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Freitag, 21. September 2018 25° 3

Bauausschuss

Zwei neue Geschäfte im NAC

Matratzen Outlet und Woolworth kommen nach Burglengenfeld. Ein 40 Meter hoher Mast für den Digitalfunk entsteht auf dem Karlsberg.
Von Bernhard Bösl

Ein Geschäft der Kaufhauskette Woolworth – auf unserem Bild das Kaufhaus Woolworth in Neukölln/Berlin –wird sich auch im Naabtalcenter in Burglengenfeld ansiedeln. Foto: dpa

BURGLENGENFELD.Erste – durchaus aggressive Wahlkampftöne – waren während der Sitzung des Bauausschusses am Mittwoch im Rathaus nicht zu überhören. Dabei gab die Tagesordnung derart heftige Reaktionen eigentlich nicht her; vor allem BFB-Fraktionsvorsitzender Hans Glatzl und Stadtrat Georg Tretter (SPD) gerieten verbal nicht nur einmal aneinander.

Im Naabtalcenter siedeln sich zwei neue Geschäfte an; Matratzen Outlet (im ehemaligen Schlecker-Markt) und Woolworth (am ehemaligen DM-Markt-Standort). Die Werbeanlagen dafür genehmigten die Stadträte einstimmig. Die Ansiedlung der beiden Geschäfte wertete Bürgermeister Heinz Karg als Beleg dafür, dass die Attraktivität der Stadt ungebrochen ist.

Gleichzeitig hofft er, dass die Planungen von Edeka im Anschluss an das Naabtalcenter in Verbindung mit der Schaffung eines Kreisverkehrs auf der Umgehung bald auf den Weg gebracht werden können. Die Verwaltung arbeite seit einigen Monaten mit den beiden Nachbarstädten an der Erstellung eines landesplanerischen Vertrags, der die Ansiedlung ermöglichen solle. Der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass die beiden Nachbarstädte zustimmen, zumal es sich um ein Projekt handle, das die Wirtschaftskraft des Städtedreiecks stärke. Nicht zuletzt würden neue Arbeitsplätze geschaffen.

Bauvoranfrage für Kinderland

Bereits in seiner Sitzung vom 14. Februar hat sich der Bauausschuss mit dem Vorhaben eines Investors befasst, im Naabtalpark ein Kinderland auf einer Fläche von rund 1000 Quadratmetern ansiedeln. Damals waren, wie berichtet, von der Verwaltung auch Einzelheiten zu dem Vorhaben genannt worden. Dennoch wollte Glatzl genau diese Einzelheiten noch einmal in Erfahrung bringen, nachdem jetzt der künftige Betreiber eine Bauvoranfrage nachgereicht hatte, um das Verfahren zu beschleunigen. Tretter forderte Glatzl auf, nach Nabburg zu fahren, wo eine derartige Einrichtung bereits existiert.

Daraufhin der BFB-Stadtrat: „Haltens halt Ihren Mund, ich habe Sie nicht gefragt!“ Gegen die Stimme Glatzls wurde die Voranfrage befürwortet.

Keinerlei Diskussionen gab es um die Aufstellung eines Funkmasten für den Digitalfunk auf dem Karlsberg auf einem städtischen Grundstück. Der 40 Meter hohe Mast wird in einem Abstand von etwa 50 Metern vom bestehenden E-Plus-Masten errichtet. Ursprünglich war ein Standort am Wasserturm der Burganlage geplant, den aber das Landesamt für Denkmalpflege und auch die Stadt für nicht geeignet erachteten. Alternativ hat die Stadt das Grundstück auf dem Karlsberg angeboten. Der Ausschuss stimmte dem Abschluss der vorläufigen Nutzungsvereinbarung und des Gestattungsvertrages für die Errichtung eines BOS-Digitalfunkmastes zu.

Bebauungsplan für Innenstadt

Bereis mehrfach diskutiert worden ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den innerstädtischen Bereich der Regensburger Straße von der Maxhütter Straße bis zum Kreuzbergweg. Dabei geht es darum, negative Entwicklungen vor allem bei den Werbeanlagen in den Griff zu bekommen. Karg führt das positive Beispiel Altstadt ins Feld, wo es bereits eine entsprechende Satzung gibt. Diese Entwicklung sollte nicht an der Parkhauskreuzung enden. Überzogene Werbeanlagen seien ein absoluter Störfaktor.

Es gehe nicht um eine Gängelung der Eigentümer, sondern um einen positiven Beitrag zur Stadtgestaltung. Für bestehende Anlagen gibt es aber leider einen Bestandsschutz, erfuhr Michael Chwatal auf Nachfrage. Glatzl wollte vor einer Zustimmung erst die Haushaltsberatungen abwarten. Es ist kein Problem, die notwendigen Mittel im Haushalt unterzubringen, entgegnete Karg. Chwatal stufte den Vorschlag Glatzls als „nicht schlecht“ ein, womit er sich den Vorwurf Tretters einhandelte, dass er nicht wisse, was er wolle. „Jetzt stimme ich auch dagegen“, reagierte Charly Goldbach (CSU) auf diese Einlassung. So beschloss der Ausschuss mit sieben gegen drei Stimmen, das Büro Preihsl & Schwan mit den stadtplanerischen Leistungen zur Aufstellung eines Bebauungsplanes mit Satzung zu beauftragen. Das Honorar beträgt 36 443 Euro, zuzüglich der Bestandserhebung von 7000 Euro.

Für das Gebiet zwischen Naabtalcenter und Naabtalpark soll unter Berücksichtigung der Entsorgung des Niederschlagswassers ein Flächennutzungsplan aufgestellt werden. Darüber existiert bereits ein Beschluss. Nach Auffassung des Bürgermeisters stellt dies hohe Ansprüche an die Zukunftsplanungen der Stadt.

Es sei nun notwendig, die Lücke zwischen NAC und Naabtalpark zukunftsweisend und stadtplanerisch sinnvoll zu schließen und wichtige Weichenstellungen vorzunehmen. Mit dem Baugebiet „Hussitenweg“ sei ein erster Ansatz erfolgreich umgesetzt worden.

Glatzl plädiert für Abwarten

Die Zukunftsplanungen seien für die weitere Entwicklung der Stadt von größter Bedeutung. Auch bei diesem Punkt plädierte Glatzl dafür, die Haushaltsberatungen abzuwarten, fand aber dieses Mal keine Mitstreiter. Goldbach sagte, dass ein entsprechender Beschluss schon längst hätte gefasst werden sollen und knüpfte daran die Frage, wie die Verkehrsführung geregelt werde. Genau diese Frage soll die Planung u. a. beantworten, sagte Karg. Gegen die Stimme Glatzls beschloss der Ausschuss, das Büro Preihsl & Schwan mit den städtebaulichen Leistungen für die Aufstellung eines Flächennutzungsplans zu beauftragen. Das Honorar dafür beträgt 54320 Euro.

Einstimmig billigte der Ausschuss den Entwurf für das Sondergebiet „Pflegeheim“ im Naabtalpark des Architekturbüros Bach aus Saarbrücken. Jetzt werden die Fachbehörden und die Bürger beteiligt.

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