftritte seiner Gesellschaft.

Alle Texte rund um den Fasching in und um Schwandorf finden Sie hier.

Mitglieder

In Fischbach wird der Fasching gelebt – und kommt bei Jung und Alt bestens an.

Bunt gemischt sind die Mitglieder der Faschingsgesellschaft. Foto: ph
Bunt gemischt sind die Mitglieder der Faschingsgesellschaft. Foto: ph

Für Frohsinn und Heiterkeit gibt es keine Altersgrenze. Entsprechend bunt gemischt sind die Mitglieder der Faschingsgesellschaft. Präsident Vogl ist stolz auf das Engagement seiner Mitglieder: „Es läuft mit dieser Mannschaft.“ Um die 40 Auftritte absolvierte die Gesellschaft heuer, sagt Vogl.

Engagement

Ohne viele Helfer, die den Fasching lieben, gäbe es keinen Gaudiwurm.

An die 50 Helfer sind beim Umzug beteiligt. Foto: Archiv
An die 50 Helfer sind beim Umzug beteiligt. Foto: Archiv

Die bunten Kostüme und aufwendig dekorierten Wagen begeistern jedes Jahr die Menschenmassen. Doch auch im Hintergrund muss einiges an Arbeit geleistet werden, um den Umzug überhaupt erst möglich zu machen. An die 50 Helfer sind beteiligt. Fendl betont: „Wir hatten noch nie beim Umzug Probleme – und das soll auch so bleiben.“

Favoriten

Natürlich ist für die Fischbacher ihr Auftritt daheim auch der Höhepunkt der Session.

Wichtig ist Fendl, dass die Besucher ihren Spaß am Gaudiwurm hätten. Foto: Archiv
Wichtig ist Fendl, dass die Besucher ihren Spaß am Gaudiwurm hätten. Foto: Archiv

Beim Voting unseres Medienhauses, welcher Faschingszug der schönste im Landkreis ist, hat Fendl für Fischbach gestimmt. „Nittenau und Steinberg gefallen mir aber auch immer sehr gut“, sagt er. Wichtig sei, dass die Besucher ihren Spaß am Gaudiwurm hätten und dass gute Stimmung aufkomme.

Anreise

Der Umzug in Fischbach lebt von den lokalen Gruppen – und von seinen Gästen.

Seit knapp zwei Jahrzehnten gehen vier Neunburger beim Faschingszug in Fischbach mit. „Sie kommen immer spontan“, sagt Fendl. Auf das Kostüm ist er gespannt: „Sie waren auch schon im Schottenrock dabei. Das sind wirklich Hartgesottene.“

Faschingsorden


Die Fischbacher Narren verleihen nur Unikate aus einem besonderen Material.

 Knapp 800 Orden dürften zum Ende der diesjährigen Faschingsession seit 1987 produziert worden sein. Foto: ph
Knapp 800 Orden dürften zum Ende der diesjährigen Faschingsession seit 1987 produziert worden sein. Foto: ph

Präsident Roland Vogl hat ganz genau dokumentiert, wie viele Orden bislang verliehen wurden. Knapp 800 Orden dürften zum Ende der diesjährigen Faschingsession seit 1987 produziert worden sein. Der Orden aus Fischbach ist etwas ganz Besonderes: Dieser ist nicht aus Metall, sondern in Handarbeit aus Zahnarztgips gefertigt. Der erste Orden der Nittenauer wurde aus Salzteig geformt. Einen speziellen Grund für das spezielle Material gibt es: die Kosten. Die Produktion eines Ordens aus Metall kostet, abhängig vom Modell und der Machart, zwischen fünf und zehn Euro, erklärt Manuel Hagen, der Ehrenpräsident des Faschingskomitees Köfering im südlichen Landkreis Regensburg.

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