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Zukunftsverfahren: Strom wird zu Methan

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will anschieben. Das versicherte er beim Besuch der MicrobEnergy GmbH in Schwandorf.
Von Rudolf Hirsch

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) ließ sich von Matthias Scholz (r.) das Power-to-Gas-Verfahren erläutern. Der FW-Delegation gehörte auch MdL Joachim Hanisch (Mitte) an.  Foto: Rudolf Hirsch
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) ließ sich von Matthias Scholz (r.) das Power-to-Gas-Verfahren erläutern. Der FW-Delegation gehörte auch MdL Joachim Hanisch (Mitte) an. Foto: Rudolf Hirsch

Schwandorf.Beim Power-to-Gas-Verfahren wandeln Mikroorganismen Strom in Methangas um, das sich speichern oder unmittelbar in das Erdgasnetz einspeisen lässt. Entwickelt hat es die MicrobEnergy GmbH, eine Tochter der Viessmann-Firmengruppe. Sie bekam am Mittwoch Besuch von der Landtagsfraktion der Freien Wähler.

Die promovierte Chemikerin Dr. Doris Schmack gehört zu den Pionieren der Methanisierung. Sie erläuterte den Abgeordneten das vor sieben Jahren am Standort des ehemaligen Bayernwerksgelände entwickelte Verfahren. Trotz ausgereifter Technik und hohem Wirkungsgrad trete man seit Jahren auf der Stelle, bedauerte die Wissenschaftlerin. Sie vermisst den politischen Willen zur Nutzung dieser umweltfreundlichen Technologie.

Menschen

Ein Mann wie ein Kraftwerk

Michael Sterner ist „Speicher-Papst“. Selbst Merkel sucht den Rat des Regensburgers. Seine eigene Energiequelle verblüfft.

Das sieht auch der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber so. Für ihn liege die Zukunft der Motorisierung in der Brennstoffzelle. Für Dr. Doris Schmack ist das allerdings Zukunftsmusik. Gas aus erneuerbaren Energien sei dagegen bereits jetzt ausreichend vorhanden. „Für die Autoindustrie wäre es ein g’mahde Wiesn“, so die Chemikerin. Zu ihrem Leidwesen habe sich aber der VW-Konzern aus der Gas-Antriebstechnologie inzwischen verabschiedet.

Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Müllverwertung?

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will die Bemühungen der Viessmann-Tochter MicrobEnergy allerdings nicht gänzlich im Sande verlaufen lassen und den Vorschlag von Dr. Doris Schmack unterstützen. Sie regt die Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Müllverwertung an.

Fahren mit Gas

  • Netz:

    860 Gastankstellen gibt es aktuell in Deutschland. „Man kommt gut durch das Land“, findet Dr. Doris Schmack. 97 000 gasbetriebene Fahrzeuge seien zugelassen. „Die breite Masse springt allerdings nicht auf“, so Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger. Umweltminister Thorsten Glauber setzt auf die Brennstoffzelle.

  • Bedingung:

    Die Verknüpfung von Strom- und Erdgasnetzen ist eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende.

Eine neu zu errichtende Power-to-Gas-Anlage könnte zur Methanisierung den überschüssigen Strom aus dem Müllkraftwerk nutzen. Das rechne sich aber nur bei einer Befreiung von der EEG-Umlage. Minister Aiwanger kann sich gut vorstellen, wie er sagte, das Projekt als Pilotanlage mit Geldern aus dem bayerischen Wirtschaftsministerium zu fördern.

Mikroorganismen wandeln Strom in Methan um

Im Labor ließen sich die Abgeordneten vom Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung, Matthias Scholz, das Verfahren erklären. Mikroorganismen wandeln Strom in Methan um. Für diesen Schritt nutzt das Unternehmen hoch spezialisierte Mikroorganismen, die Wasserstoff und Kohlenstoff in reines Methan umwandeln. Das so gewonnene synthetische Methan kann entweder in einem Gasspeicher bevorratet und bedarfsgerecht mit Hilfe eines Blockheizkraftwerkes verstromt oder direkt in das Erdgasnetz eingespeist werden. Wenn man Strom- und Erdgasnetze miteinander verknüpft, kann Strom flächendeckend für die Wärmeerzeugung eingesetzt oder bedarfsgerecht über die Kraft-Wärme-Kopplung in Strom zurückgewandelt werden, hieß es.

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