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Region Schwandorf
Freitag, 20. April 2018 26° 2

Unterstützung

Zuhause bestens versorgt sein

Der Förderverein des Palliativversorgers Pallicura zog Bilanz. Der Patient und seine Angehörigen stehen im Mittelpunkt.
Von Regina Suttner

Die neue Pallicura-Vorstandschaft: von rechts: Monika Thomassek (2. Vorsitzende), Sonja Kellner (1.Vorsitzende), Monika Kagerer (Beisitzerin), Juliane Schießl-Götz (Schatzmeisterin), Walter Götz (Beisitzer), Albert Hackl und Christine Windl (Kassenprüfer) Foto: Suttner

Klardorf. Zur Jahresversammlung begrüßte am Mittwoch Vorsitzende Sonja Kellner im Turmrestaurant Obermeier die Mitglieder von Pallicura, Verein zur Förderung der Palliativ- und Hospizversorgung. Menschen mit fortgeschrittenen, unheilbaren Erkrankungen wünschen sich, so viel Zeit wie möglich zuhause im Kreis der Familie zu verbringen. Sie möchten nicht unter Schmerzen und Ängsten leiden und sicher sein, dass sie auch zuhause gut versorgt und ärztlich begleitet werden. Um diese Menschen kümmert sich Pallicura.

Hilfe für Schwerstkranke

Seit 1. April 2007 haben gesetzlich Krankenversicherte, die an einer fortschreitenden, unheilbaren Erkrankung mit komplexen Symptomen leiden, einen individuellen Leistungsanspruch auf die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV).

Um dies für Patienten und deren Angehörige sicher zu stellen, hat Pallicura in den Jahren 2012 und 2013 ein eigenständiges Palliativteam (Pallicura GmbH) aufgebaut, das die SAPV im Landkreis Schwandorf anbietet. Dort arbeiten spezialisierte, palliativ-medizinisch ausgebildete Fachärzte und Pflegefachkräfte zusammen und bieten eine 24-Stunden-Bereitschaft.

Neben dem bestmöglichen Erhalt der Lebensqualität für die Patienten gilt das Augenmerk des Teams besonders den Angehörigen, die es in dieser schweren Zeit entlastet und begleitet. Der Verein Pallicura unterstützt die Patienten des Palliativteams und die Arbeit von gemeinnützigen Einrichtungen der palliativ- und Hospizversorgung in der Region.

Vorsitzende Sonja Kellner gab in ihrem Jahresbericht für 2017 einen Rückblick auf die zahlreichen Angebote, Aktivitäten und Veranstaltungen. Nach dem Beitritt von elf Personen in 2017 hat der Verein jetzt 60 Mitglieder. Im dritten Teil der Vortragsreihe „Mit Verlust und Trauer leben“ referierte Dr. Roland Hanke zum Thema „Sterbefasten“ und in Zusammenarbeit mit der VHS Schwandorf zeigten im vierten Teil der Reihe verschiedene Referenten die Möglichkeiten der Palliativ- und Hospizversorgung im Landkreis auf.

Die Aktion „Ein alter Hut tut gut“ auf dem Schwandorfer Bürgerfest war mit 350 verkauften Hüten wieder ein voller Erfolg. Der Erlös wurde dem Verein „Traumzeit“ zur Verfügung gestellt, der damit Wünsche von schwerstkranken Kindern erfüllt.

Gedenkfeier wird sehr geschätzt

An der jährlichen Gedenkfeier für die verstorbenen Patienten nahmen 184 Angehörige teil. Die Hinterbliebenen schätzen diese Form der Gelegenheit zu einem Abschied sehr. Im Anschluss an den Gedenkgottesdienst können sie sich bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen noch einmal zusammensetzen und austauschen. Ihre Zufriedenheit mit dem Pallicura Care Team bringen Hinterbliebene oft der Bitte um Spenden zum Ausdruck.

Ein Alleinstellungsmerkmal ist die Ethikberatung im Landkreis Schwandorf, die der Verein anbietet. Diese gibt es außerklinisch sonst nur noch im Landkreis Traunstein. Dr. Manfred Hausel ist Ethikberater im Gesundheitswesen und Leiter der Ethik-Kommission der Kliniken „Nordoberpfalz“ in Weiden. Er hilft Patienten und Angehörigen, die richtigen Entscheidungen bei schwersten Erkrankung zu treffen. 2017 wurde die Beratung dreimal in Anspruch genommen.

Gut in Anspruch genommen wurde und wird auch das Angebot der Atemtherapie. Das oft eingesetzte mobile Ultraschallgerät wird mittlerweile auch von den Hausärzten ausgeliehen. Nach dem Bericht von Schatzmeisterin Juliane Schießl-Götz, und Kassenprüfung durch Monika Thomassek und Albert Hackl erfolgt die Entlastung der Vorstandschaft. Für den Vorschlag der Einstellung der bisher ehrenamtlich tätigen Schriftführerin Claudia Berger als Verwaltungskraft war eine Satzungsänderung erforderlich.

Die anschließende Neuwahl unter Wahlleitung von Albert Krieger brachte folgendes Ergebnis: Vorsitzende Sonja Kellner, 2. Vorsitzende Monika Thomassek, Schatzmeisterin Juliane Schießl-Götz, Beisitzer Monika Kagerer und Walter Götz, Kassenprüfer Christine Windl und Albert Hackl. Bianca Scherer stand zur Wiederwahl nicht mehr an.

Veranstaltungen

  • Vorträge:

    11. April Dr. Manfred Hausel hält beim Seniorenbeirat Maxhütte-Haidhof. 17. April um 18.30 Uhr Turmrestaurant Obermeier „Bestattungskultur im Wandel – vom Gottesacker zum Naturfriedhof“, Referentin Bestattermeisterin Mirjana Lang; „Trauer bei Kindern“, Termin steht noch nicht fest.

  • Sonstiges:

    Beteiligung als Aussteller bei der Reha-Messe in Nittenau am 17. Juni, Jährliche Gedenkfeier am 21. Oktober für verstorbene Patienten des SAPV-Teams, Teilnahme an der Gesundheitswoche in Maxhütte-Haidhof ab 22. Oktober

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