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Filmfestival

„Zwickl“ wird noch viel attraktiver

Die Macher der Schwandorfer Dokumentarfilmtage toppen die Events von 2012 und 2013: An acht Tagen zeigen sie an „außergewöhnlichen Orten“ 20 Filme.
Von Elisabeth Hirzinger

Die Initiatorin der Dokumentarfilmtage: Anne Madlene Schleicher. Foto: Hirzinger

Schwandorf.Eine Schwandorfer Studentin hat mit ihrer Idee von den Schwandorfer Dokumentarfilmtagen 2012 Maßstäbe gesetzt. Die Erfolgsgeschichte wird die Stadt heuer gemeinsam mit Anne Madlene Schleicher fortsetzen – und am Ende sogar noch toppen.

Die Studentin der Theater-, Film- und Medienwissenschaften hat nämlich für 2014 noch eins draufgesetzt: Das Filmfestival findet heuer im September an acht statt bisher vier Tagen und an drei unterschiedlichen Orten statt, die alle „ein besonderes Flair“ haben. Anne Madlene Schleicher hat auch die Zahl der Filme, die gezeigt werden, erhöht – von ursprünglich zehn und 15 im vergangenen Jahr auf 20 Filme.

Anne Madlene Schleicher ist eine Netzwerkerin. Sie kennt die richtigen Leute, Unternehmer, ohne die das Projekt nicht laufen würde, genauso wie Technik-Freaks, die die Filmtage mit einer Ausstellung „abgefahrener Basteleien“ begleiten.

Die „Zwickl-Initiatorin ist außerdem kreativ. Als sie im Januar erfährt, dass das „Zwickl-Festival heuer nicht im Union-Kino stattfinden kann, weil der Betreiber durch Verträge mit großen Verleihfirmen gebunden ist, hat sie sich nach Alternativ-Standorten umgeschaut und wurde gleich um die Ecke fündig, bei „Blumen Heinz“, im ehemaligen Metropol-Kino.

Von dem alten Kino, dessen Saal liebevoll restauriert wurde, von dem sogar noch die Galerie und die blaue gepolsterte Tür erhalten sind, ist Anne Madlene Schleicher total begeistert. Das Kino, in dem ihre Oma Dr. Schiwago geschaut hat, das so viele Schwandorfer mit schönen Erinnerungen verbinden, hat es ihr angetan.

Der einstige Kinosaal, den Alexander Heinz für die „Zwickl-Tage“ komplett ausräumt, hat Schleicher zum Festival-Zentrum auserkoren. Das Interieur will Anne Madlene Schleicher „kaffeehausmäßig“ einrichten, mit Stühlen, Couch-Leihgaben und kleinen Tischchen. Die Besucher werden im Foyer bewirtet, wo es auch eine Ausstellung mit Fotos vom Metropol-Kino zu sehen geben wird.

In dem alten Kino werden die ganze Woche Filme gezeigt. Nicht mit original Kino-Technik, „das wäre unbezahlbar gewesen“, aber mit modernster Technik der Firma Snapshot aus Schwarzenfeld, die Projektoren, Leinwände und Moltonstoff zum Verdunkeln zur Verfügung stellt. „Wenn wir die nicht gehabt hätten“, sagt die Studentin dankbar, „dann wäre es schwierig geworden“.

Hundert Prozent wie im Kino wird es nicht, räumt Anne Madlene Schleicher ein, aber sie verspricht: „Wir holen das Beste raus“. Das gilt im Übrigen auch für die anderen beiden Veranstaltungsorte. Auch sie wurden nicht ausgewählt, weil es dort einen großen Raum gibt, sondern, weil es „außergewöhnliche Orte“ sind, „die durch ihre Ästhetik im Zusammenhang mit den gezeigten Filmen eine andere Wahrnehmung ermöglichen“.

Beispiel Felsenkeller, der Veranstaltungsort Nummer zwei: Dazu fällt Anne Madlene Schleicher spontan der Filmtitel „Höhle der vergessenen Träume“ ein, ein Dokumentarfilm von Werner Herzog über die ältesten Höhlenmalereien. Die Felsenkeller sind für Schleicher ein „kontemplativer Spielort“, ideal für Natur- und künstlerische Filme.

Technik- und umweltkritische Filme bieten sich aus Sicht der Organisatorin der „Zwickl-Tage für den dritten Veranstaltungsort an, den der Zweckverband Müllverwertung selbst ins Spiel brachte. Der ZMS baut zurzeit eine neue Leitwarte, in der auf 22 60-Zoll-Bildschirmen das Produktionsgeschehen übertragen wird. Ein Raum, der nur einmal für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, und zwar bei den Dokumentarfilmtagen. „Das hat absoluten Exklusivitätscharakter“, findet Schleicher, die sich noch bemüht, einen Shuttle-Service für die nicht motorisierten Cineasten auf die Beine zu stellen.

Erstmals werden heuer auch Kinder und Senioren einbezogen werden. Da gibt es viele Filme, die passen würden, sagt Anne Madlene Schleicher und nennt als Beispiel für die ältere Generation „Herbstgold“, einen Film über Leichtathleten, die bis zu hundert Jahre alt sind und nicht ohne Selbstironie auf ihr Sportlerdasein blicken. Welchen Film sie für die „ganz Kleinen“ auswählen wird, weiß die Studentin noch nicht. Da lässt sie sich erst mal von einem Freund beraten, der das Kinderfilmfestival in München organisiert.

Ein anderer Freund hat Anne Madlene übrigens auf den Verein „Binary-Kitchen“ aufmerksam gemacht, in dem Programmier- und Technikfreaks mehr oder weniger nützliche Dinge aus altem und neuem Material produzieren, wie zum Beispiel einen leuchtenden Wischmopp. Sie werden einen Teil ihrer Werke auf dem Weg zur ZMS-Leitwarte ausstellen.

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