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Festival

„Zwickl“-Team geht an die Arbeit

Die Schwandorfer Dokumentarfilmtage sind heuer vom 29. September bis 3. Oktober. Die Organisation übernimmt eine Film-Crew.
Von Hubert Heinzl

Noch bei der fünften Auflage von „Zwickl“ trug Anne Schleicher die Hauptverantwortung allein. Jetzt gibt’s auch offiziell ein Team. Foto: Willfurth
Noch bei der fünften Auflage von „Zwickl“ trug Anne Schleicher die Hauptverantwortung allein. Jetzt gibt’s auch offiziell ein Team. Foto: Willfurth

Schwandorf.Inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass Anne Schleicher, die Initiatorin der Schwandorfer Dokumentarfilmtage, zurzeit auch mit anderen Projekten beschäftigt ist. Ihr kulturelles Ziehkind, das „Zwickl“-Festival – benannt nach dem überschaubaren Eintrittspreis – soll aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Das will die Stadt in Person von Kulturamtschefin Susanne Lehnfeld, das will Anne Schleicher selbst, und das wollen auch die Besucher, die inzwischen in Scharen zu den Dokumentarfilmtagen pilgern.

Ein Kino, aber beide Kinosäle

Auch in diesem Jahr soll es also eine Neuauflage geben, das inzwischen 6. „Zwickl“-Festival. Aus praktischen Erwägungen will man sich heuer allerdings auf das frühere Union- und jetzige „Lichtwerk“-Kino an der Postgartenstraße beschränken. Aber was heißt beschränken: „Beim Zwickl werden beide Kinosäle bespielt“, versichert Anne Schleicher. Bis zum Festivalstart am 29. September soll neben dem großen Saal (120 Sitzplätze) auch dessen kleiner Ableger mit weiteren 35 Plätzen zur Verfügung stehen.

Das offizielle „Zwickl“-Team mit (vorne, v. li.) Clemens Hoffer, Sophia Hutzler, Kulturamtschefin Susanne Lehnfeld, Alexander Vogl und Anne Schleicher. Auch Simon Pracht (nicht auf dem Bild) ist mit von der Partie.Foto: Heinzl
Das offizielle „Zwickl“-Team mit (vorne, v. li.) Clemens Hoffer, Sophia Hutzler, Kulturamtschefin Susanne Lehnfeld, Alexander Vogl und Anne Schleicher. Auch Simon Pracht (nicht auf dem Bild) ist mit von der Partie.Foto: Heinzl

Auch zeitlich werden die Schwandorfer Dokumentarfilmtage diesmal ein bisschen verdichtet. Vorgeführt wird bis zum „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober – das dürfte nach den Vorstellungen der Planer für bis zu 15 Dokumentarfilme reichen. Für interessierte Schulklassen, und das ist ein Novum, bietet die „Zwickl“-Initiatorin allerdings die spielfreien Tage in beiden Festival-Wochen für eigene Schulvorstellungen an. Termine können mit Anne Schleicher vereinbart werden.

Von Neuerung Nummer zwei werden die Zuschauer – im vergangenen Jahr wollten knapp 2700 Gäste die 25 Dokumentarfilme zum Thema „Liebe“ sehen – kaum etwas mitbekommen, zumindest, wenn alles glattläuft. Denn aus dem Heer von freiwilligen Helfern im Hintergrund hat sich jetzt ein harter Kern von engagierten jungen Leuten herauskristallisiert, die als Organisationsteam nun auch ganz offiziell die Verantwortung übernehmen wollen: Clemens Hoffer, der frühere Vorsitzende des Jugendbeirats, gehört wie sein Nachfolger Alexander Vogl schon seit den Anfängen zur „Zwickl“-Filmcrew, unter anderem als Mann im Vorführraum. Auch die angehende Kulturwissenschaftlerin Sophia Hutzler ist ein Fan der ersten Stunde – im vergangenen Jahr hat sie sich dann verstärkt in die Organisationsarbeit miteingeklinkt. Simon Pracht schließlich kam über einen Workshop im Jugendtreff zur Dokumentarfilm-Arbeit. Von ihm stammen unter anderem die bekannten „Zwickl“-Trailer.

Sehen Sie hier den Trailer zum Zwickl-Festival 2016:

Eines ist ihnen allen noch gemeinsam: Sie stammen aus Schwandorf und wollen in ihrer Heimatstadt etwas kulturell bewegen. Mehr Köpfe also, um über die Programmarbeit zu diskutieren; mehr Schultern, um die Last der Verantwortung aufzuteilen – die Arbeitsbedingungen haben sich geändert. Was am Ende daraus werden könnte, ob nicht vielleicht sogar ein Kulturverein, ist laut Anne Schleicher noch überhaupt nicht absehbar. „Das ganze ist ein offener Prozess, das muss sich organisch entwickeln. Was nützen mir Vereinsmitglieder, wenn keiner etwas tut?“, fragt die Initiatorin. Feste Strukturen gibt es ohnehin schon. Einmal pro Woche trifft sich das Orga-Team zum „Jour fixe“ – auch nach dem Pressetermin geht es gleich direkt zur Arbeit.

Der Austausch läuft langsam an

Daran herrscht nun wahrlich kein Mangel. In dieser Woche hat die Crew mit der Sichtung der ersten Dokumentarfilme begonnen. Und davor ließen sich Clemens, Sophia und Anne von der „Nonfiktionale“ in Bad Aibling inspirieren, einem Dokumentarfilmfestival mit einem etwas anderen Konzept: Es gibt normale Eintrittspreise, alle Regisseure stellen persönlich ihre Arbeiten vor. Besonders freut sich Anne Schleicher, dass die Oberbayern vom „Zwickl“ „fast alle Kinderfilme übernommen“ haben. Auch der Austausch unter den Festival-Machern läuft langsam an.

Für heuer hat das „Zwickl“-Team endgültig in den Arbeits-Modus umgeschaltet. „Bis Ende Mai müssen die Filme stehen“, beschreibt Anne Schleicher den Zeitplan. Am inhaltlichen Konzept muss also noch fleißig gebastelt werden, und auch ein mögliches übergeordnetes Motto, der rote Faden der Dokumentarfilmtage 2017, ist erst noch im Werden.

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Die Dokumentarfilmtage

  • Das Festival:

    Die Schwandorferin Anne Schleicher hat vor sechs Jahren die Schwandorfer Dokumentarfilmtage initiiert − bekannt als „Zwickl“-Festival, weil der Eintritt von Beginn an nur zwei Euro kostete. Hintergedanke: Zivile Eintrittspreise sollen Kultur für alle Interessenten zugänglich machen, ihr den elitären Charakter nehmen.

  • Der Termin:

    Das sechste „Zwickl“-Festival findet vom 29. September bis zum 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, statt.

  • Der Schauplatz:

    Anders als bei den bisherigen Festivals, beschränken sich die 6. Schwandorfer Dokumentarfilmtage auf einen Spielort, das ehemalige Union- und jetzige Lichtwerk-Kino an der Postgartenstraße in Schwandorf. Bespielt werden zwei Säle; der kleinere mit 35 Sitzplätzen soll bis zum Festival rechtzeitig betriebsbereit sein.

  • Die Filme:

    Am inhaltlichen Konzept für die 6. Auflage wird noch gearbeitet. Bis Ende Mai soll laut Organisationsteam die Auswahl der bis zu 15 Dokumentarfilme stehen, möglicherweise auch ein übergeordnetes Motto. (hh)

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