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Karneval

Zwei glückliche Nittenauer Hoheiten

Der Nachwuchs schwingt das Zepter: Prinzessin Julia und Prinz Sandro sind gerade einmal 18 und eingefleischte Faschingsfans.
Von Cornelia Lorenz

Julia Seidl und Sandro Wandera genießen ihre Zeit als königliche Hoheiten. Foto: Daniel Obholz
Julia Seidl und Sandro Wandera genießen ihre Zeit als königliche Hoheiten. Foto: Daniel Obholz

Nittenau.Eine Faschingsgesellschaft ohne Prinzenpaar – das wäre ein Alptraum für Josef Süß. Der Präsident der Nittenauer Allotria macht sich deshalb stets Monate vor Saisonstart auf die Suche nach neuen Hoheiten. Auch diesmal hatte er ein glückliches Händchen – und ließ dem Nachwuchs eine Chance: Sandro Wandera ist gerade erst 18 geworden und macht heuer sein Abitur, seine Prinzessin Julia Seidl, ebenfalls erst seit kurzem 18, steckt mitten in der Ausbildung zur Krankenschwester. Doch die Zeit für die Allotria nehmen die beiden sich gern. „Der Spaß übertrifft den Stress um Längen“, schwärmt die Prinzessin.

Josef Süß, Präsident der Allotria. Foto: Lanzl
Josef Süß, Präsident der Allotria. Foto: Lanzl

Jung, beruflich und schulisch sehr eingespannt – und trotzdem in einem Verein so engagiert? Unzählige Proben, Auftritte, Faschingszüge? Für Seidl und Wandera als eingefleischte Allotria-Mitglieder ist das alles kein Widerspruch. Beide mussten deshalb nicht überlegen, als ihnen Süß die Posten anbot. „Ich habe sofort zugesagt, immerhin hat sich dadurch mein Traum erfüllt“, sagt Seidl. Wandera sieht die Sache ähnlich. „Ein Nein hätte es bei mir nicht geben können, anfangs war ich ganz sprachlos“, erinnert er sich.

Schon als Kinderprinz bei der Allotria in Amt und Würden

Die Kinder- und Jugendgarde der Allotria hat sich intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet. Foto: tkw
Die Kinder- und Jugendgarde der Allotria hat sich intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet. Foto: tkw

Dass Wandera einmal das Zepter der Allotria übernehmen würde, kommt nicht überraschend: Er war hier zum Beispiel schon Kinderprinz und Kinderhofmarschall. Außerdem ist er der Enkel des Präsidenten – der wiederum selbst schon 1974 Faschingsprinz war. Auch Wanderas Mutter Manuela regierte 1999 schon einmal bei der Allotria. Die Liebe zum Fasching ist dem aktuellen Prinzen offenbar in die Wiege gelegt worden. Von seiner Oma hat der amtierende Prinz auch erfahren, dass sein Opa ihn für das Amt im Auge hatte. „Eigentlich blieb mir keine Wahl: Einerseits wollte ich den Wunsch meines Opas erfüllen – und natürlich auch selbst einmal die Allotria regieren“, sagt Wandera.

Das Prinzenpaar Sandro I. und Julia I. und das Kinderprinzenpaar Jonas I. und Melissa I. mit (von links) Vizepräsident Rupert Seebauer, Präsident Josef Süß und LVO-Regionalpräsidentin Waltraud Rath (r.). Foto: tkw
Das Prinzenpaar Sandro I. und Julia I. und das Kinderprinzenpaar Jonas I. und Melissa I. mit (von links) Vizepräsident Rupert Seebauer, Präsident Josef Süß und LVO-Regionalpräsidentin Waltraud Rath (r.). Foto: tkw

Auch seine Prinzessin ist schon lange bei der Allotria aktiv und von klein auf ein großer Faschingsfan – „mit Leib und Seele“, wie sie betont. „Ich wollte schon seit meiner Zeit in der Kindergarde Prinzessin werden“, erinnert sich Seidl. Für ihre großen Auftritte hat sie sich ausdrücklich ein meerblaues Klein gewünscht und zum Glück bei ihrer Recherche im Internet das richtige Modell gefunden. Auch Wandera machte sich mit Hilfe von Oma und Opa im Netz auf die Suche nach dem dazu passenden Outfit. „Als ich meinen Anzug gesehen habe, wusste ich sofort, dass es kein anderer sein darf“, sagt er.

Prinz und Prinzessin haben ihr Lampenfieber im Griff

Lampenfieber vor großen Auftritten ist für das Prinzenpaar ein Thema, das es im Griff hat. Bei Wandera vergeht die Nervosität während des Auftritts. „Einfach nicht nachdenken, sondern machen – das hilft bei mir“, sagt er. Seidl geht es ähnlich. „Ich atme tief durch und freue mich einfach auf das Publikum“, sagt sie.

Fasching

Das Faschingszugvoting in Schwandorf

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Das schaut natürlich ganz genau hin, wenn Prinz und Prinzessin über das Parkett schweben. Die Choreographien haben Seidl und Wandera mit ein bisschen Hilfe selbst entwickelt. Damit der Tanz zu „Wie schön du bist“ von Sarah Connor und „Don‘t stop the music“ von Rihanna reibungslos funktioniert, haben die beiden vor Saisonstart ein bis zweimal pro Woche trainiert. „Mittlerweile läuft es ganz gut. Meine Prinzessin ist natürlich das größere Talent“, sagt Wandera. Kleine Patzer kommen aber durchaus vor. Der Prinz etwa räumt ein, seiner Partnerin durchaus ab und zu aufs Kleid zu treten – was aber kein größeres Problem darstellt, weil der Prinzessin mit ihrem Kleid nach eigenen Angaben hin und wieder dasselbe passiert.

Mit Menschen zusammenkommen und Spaß haben

Tobias I.(Mitte) und Alice I. (r.) waren 2017/18 in Amt und Würden. Foto: tkw
Tobias I.(Mitte) und Alice I. (r.) waren 2017/18 in Amt und Würden. Foto: tkw

Dass die beiden jungen Hoheiten für die Fans der fünften Jahreszeit in Nittenau so viel Zeit investieren, ist für sie selbstverständlich. „Fasching ist die Zeit, um mit Menschen zusammenzukommen, zu feiern und Spaß zu haben“, sagt Seidl. Auch für Wandera bedeutet die Saison vor allem „eine geile Zeit mit geilen Leuten, lustig sein und Spaß zu haben“. Im echten Leben sind die beiden übrigens kein Paar. „Mein Freund kommt gut mit der Situation klar“, sagt Seidl.

Noch haben Prinz und Prinzessin bis zum Aschermittwoch am 6. März viel Zeit, um bei Veranstaltungen wie dem

Hofball am 2. März und dem Nittenauer Faschingszug am 3. März Frohsinn zu verbreiten. Die beiden wollen ihre Ämter in vollen Zügen genießen. Ob das am Ende auch noch so ist, wird sich zeigen. „Ich möchte nicht zu früh urteilen. Noch ist alles super, aber wir haben eine lange Saison vor uns“, sagt Wandera.

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